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Autor Thema: Sind 'Schweineenddarm' und 'Drüsen junger Wölfe' auch Medikamente?  (Gelesen 11328 mal)
E.T.
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« am: August 06, 2004, 06:21:45 »

Dieser offene Brief stammt aus dem KidMed-Forum und repräsentiert auch meine Meinung. Es wird im dortigen Forum gebeten, diesen Brief mit dem Hinweis auf den Thread weiter zu verbreiten. Siehe dazu auch folgenden Beitrag.

Zitat
An die
Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung
Frau
Ursula Schmidt


Sehr geehrte Frau Schmidt,

in diesem offenen Brief wende ich mich als Naturwissenschaftler an Sie und möchte Bezug nehmen auf Ihre Aussage im Live-Chat der ARD vom 30.10.2003.

Eine promovierte und habilitierte Naturwissenschaftlerin, die wie ich auch in einem medizinischen Internet-Forum, http://www.kidmed.de , schreibt, stellte die Frage:

CatherinaB: Eine Frage zur Gesundheitsreform: Warum finden sich auf der Positivliste hunderte Mittel ohne wissenschaftlichen und/oder klinischen Wirksamkeitsnachweis, so wie Schweineenddarm und Drüsen junger Wölfe? Ich dachte es geht um eine Grundversorgung mit „wirksamen“ Medikamenten?

Ulla Schmidt: Das sind auch Medikamente, die auf der Positivliste enthalten waren, aber wir brauchen darüber nicht mehr diskutieren, da die Opposition nicht bereit war, der Einführung der Positivliste zuzustimmen. Und deshalb wird sie nicht kommen.

Nach meiner Beurteilung als Naturwissenschaftler kann ich mich Ihrer Aussage jedoch in keinster Weise anschließen, daß es sich bei den genannten tierischen Organen um "Medikamente" handeln solle. Die Positivliste ist zwar vom Tisch, dennoch sehe ich bei dieser Thematik gerade jetzt aktuellen und dringenden Handlungsbedarf.

Nach meiner Auffassung ist bei der derzeitigen Gesetzeslage eine eklatante Gefährdung des gesamten Gesundheitssystems in der Bundesrepublik Deutschland immanent, da Vertreter von eindeutig als Sekten zu klassifizierenden Organisationen entscheidungsberechtigt sind. Es ist in meinen Augen ein Skandal, daß Anthroposophen und Homöopathen, d.h. Sektierer, deren Weltbild fundamental allem widerspricht, was die moderne Naturwissenschaft in den letzten Jahrhunderten an Erkenntnissen gewonnen hat, in unserem Land die Gesetzesvorlagen mit anfertigen. Gemäß dieser Zusammensetzung der Gremien könnten genauso auch Astrologen, die Zeugen Jehovas oder Woo-Doo-Schamanen unsere Gesetzestexte ausarbeiten.

Die dringende Forderung von Seiten der seriösen Wissenschaft kann nur lauten, das bestehende Arzneimittelgesetz umgehend zu ändern und den Sonderstatus der "Besonderen Therapierichtungen" ersatzlos zu streichen! Einen von Seiten der Sektierer geforderten "Wissenschaftspluralismus" gibt es definitiv nicht. Es gibt nur genau eine Naturwissenschaft und diese basiert auf den in unserer Welt vorgegebenen Naturgesetzen. Anthroposophisch, d.h. okkultistisch behandelte Schweineenddärme und Drüsen junger Wölfe sind ebensowenig Medikamente wie zehn hoch dreißig-fach verdünnte und verschüttelte Tinkturen der Homöopathen. Letzteres ist mystischer Sektenunfug und Vertreter diesen Unfugs haben in der Gesetzgebung unseres Staates nichts verloren.

