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Regenerative Energien
Wussten Sie schon,
dass einige Schleimpilze sich fortbewegen können, indem sie sich zu einer Art Organismus schließen? 
Regenerative Energien
Aphorismen
"Wir können Probleme nicht mit den Denkmustern lösen, die zu eben diesen Problemen geführt haben." Albert Einstein 
 :: Biologie (Zahlen+Fakten) ::
Ameisen
 

Ameisen (Formicidea), Wespen und Bienen haben einen gemeinsamen Vorfahren, von dem sie sich in der Kreide trennten. Sie gehören zur Tierordnung Hautflügler. Termiten sind dagegen mit Schaben verwandt.



Ameisen leben in engen Gemeinschaften, in denen jedes Mitglied klar definierte Aufgaben hat. Als Einzeltiere sind die Ameisen nicht überlebensfähig. Jedes Nest ist Teil einer größeren Kolonie. Die Tiere einer Kolonie kooperieren miteinander und bekämpfen sich nicht.



Eine durchschnittliche Ameise bringt zwischen 7 und 10 Milligramm auf die Waage. Sie ist in der Lage, das 60-fache ihres Gewichts zu tragen. Ein durchschnittlicher 70 Kilo schwerer Mann, der nur das Einfache seines Gewichts tragen kann, müsste 4,2 Tonnen schleppen können, um mit der Ameise zu konkurrieren. Wenn man es aber genauer nimmt, handelt es sich bei den Ameisen um Arbeiterinnen (geschlechtlich unterentwickelte Weibchen). Vielleicht sollte man in Anbetracht dessen den Begriff "das zarte Geschlecht" neu überdenken.



Die Lebensdauer einer Ameisenkönigin beträgt zwischen 25 bis 29 Jahren. Die einer Arbeiterin immerhin 6 Jahre.



Ein Ameisennest besteht aus einer Nestkuppe aus Tannennadeln und Holzstückchen und einem komplexen unterirdischen Bereich, der meist um ein Vielfaches größer ist. Dort werden die Eier und Puppen aufbewahrt und die Larven aufgezogen. Wird die Temperatur zu hoch, werden die Eingänge erweitert, um das Nest zu durchlüften. Bei Regen werden sie verschlossen. Wird es zu kalt, krabbeln die Arbeiterinnen nach außen, wo ihre Körper die Sonnenwärme aufnehmen. Dann kriechen sie wieder hinunter und transportieren die Wärme ins Erdinnere. Ein Ameisenhaufen kann aus bis zu einer Million Individuen bestehen.



Ameisen der Gattung Polyergus rufescens, auch Amazonenameisen genannt, sind nicht mehr fähig, selbstständig Nahrung aufzunehmen. Auch die Fähigkeiten wie Brutpflege, Nahrungssuche und Nestbau sind ihnen abhanden gekommen. Ihre langen, säbelförmigen Kiefer sind nur für eines gut: Mord und Raub. Sie überfallen die Nester anderer Ameisen, "versuchen die es verteidigenden Arbeiter oder Soldaten zu töten" und erbeuten die noch nicht geschlüpfte Brut. Die geschlüpften Ameisen werden in die Sklaverei geboren. Von ihrer Geburt an bis zu ihrem Tod müssen sie den Amazonenameisen dienen: für sie arbeiten und sie füttern. Sie "merken" [aber] nicht, dass sie Sklaven sind, und machen sich, ihren eingebauten Nervenprogrammen folgend, an die Arbeit. Sie erledigen alle Aufgaben, die sie normalerweise in ihrem eigenen Nest tun würden. [49]



Auf einem großgewachsenen Tropenbaum können mehr Ameisenarten leben, als in ganz England vorkommen. [6]



Ein Ameseinweibchen oder die angehende Königin "paart sich nur auf einem einzigen Hochzeitsflug zu Beginn ihres Erwachsenenlebens. Dann verliert sie ihre Flügel und paart sich nie wieder." Das Sperma bewahrt sie ein Leben lang im Inneren ihres Körpers auf und verteilt es im Laufe der Jahre auf die Eier, um sie zu besamen. [49]



