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 :: Wissenschaft und Forschung ::
Europa kämpft gegen die Epilepsie
24.04.2007 | 12:28 Uhr

Epilepsie ist die häufigste neurologische Erkrankung; unter 1.000 Menschen sind im Schnitt fünf bis zehn Betroffene. Prominente Patienten waren beispielsweise Julius Caesar, Agatha Christie oder Alfred Nobel. Die Krampfanfälle treten in der Regel plötzlich auf und kündigen sich nicht an. Da Epileptiker bei einem Anfall das Bewusstsein verlieren, dürfen viele von ihnen kein Auto fahren und auch manche Berufe nicht ergreifen.


Mögliche Ursache einer Epilepsie sind Hirnerschädigungen wie beispielsweise Tumore. Oft liegt das Krampfleiden aber auch in der Familie: Inzwischen konnte die Wissenschaft bereits einige Erbanlagen identifizieren, die die Erkrankung auslösen. Bei anderen Epilepsie-Varianten vermutet man zwar eine erbliche Komponente; welches Gen genau betroffen ist, weiß man aber nicht.

"Es gibt viele verschiedene Formen der erblichen Epilepsie", erklärt der Bonner Epileptologe Professor Dr. Heinz Beck. "Jede Form wird durch andere Fehler im Erbgut ausgelöst." Erster Schritt bei der Gensuche ist es daher, möglichst viele Patienten zu finden, die unter einer bestimmten Epilepsie-Variante leiden. "Dabei hilft uns das EU-Projekt", erklärt Beck. "Schließlich arbeiten darin so viele medizinische Zentren zusammen, dass es viel einfacher wird, eine entsprechend große homogene Gruppe von Betroffenen zu finden."

Schlüsselrolle der Bonner Epileptologie

Die Bonner Epileptologie spielt bei dem EU-Projekt eine Schlüsselrolle. Patienten mit schweren Krampfanfällen, die sich auch medikamentös nicht in den Griff bekommen lassen, können sich hier nämlich einem chirurgischen Eingriff unterziehen. Dabei entfernen Hirnchirurgen vorsichtig den Anfallsherd. "Das kranke Nervengewebe eignet sich natürlich hervorragend, um beispielsweise neue Epilepsie-Medikamente zu testen", erklärt Professor Beck. Die EU-Forscher wollen mit derartigen Gewebe-Experimenten auch herausfinden, warum manche Patienten auf Wirkstoffe ansprechen, andere dagegen nicht. Vermutlich sind dafür wiederum genetische Faktoren ausschlaggebend.

Viele ihrer Erkenntnisse verdanken die Epileptologen Versuchen mit epilepsiekranken Ratten oder Mäusen. Die Interpretation derartiger Studien ist aber oft schwierig: Nicht immer lassen sich die Ergebnisse einfach vom Tier auf den Menschen übertragen. "Auch in dieser Beziehung erhoffen wir uns Fortschritte", sagt Heinz Beck. "Wir wollen überprüfen, wie gut die heutigen Tiermodelle zum Krankheitsbild im Menschen passen und wie man sie gegebenenfalls verbessern könnte."

Quelle: Pressemitteilung Uni Bonn





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