Ich möchte Sie bitten, Sie auf ein seriöses medizinisches Internetforum hinweisen zu dürfen, in dem diese Fragen zur Zeit diskutiert werden. Dort befindet sich auch eine umfangreiche Materialsammlung, die belegt, daß die Anthroposophie und die Homöopathie gefährliche Sektenlehren sind, die bereits massiv unser gesellschaftliches System unterwandert haben. Aus den Reihen der Anthroposophen und Homöopathen rekrutiert sich zudem die Wortführerschaft der Impfgegner, die in krimineller Weise große Teile der Bevölkerung desinformiert und besonders Eltern mit vollkommen unhaltbaren Aussagen gegen das notwendige und lebensrettende Impfen von Kindern aufwiegelt.

Finden Sie auf der unten genannten Internetseite bitte eine Zusammenstellung von Artikeln folgender seriöser Wissenschaftler:

Prof. Dr. med. Klaus Dietrich Bock
Prof. Dr. med. Manfred Anlauf
Dr. Peter Treue
Prof. Dr. Erland Erdmann
und andere.
Zu einem Text von Herrn Matthes, dem Vertreter der Anthroposophischen "Medizin" in der Positivlistenkommission findet sich eine lesenswerte Gegendarstellung von Seiten der seriösen, wissenschaftsbasierten Medizin.

Die genannte Internetseite ist:

Über Anthroposophie, Homöopathie und andere Sekten:

http://www.kidmed.de/forum/showtopic.php?threadid=3733

Ich möchte Sie bitten, diesen offenen Brief auch an möglichst viele weitere Fachleute in Ihrem Gesundheitsministerium weiterzuleiten, da meiner Meinung nach dringender Handlungsbedarf besteht. Über eine Rückmeldung wäre ich Ihnen sehr dankbar.


Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
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« Antworten #1 am: September 27, 2004, 07:24:09 »

Aus dem Kidmed-Forum: http://www.kidmed.de/forum/showtopic.php?threadid=3733

Zitat
Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung, 11017 Berlin
REFERAT Positivliste
HAUSANSCHRIFT Wilhelmstraße 49, 10117 Berlin
POSTANSCHRIFT 11017 Berlin
INTERNET http://www.bmgs.bund.de
Berlin, 12. Dezember 2003



ich nehme Bezug auf Ihre Email vom 1. November 2003 an Frau Ministerin Ulla Schmidt. Hierin kritisieren Sie die Gleichstellung der Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen mit den sog. schulmedizinischen Mitteln in Bezug auf eine Verordnungsfähigkeit zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung. Ich bin gebeten worden, Ihre Zuschrift zu beantworten.

Sie machen in Ihrem Schreiben deutlich, dass Vertreter von Mitteln der besonderen Therapierichtungen aus Ihrer Sicht in nicht vertretbarem Maße Einfluss auf (sozial-) gesetzliche Regelungen nehmen und dadurch das Gesundheitssystem existentiell schädigen können. Diese Einschätzung kann ich nicht teilen. Von einer Dominanz der besonderen Therapierichtungen kann bei dem jetzt auf den Weg gebrachten Reformen zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG) nicht die Rede sein.

Zu den Neuregelungen, über die Sie sich unter der Internetseite des Ministeriums http://www.die-gesundheitsreform.de informieren können, zählt u.a. die Maßnahme, verschreibungsfreie Arzneimittel grundsätzlich von der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung auszunehmen. Diese Regelung betrifft insoweit auch Mittel der besonderen Therapierichtungen Homöopathie, Anthroposophie und Phytotherapie, die nahezu ausschließlich verschreibungsfrei sind. Von dem generellen Verordnungsausschluss sind lediglich verschreibungsfreie Arzneimittel ausgenommen, die bei schwerwiegenden Erkrankungen als therapeutischer Standard gelten; ferner auch eine Anwendung bei Kindern. Die dieser Ausnahmeregelung zuzurechnenden Arzneimittel werden von einem Gremium der Selbstverwaltung1 (bis Ende März 2004) festgelegt werden. Mittel der besonderen Therapierichtungen sollen hierbei berücksichtigt werden. Das Ergebnis der Bewertung des Gremiums bleibt abzuwarten.

Mit freundlichen Grüßen


1 Gemeinsamer Bundesausschuss, bestehend aus Vertretern der Kassenärztlichen Bundesvereinigungen, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und den Bundesverbänden der gesetzlichen Krankenkassen.