"Bei den Honigameisen gibt es eine Arbeiterklasse mit grotesk angeschwollenen, mit Honig vollgestopften Hinterleibern, deren einzige Aufgabe darin besteht, wie aufgedunsene Glühbirnen bewegungslos von der Decke herabzuhängen und sich von den anderen Arbeiterinnen als Nahrungsspeicher (sogenannte Honigtöpfe) benutzen zu lassen. In der menschlichen Bedeutung des Wortes leben sie als Individuen gar nicht; ihre Individualität ist offenbar dem Wohlergehen der Gemeinschaft geopfert worden." [49]



Die im Amazonas-Becken vorkommende Art Allomerus decemarticulatus bauen eine Art Falle, in der sich die Beutetiere verfangen. Aus den Fasern einer Pflanzenart Hirtella physophora errichten sie eine schwammartige Falle, in die sie Löcher bohren und mit geöfneten Kiefern auf die Beute lauern. Kommt ein Beutetier in die Nähe der Falle, ziehen die Ameisen es an den Gliedern in die Löcher hinein, so dass sich das Tier praktisch nicht wehren kann. Auf diese Weise können Tiere erlegt werden, die um ein Vielfaches größer als die Ameisen selbst sind. [54], [55]



"Bei manchen Ameisen- und Termitenarten ist die Königin zu einer gigantischen Eierfabrik angeschwollen, überhaupt kaum noch als Insekt erkennbar, Hunderte von Malen größer als ein Arbeiter und völlig unfähig, sich zu bewegen. Sie wird fortwährend von Arbeitern umsorgt, die sie pflegen, füttern und ihren unaufhörlichen Eiersegen in die gemeinschaftlichen Kinderstuben transportieren. Wenn eine solche monströse Königin ihre Könniginenzelle jemals verlassen muss, so reitet sie mit großem Aufwand auf dem Rücken ganzer Schwadronen von sich mühsam fortschleppenden Arbeitern." [49]



Die staatebildenden Insekten sind neben dem Menschen die einzigen Spezies im Tierreich, die gegenseitige Vernichtungskriege führen, andere Tiere für sich arbeiten lassen und die "entdeckt" haben, dass "sesshafter Anbau von Nahrungsmitteln effektiver sein kann als Jagen und Sammeln." Die bekannteste Art der von den Ameisen praktizierender Landwirtschaft ist die "Viehzucht". Dabei werden einige Blattlausarten von den Ameisen "gemolken" und umsorgt. "In einigen Fällen pflegen die Ameisen die Blattlauseier in ihren eigenen unterirdischen Nestern, füttern die jungen Blattläuse und tragen sie schließlich, wenn sie erwachsen sind, vorsichtig auf die geschützten Weideflächen hinaus. [...] Blattlausarten, die häufig von Ameisen kultiviert werden, haben ihre üblichen Verteidigungsmechanismen eingebüßt." [49]



Die Komminikation der Ameisen findet über Berührungen und 20 verschiedenen Düften statt. [25]



Die Blattschneiderameisen in Südamerika bauen riesige unterirdische Anlagen "von Gängen und Höhlen, die drei oder mehr Meter in die Tiefe reichen und zu deren Herstellung nicht weniger als vierzig Tonnen Boden an die Oberfläche transportiert werden mussten." Man hat Kolonien entdeckt, die aus mehr als zwei Millionen Individuen bestehen. [49]



Trotz der Aufteilung der Ameisen in vielfältige Kasten (Arbeiterinen, Soldaten, Pfleger) kennen die Tiere keine Hierarchie. Keine Ameise kann einer anderen Befehle geben. [25]