« Letzte Änderung: September 27, 2004, 07:27:59 von Biologe » Gespeichert
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« Antworten #2 am: September 27, 2004, 07:31:13 »

Zitat
An das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung
11017 Berlin
Referat Positivliste
22. Dezember 2003


vielen Dank für Ihre Antwort vom 12. Dezember auf meinen offenen Brief an Frau Ministerin Ulla Schmidt vom 01. November. Bitte erlauben Sie mir, auf Ihr Schreiben zu antworten.

Das Bundesministerium für Gesundheit hat, Ihrer Internetseite zufolge (1), die Aufgabe, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Bürgern unseres Landes eine nachweislich wirksame, wirtschaftliche und ausreichende Gesundheitsversorgung gewährleisten. Die Bevölkerung sollte darüber hinaus vor unwirksamen, unsinnigen und gefährlichen Medikamenten und Methoden, bzw. Personen und "Heilern", die letztgenannte Methoden anwenden, verordnen oder propagieren, geschützt werden.

Ihrer Antwort auf mein Schreiben muß ich entnehmen, daß das Bundesministerium für Gesundheit diesen Aufgaben nicht in ausreichendem Maß Rechnung trägt. Ich möchte diese Einschätzung im folgenden erläutern.

Eine der dringend zu fordernden Maßnahmen in meiner Anfrage vom 01. November an Sie lautete, den Sonderstatus der "besonderen Therapierichtungen", zu denen Sie die "anthroposophische Medizin" und die "Homöopathie" zählen, ersatzlos zu streichen. Anthroposophische und homöopathische Mittel und Methoden basieren sämtlich auf primitivstem Okkultismus, der zudem fundamental unseren Naturgesetzen widerspricht. Diese Methoden sind damit definitionsgemäß unsinnig und unwirksam, selbstverständlich konnte und kann für keine dieser Methoden und Mittel ein seriöser Wirksamkeitsnachweis erbracht werden.

Die Mittel der "Homöopathie" sind extreme Verdünnungen von Ausgangssubstanzen, welche nach einem willkürlichen und vollkommen unsinnigen, mystischen Ansatz ausgewählt werden, den ein gewisser Samuel Hahnemann vor 200 Jahren ohne jegliche rationale Grundlage als Hirngespinst in die Welt gesetzt hat. Die Ausgangssubstanzen, z.B. Kalk oder Arsen, eine Firma bietet inzwischen Hundekot unter dem Namen "excrementum caninum" an, werden unter rituellem Schütteln bzw. Verreiben und Scharren mit Alkohol bzw. Milchzucker verdünnt, bis kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr vorhanden ist. Als Resultat bestehen "Homöopathika" über D25, egal mit welcher unsinnigen Beschriftung das entsprechende Mittel deklariert ist, aus 40%igem Alkohol bzw. reinem Milchzucker ohne weitere Zusätze. Man muß sich diesen grandiosen Unfug als rational denkender Mensch einmal vor Augen führen. Mit diesen beiden Substanzen, Alkohol und Milchzucker, sollen Ihrem Schreiben zufolge insbesondere Kinder und Schwerkranke "behandelt" werden, zudem auf Kosten der Solidargemeinschaft. Das ist ein Skandal.

Das Bundesministerium für Gesundheit subventioniert die "besonderen Therapierichtungen" mit mehrstelligen Millionenbeträgen auf Kosten der Solidargemeinschaft. Als Beitragszahler möchte ich Sie hiermit bitten, dieses vollkommen absurd anmutende Vorhaben, Schwerkranken und Kindern Milchzucker zu verabreichen, nachvollziehbar darzustellen. Die "Wirkungsweise" dieses Milchzuckers, der zudem zu Apothekenpreisen gehandelt wird, würde ich mit Ihnen gern öffentlich diskutieren. Als Naturwissenschaftler möchte ich Sie darüber hinaus bitten, die zehn wichtigsten Referenzen aus international anerkannten wissenschaftlichen Journalen zu nennen, die die Wirkungsweise und die Therapieerfolge von rituell geriebenem Milchzucker belegen, um die Millionen-Subventionen den Beitragszahlern und den Patienten gegenüber zu rechtfertigen. Meine Recherche der Fachliteratur hat hingegen die gänzliche Wirkungslosigkeit "homöopathischer" Mittel ergeben (Beispiele siehe 2).

Die Krankenkassen, die verpflichtet wären, eine nachweislich wirksame, wirtschaftliche und ausreichende Gesundheitsversorgung zu garantieren, berufen sich ebenfalls auf den skandalösen Sonderstatus der "besonderen Therapierichtungen", und veruntreuen damit, in meinen Augen, Versichertengelder in Millionenhöhe. Ich zitiere Auszüge der Internetseite der AOK (3), die den Zynismus zu Ungunsten der Patienten verdeutlicht:

"AOK
Alternative Therapien A-Z
Was bezahlt die AOK?

Eigenharntherapie
Die Eigenharntherapie ist keine anerkannte Methode und gehört zur vorwissenschaftlichen Kultmedizin. Damit erfüllen die verschiedenen Formen der Therapie nicht die hohen Qualitätsanforderungen, die die AOK - Ihre Gesundheitskasse an eine Behandlung stellt. Bisher ist es den Anhängern des Verfahrens nicht gelungen, die Wirksamkeit zweifelsfrei nachzuweisen. Es gibt auch keine wissenschaftlich haltbare Erklärung für das postulierte weite Anwendungsspektrum. Daher kann die AOK die Kosten für eine solche Behandlung nicht übernehmen. Hier gilt der Grundsatz, die Versichertengemeinschaft nicht mit den Ausgaben für ein Verfahren zu belasten, dass keine medizinische Wirksamkeit hat und dessen Risiko nicht kalkulierbar ist.

Reiki
Reiki ist keine medizinische Therapiemethode, sondern gehört in den Kreis der esoterischen Heilslehren. Die AOK - Ihre Gesundheitskasse verfährt daher nach dem Grundsatz, die Versichertengemeinschaft nicht mit den Kosten für ein Verfahren zu belasten, dessen medizinische Wirksamkeit nicht nachgewiesen ist.

Homöopathie
Die Homöopathie wird vom Gesetzgeber zu den "besonderen Therapierichtungen" gezählt. Das bedeutet, dass die AOK die Kosten für ein homöopathisches Arzneimittel übernehmen kann, auch wenn dieses nicht den sonst üblichen statistischen Nachweis einer Wirksamkeit erbracht hat. Voraussetzung ist aber, dass das Mittel von einem Vertragsarzt verordnet wird. Wie bei allen anderen Arzneimitteln auch sind lediglich die gesetzlich vorgesehenen Ausnahmeregelungen und die Zuzahlungen zu berücksichtigen.

Anthroposophische Medizin
... Studien zur Wirksamkeit ihrer Medikamente werden von anthroposophisch orientierten Medizinern in der Regel abgelehnt, da die Arzneimittel nur ganz individuell für den jeweiligen Patienten ausgewählt würden. ... Da die Anthroposophie zu den so genannten "besonderen Therapierichtungen" zählt, können die Kosten für die Heilmittel von den Krankenkassen übernommen werden, obwohl sie den dafür sonst notwendigen Beweis einer Wirksamkeit nach naturwissenschaftlichen Kriterien bisher nicht erbracht haben. Voraussetzung ist allerdings, dass sie von einem Vertragsarzt verordnet werden."


Nochmal zur Verdeutlichung: die Eigenharntherapie, das bezieht sich auf Personen, die ihren Urin trinken bzw. die sich ihren Urin von einem "Heil"praktiker injizieren lassen, wird zu Recht als vorwissenschaftlicher Kult ohne jeglichen Wirksamkeitsnachweis bezeichnet, mit dem die Versichertengemeinschaft somit nicht belastet werden darf. Gleiches gilt für Reiki, esoterisches Handauflegen. Die "Homöopathie" und die "anthroposophische" "Medizin", beides ebenfalls primitivster, vorwissenschaftlicher Kult ohne jeglichen Wirksamkeitsnachweis, werden dagegen mit Verweis auf die gesetzliche Sonderstellung der "besonderen Therapierichtungen" der Versichertengemeinschaft angelastet. Ein kaum zu überbietender Zynismus.