Das Heiligtum aller Ameisen ist die Königin. Die Arten Bothriomyrmex regicidus und B. decapitans spezialisieren sich darauf, sich der Mutter aller Arbeiterinnen eines Ameisenstaats zu entledigen. Sie dringen in das Nest einer anderen Ameisenart, suchen sich die Wirtskönigin heraus und schneiden langsam ihren Kopf ab, während sie sich von der Königin herumtragen lassen. "Die Mörderin wird dann von den verwaisten Arbeiterinnen adoptiert, und diese pflegen nun ihre Eier und Larven, ohne Verdacht zu schöpfen. Einige Nachkommen werden selbst zu Arbeiterinnen aufgezogen, die allmählich die ursprüngliche Art im Nest ersetzen. Andere werden zu Königinnen, die ausfliegen, um neue Weidegründe und noch nicht abgetrennte königliche Häupter zu suchen." [49] (s. auch Brutparasiten) Die Art Monomorium santschii entledigt sich der fremden Königin auf eine noch elegantere Weise: Sie bringt die Arbeiterinnen dazu, ihre eigene Mutter zu ermorden. "Die Usurpatorin braucht nicht einmal ihre eigenen Kiefer zu gebrauchen. Auf welche Weise sie das Verhalten der Wirtsart kontrolliert, ist ein Rätsel; vermutlich verwendet sie eine Chemikalie, denn die Nervensysteme der Ameisen sprechen generell stark auf diese chemische Reize an." [49]



Viele Tiere verbringen ihr Raupendasein (oder gar ihr Leben) in Ameisennestern als sog. Ameisengäste. Einige von ihnen werden von den Ameisen stillschweigend geduldet, andere nützen der Kolonie und wiederum andere sind Parasiten. Es gibt unter den Ameisengästen auch Räuber, die sich als Ameisen tarnen und sich wie diese auch verhalten, wie etwa die Ameisenspinnen. Andere schützen sich mit einer dicken Haut wie die Raupen einiger Bläulinge (Lycaenidae). [25] Andere Bläulingsarten (Raupen der Dunklen oder der Hellen Wiesenknopf-Ameisen-Bläulinge) werden von Ameisen selbst in ihre Nester getragen. Dort ernähren sie sich von der Ameisenbrut, während die Ameisen von einem Sekret der Raupen profitieren. [53] Andere Parasiten sind einige Milbenarten (z.B. die Gattung Antennophorus oder Laelops oophilus), Larven von Schlupfwespen oder verschiedene Fadenwürmer. [25]



"Die Raupe eines Schmetterlings namens Thisbe irenea besitzt ein lauterzeugendes Organ im Kopf, mit dem sie Ameisen herbeiruft, sowie ein Paar teleskopartige Röhren an ihrem Hinterteil, aus denen verführerischer Nektar ausgeschieden wird." Sie besitzt auf den Schultern ein weiteres Paar Röhren, die ein Sekret verbreiten, das das Verhalten der Ameisen auf eine dramatische Art beeinfußt. Ameisen, die unter den Einfluß dieser Droge kommen, werden aggressiv und greifen alles an, was ihnen in die Quere kommt. Bis auf die Raupe selbst. Die unter dem Einfluß der Raupe stehende Ameise weicht mehrere Tage nicht von ihrem Schützling und verrichtet unfreiwillig die Dienste des Leibwächters. [49]



Alle Arbeiterinnen in einem Ameisennest sind Geschwister, weil sie die gleiche Mutter haben. "Bei Hymenoptera entstehen aus unbefruchteten, haploiden Eiern Männchen und aus befruchteten, diploiden Eiern Weibchen. Daher sind Schwestern untereinander - nicht wie gewöhnlich zu 1/2 - sondern zu 3/4 verwandt! Aufgrund des engen Verwandtschaftsverhältnis [sic!] ist für die einzelne Ameise effektiver sich um das Überleben der Königin bzw. des gesamten Baues evolutionstechnisch als das eigene Überleben zu kümmern ('kin selection')." [25]

 
 
 

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