"Anthroposophische" Mittel und Methoden basieren sämtlich auf den vollkommen irrsinnigen Vorgaben eines gewissen Rudolf Steiner, der vor 100 Jahren eine expansive Kult- oder Sektenbewegung ausgelöst hat, die sich auf seine Person als eine Art Guru beruft. Unter dem Deckmantel der "besonderen Therapierichtungen" subventioniert das Bundesministerium für Gesundheit einen menschenverachtenden Sektenkult, der auch in anderen Bereichen unsere Gesellschaft bereits massiv unterwandert hat. Als Beispiele seien hier die anthroposophischen Waldolfschulen und Kindergärten genannt, reine Sekteneinrichtungen, geeignet, bereits Kindern und Jugendlichen eine ideologische Gehirnwäsche im Sinne der Anthroposophie zu verabreichen (4), sowie der "biologisch-dynamische" Landbau (5). Gefährlicher und irrationaler Sektenkult, der von der Bundesregierung mit Steuergeldern in mehrstelliger Millionenhöhe subventioniert wird.

Besonders augenfällig ist der Irrsinn der anthroposophischen Sektenlehre sowie ihr Unterwanderungsgrad in der Gesellschaft bis hin zur Legislative im Bereich des Gesundheitswesens. Der Vertreter der anthroposophischen "Medizin", der die Gesetzestexte der Bundesregierung mit ausarbeitet und dem zusammen mit zwei weiteren Vertretern der "besonderen Therapierichtungen" eine Sperrminorität zufällt, ein Herr Matthes, ist Leiter des anthroposophischen "Krankenhauses" in Berlin Havelhöhe. Die irrsinnigen, okkulten Methoden, mit denen Herr Matthes und andere Personen (ich vermeide die Bezeichnung "Ärzte") in dieser Einrichtung schwerkranke Patienten mißhandeln, sind in dem hauseigenen anthroposophischen Blatt "Der Merkurstab" nachzulesen:

Zitat Harald Matthes (6):

"Auf der Grundlage der anthroposophischen Menschenkunde wird die Hypothese entwickelt, wie die chronische Hepatitis-C-Erkrankung Ausdruck einer gestörten substanziellen Individuationsstörung ist. Die Verwandlung des ererbten Leibes durch das Individuum wird attackiert. Damit stellt die Hepatitis-C-Erkrankung auf der Stoffwechselseite des Menschen das Pendant zur HIV-Erkrankung dar, welche die Inkarnation der seelisch-geistigen Seite des Menschen zu verhindern versucht.

Aspekte zur Therapie der Hepatitis C
...
Zusammenfassend ergibt sich als prämorbide Wesensgliederdisposition bei der Hepatitis C eine zu gering in den Stoffwechsel und verwandelnd in den Substanzstrom eingreifende Ich-Organisation. Diese ist zunächst als Willensschwäche und, gespiegelt an der Substanz, als ein vermindertes Selbstbewußtsein erkennbar. Rudolf Steiner führt dies so aus: ". . . Die Crux ist, daß die Leber nicht bloß ein Organ ist beim Menschen, das die heutige Physiologie beschreibt, sie ist im eminentesten Sinne dasjenige Organ, das dem Menschen Courage gibt, eine ausgedachte Tat in eine wirklich ausgeführte umzusetzen. . . . Die Leber vermittelt immer das Umsetzen der vorgenommenen Ideen in die durch die Gliedmaßen durchgeführten Handlungen. So ist jedes Organ dazu da, irgend etwas zu vermitteln." Dieses verminderte Eingreifen der Ich-Organisation in den Stoffwechsel-Gliedmaßen-Menschen führt auf der Ebene des Astralleibes zu vermehrter Eigentätigkeit ohne innere Ich-Führung. Symptomatisch zeigt sich dies durch eine Getriebenheit des Astralleibes, "Irrlichtelieren", Ambivalenzkonflikte bis hin zu Identitätsproblematiken und Verstimmtheiten (häufig Depressionen)."


Zitatende.

Einem Naturwissenschaftler bleibt nur die Möglichkeit, dies als lebensgefährlichen Unfug von Sektierern einzuordnen. Es ist ein Skandal, daß Personen auf Grundlage dieses offenkundigen Irrsinns Patienten mißhandeln dürfen und es ist ein noch viel weitreichenderer Skandal, daß diese Personen unter dem Deckmantel der "besonderen Therapierichtungen" die Gesetzestexte der Bundesregierung erstellen. An Warnungen und Forderungen von Seiten der seriösen Wissenschaft und Medizin fehlt es nicht, unter (7) sind verschiedene Referenzen genannt. Ich fordere daher nochmals, die gesetzliche Sonderstellung der "besonderen Therapierichtungen", die seit 1976 im deutschen Arzneimittelgesetz verankert ist, ersatzlos zu streichen, da dies eine eklatante Gefährdung des Gesundheitssystems durch sektoide Organisationen, Scharlatane und Betrüger darstellt.


Referenzen:

1) Das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung- ein Kurzporträt
http://www.bmgs.bund.de/deu/gra/ministerium/aufgaben/index.cfm

2) Einige neuere wissenschaftliche Studien. Ergebnis: völlige Wirkungslosigkeit der "Homöopathie":

Ultramolecular homeopathy has no observable clinical effects. A randomized, double-blind, placebo-controlled proving trial of Belladonna 30C.
PubMed-Link

No effect of a homeopathic preparation on neonatal calf diarrhoea in a randomised double-blind, placebo-controlled clinical trial.
PubMed-Link

A randomized, double-blind, placebo-controlled study of classical homeopathy in generalized anxiety disorder.
PubMed-Link

Individualised homeopathy as an adjunct in the treatment of childhood asthma: a randomised placebo controlled trial.
PubMed-Link

3) Was bezahlt die AOK? Alternative Therapien A-Z
http://www.aok.de/bund/tools/alternativ/alternativ/
Dazu: Krankenkassen, die Versichertengelder veruntreuen
http://www.kidmed.de/forum/showtopic.php?threadid=4083

4) PLANS People for Legal and Non-Sectarian Schools
http://www.waldorfcritics.org
Siehe u.a. den Artikel: Spotlight on Anthroposophy
http://www.waldorfcritics.org/active/articles/lombard_sharon_csr0202j.htm

5) FAZ, 13.03.2002, BLUT UND BOHNEN
Der Paradigmenwechsel im Künast-Ministerium ersetzt Wissenschaft durch Okkultismus
Von Dr. Peter Treue
http://www.nitrogen.de/bub/faz.htm

6) Über Anthroposophie, Homöopathie und andere Sekten
http://www.kidmed.de/forum/showtopic.php?threadid=3733
Text 135, Seite 6 und Referenzen darin, u.a.:
http://www.merkurstab.de/files/matth.h_hep.pdf

7) Zusammenstellung von Artikeln seriöser Wissenschaftler zum Thema:

Am Ende des Weges: Magie als Kassenleistung?
Von Prof. Klaus-Dietrich Bock und Prof. Manfred Anlauf
http://www.konsequente-positivliste.de/anthropool.html

Anthroposophische Medizin
Noch immer leistet sich das Gesundheitswesen eine okkulte Heilkunst ohne Wirkungsnachweis
Von Sybille-Christin Jacob
http://www.miz-online.de/archiv/miz303.htm#jacob

Schamanenmedizin in der Positivliste
von Prof. Dr. Erland Erdmann
http://www.lichtblick99.de/dialog-leser.pdf
http://www.faz.net

Stellungnahme der AkdÄ und der BÄK zum Referentenentwurf der Positivliste.
http://www.akdae.de/49/AeltereAusgaben/975_2003_016.html
Vollständige Fassung:
http://www.akdae.de/20/55/91_2003_03_17.pdf

Resolution: Wissenschaftlich fundierte Medizin sichern
Von Prof. Dr. Hans Reinauer als Präsident der AWMF, 1997
http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/mb/mitt9704.htm

Ich würde mich freuen, wenn Sie zu einer erneuten Stellungnahme und Diskussion bereit wären.
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« Antworten #3 am: September 29, 2004, 08:32:28 »

Ähnliches schreibt auch das Infoblättchen der IKK:

Unter der szenentypischen Aufmachung "Kraft von innen" steht folgendes zu Akupunktur: "Quälender Kopfschmerz, totale Erschöpfung, Nacken- und Rückenschmerzen. Nur wenige Patienten finden gegen diese 'Volksleiden' in der Schulmedizin langfristig Hilfe. Deshalb setzen immer mehr Patienten inzwischen auf die Akupunktur. Die sanften Nadelstiche bringen gestörte Energien wieder in den gewohnten Fluss – und helfen so 'ganzheitlich' gegen zahlreiche Krankheiten. […] Wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass die Todesursache Nummer 3 in Deutschland die (langfristigen) Arzneimittel-Nebenwirkungen sind – ist das ein großes gesellschaftliches Problem. Eine Alternative: Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit zahlreichen sanften und 'ganzheitlichen' Methoden, um viele Leiden zu bekämpfen.

Zur Chinesischen Medizin gehören neben der Akupunktur beispielsweise die Kräutermedizin, die Ernährungslehre, die Massage und das medizinische Qi Gong (Entspannungstechniken zur Regulierung des Qi-Flusses).

Bei der Akupunktur, einer der wichtigsten Bestandteile der Chinesischen Medizin, geht es dabei nicht nur um die vordergründige Beseitigung der Schmerzsymptome, sondern vor allem darum, das harmonische Gleichgewicht des Körpers wiederherzustellen und damit die eigenen Selbstheilungskräfte zu fördern.

Man setzt die Nadeln dort an, wo der Qi-Fluss, Angelpunkt der chinesischen Heillehre, auf seinen Meridianen (Haupt-Energiebahnen) und Nebenbahnen gestört ist."

Das schreibt eine Zeitschrift, die sich als medizinisch versteht.

"Warum die kleinen Stiche überhaupt wirken, muss man sich so vorstellen: Auch die Funktionen der inneren Organe beruhen auf dem stetigen, harmonischen Fluss Lebensenergie. Die Meridiane durchziehen den Körper und versorgen ihn mit der lebensnotwendigen Energie. Ist man gesund, fließt die Energie ungestört. Sind die Energiebahnen gestört, ist man krank."

Und so weiter, und so fort.

"Bleiben wir bei dem Kopfschmerz: Die Chinesische Medizin sieht seine Ursache meistens in einer Disharmonie der Leber oder der Niere. Der Leber kommt in der chinesischen Vorstellungswelt die Aufgabe zu, die Lunge beim Verteilen und Absenken der Energie (Yang Qi) wie eine Pumpe zu unterstützen. Stagnationen des Leber-Qi-Flusses führen zu einer Hitze-Entwicklung. […] Die […] entstandene Leberhitze schlägt wie ein Feuer kopfwärts über die Leber-Leitbahnen. […] Diese Hitze stellt sich als Kopf- und Augenschmerz dar (Migräne). Deshalb werden bei Kopfschmerz oftmals auch die Akupunkturpunkte des Lebermeridians akupunktiert."

Versucht die IKK im Ernst ihren Beitragszahlern solch einen anatomischen Unfug zu verkaufen?

"Ihre IKK Niedersachsen macht sich stark für die Weiterentwicklung alternativer Heilmethoden."
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« Antworten #4 am: Oktober 05, 2004, 07:19:49 »

Sers

Zitat: "Versucht die IKK im Ernst ihren Beitragszahlern solch einen anatomischen Unfug zu verkaufen?"

Naja wems nicht passt, wechselt halt die Krankenkasse.

Mehr sag ich da nicht dazu, sonst gehts wieder los.... Schweigend Verlegen Traurig
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« Antworten #5 am: Februar 08, 2006, 08:42:06 »

Als Alternative zur Akupunktur käme auch eine Wallfahrt in Betracht, z.B. nach Lourdes.

Das hilft (vergleiche Akupunktur: http://www.daegfa.de/Patientenportal/Themen_von_A-Z.aspx ) ebenfalls bei Migräne, Nikotin- und Ess-Sucht, Abwehrschwäche, Gelenkschmerzen, Allergien, Asthma, Depressionen, Lähmungen, chronischer Müdigkeit, Übergewicht, Heuschnupfen, Rückenschmerzen, Zähneknirschen, Klimakterium-Beschwerden, Verstopfung, Erkältungen, Menstruationsstörungen, Gürtelrose und Tinnitus (was ja im Grunde alles fast das selbe ist).

Es ist zwar (noch) nicht wissenschaftlich erklärbar wie es funktioniert, aber Millionen Menschen hat es geholfen. Und so viele Leute können wohl kaum alle irren. Mosi war auch dort. Man sollte ohnehin nicht immer nur versuchen, alles wissenschaftlich untermauern zu wollen, die Resultate sprechen schließlich für sich. Einfach mal über den Tellerrand hinausschauen, es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als wir mit unserer Wissenschaft erklären können. Und überhaupt, was heute richtig ist, kann morgen falsch sein, die Erde ist auch keine Scheibe mehr. Und selbst wenn es nur ein Placebo-Effekt sein sollte, ist doch unwichtig, wer heilt, hat Recht, und Glaube versetzt ja bekanntlich Berge. Der Patient, der geheilt wird, ist Beweis genug. Warum sollten Leute, die sonst schon alles versucht haben, also austherapiert sind, nicht einen Versuch wagen. Jeder muß eben für sich selbst herausfinden, ob es ihm was bringt. Und schaden kann es ja nicht. Wichtig ist, den Menschen ganzheitlich zu betrachten, Körper, Geist und Seele.

Möglich und in Deutschland sogar wahrscheinlich, daß die Kosten von den Krankenkassen, also der Solidargemeinschaft übernommen werden, zumindest im Rahmen von zeitlich auf erstmal zehn Jahre begrenzten Modellprojekten, bei weiterem Forschungsbedarf länger. Zu erbringen wären Placebo-kontrollierte, randomisierte Doppelblindstudien, d.h. Besuche eines echten Wallfahrtsortes, eines Scheinwallfahrtsortes bzw. gar keine Wallfahrt. Medikamente dürfen weiter eingenommen werden. Äußern sich die echten und die scheinbaren Wallfahrer gleichermaßen zufriedener als die Daheimgebliebenen, d.h. ist es egal wohin man fährt, ist der Nachweis für die Wirksamkeit einer Wallfahrt erbracht und die Kosten werden in Zukunft von den Krankenkassen übernommen. Bei unklaren oder nur minimalen Effekten werden weitere, deutlich umfangreichere Studien in Folgemodellprojekten benötigt.

Es empfiehlt sich, bezüglich der Auswahl und Durchführung einer Wallfahrt stets einen "Arzt" zu konsultieren (nicht nur einen Heilpraktiker: siehe Schmalspurausbildung, betreibt nur absurde Pseudomedizin ohne Wirksamkeitsnachweis). Am besten einen mit seriösen Zusatzqualifikationen, etwa Lourdes-C-Diplom, d.h. mehrjährige, zertifizierte Fortbildung, nicht ganz billig (zeigen lassen!). Oder einen "Arzt" für Naturheilverfahren:
http://www.welt.de/daten/1998/12/02/1202vm82414.htx

Einen Versuch ist es allemal wert und die Kosten sind zudem erheblich geringer als bei Akupunktur:
http://srv.forum.focus.msn.de/fol/viewtopic.php?t=4444

Quelle (FOCUS Medizinforum):
http://srv.forum.focus.msn.de/fol/viewtopic.php?t=7206
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« Antworten #6 am: Februar 09, 2006, 11:02:18 »

Finden diese Pseudostudien zur Akupunktur oder anderen "komplementärmedizinischen Verfahren" Einzug in wissenschaftliche Peer-Review-Magazine oder werden die Ergebnisse bloß in lokalen KK-Infoblättchen, bei Focus, in Frauenzeitschriften - kurz: Laienpresse - veröffentlicht?
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