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Autor Thema: Die Sprache von Demagogen  (Gelesen 7813 mal)
E.T.
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« am: Januar 23, 2006, 05:04:52 »

Wie Esoteriker und Alternativler sich der Sprache bedienen, um Anhänger zu gewinnen und Gegner zu diffamieren: http://www.transgallaxys.com/~romium
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E.T.
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« Antworten #1 am: Januar 23, 2006, 05:21:49 »

Noch ein Link: Rhetorik: Krieg in der Medizin
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joe
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« Antworten #2 am: April 21, 2006, 12:54:43 »

1. Guter Link ... danke!

2. Menschen suchen Rat und Hilfe, wollen "Wahrheiten", suchen kognitive Gewißheit.
Wissenschaft bietet - so ist es seit Karl Popper klar - Hypothesen. Und hier gibt es nie entgültige Antworten.

Der Trick, auch jener der "Kreationisten" ist, daß sie nie ihre Grundannahme hinterfragen, diese auch gerne nur implizit formulieren.

Die typische Masche der Esogelehrten, ist in diesem Text (link) hervorragend dargestellt.

Jeder, der sich in Psychologie und Gruppendynamik auskennt, weiß um die Mechanismen, wie Menschen zu Übereinstimmung und dem guten Gefühl des "Wir-wissens" kommen.
Vielfach herrscht in den esiterischen Zirkeln eine unglaubliche Überheblichkeit und teils faschistoide Art von Ausgrenzung und Elitengefühl. Kritik wird, da sie ja eine narzistische Kränkung für den Insider darstellt aggressiv oder überheblich abgewehrt.

Soweit ein paar Worte dazu.
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E.T.
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« Antworten #3 am: April 21, 2006, 11:29:14 »

Stimmt genau! Wollte dazu noch hinzufügen, dass "Wahrheitsansprüche" und "unfehlbare Lehren" nur Religionen, Sekten und diktatorische Regimes stellen können. Die Wissenschaft erhebt keinen Anspruch auf absolute Wahrheit sondern führt empirische Beobachtungen durch und sammelt Daten, aus denen sie, gestützt auf bisherige Beobachtungen, deduktiv und induktiv Erkenntnisse ableitet, Hypothesen aufstellt und Theorien formuliert. Neue Beobachtungen stützen entweder die Theorie oder, falls die Daten mit der Theorie nicht übereinstimmen (und bei den Messergebnissen kein Fehler unterlaufen ist), wird die Theorie ungültig. -> Falsifikation. Anders ausgedrückt: Wenn du an der Richtigkeit der Theorie zweifelst, beweise dass sie falsch ist!

Das ist die Stärke der Wissenschaft, aber sie versagt leider aus denselben Gründen im Dialog mit der Öffentlichkeit.
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joe
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« Antworten #4 am: April 21, 2006, 12:31:50 »

Genau! Du beschreibst hier das Falsifikationskriterium.
Induktive Schlüsse und Allgemeinaussagen sind eben nicht wirklich beweisbar.

Da Dogmatiker, gleich welcher Herkunft, ihre Aussagen letztlich immer deduktiv von eine in den Raum gestellten Behauptung ableiten, kann das dann leicht wie eine Beweisführung aussehen.

Klar wird Wissenschaft auch von Menschen betrieben. Und wir wissen, daß zwischen wissenschaftlichem Ideal und Realität schon ein Unterschied klafft. Da geht es eben dann um Eitelkeiten, Karrieren etc.
Aber da ist eben nicht Wissenschaftstheorie, sondern Wissenschaftssoziologie und -psychologie.


Und hier kommen wir zum Problem Bildung. Damit meine ich die breite Allgemeinbildung, wozu eben auch das Wissen darüber gehört, was denn Wissenschaft eigentlich ist. Und wie es um die Fragen von Wahrheiten bestellt ist.

Daß Menschen nach "Wahrheit" suchen, ist sehr verständlich, da wir doch alle nach Sicherheit und (kognitiver) Geborgenheit streben. Nur ist dies ein psychologisches Phänomen und sagt etwas über uns und wenig über die Welt und den Kosmos aus (jetzt mal ganz verkürzt gesagt).

Mit einem  Lächelnd aus Wien.
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E.T.
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« Antworten #5 am: April 22, 2006, 03:04:12 »

Zitat
Und hier kommen wir zum Problem Bildung. Damit meine ich die breite Allgemeinbildung, wozu eben auch das Wissen darüber gehört, was denn Wissenschaft eigentlich ist.

Und das ist das eigentliche Problem. Die meisten wissen leider nicht, nach welchen Regeln die Wissenschaft funktioniert. Es herrscht eine Meinung in der Öffentlichkeit, der eine Forscher behauptet dies, der andere jenes. Das lässt ein Bild entstehen, dass es in der Wissenschaft kein Konsens herrscht. Dem ist aber überhaupt nicht so! Und so begeben sich die Leute auf die Suche nach ihren "Wahrheiten" und "Antworten", die sie in bestimmten Kreisen natürlich sehr schnell finden.

Die Wissenschaft kann aber keine objektiven Wahrheiten bieten, sondern nur Erkenntnisse und Theorien. Und das empfinden die meisten als unbefriedigend.
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Leon
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« Antworten #6 am: April 26, 2006, 08:05:19 »

Zitat
Und hier kommen wir zum Problem Bildung. Damit meine ich die breite Allgemeinbildung, wozu eben auch das Wissen darüber gehört, was denn Wissenschaft eigentlich ist.

Und das ist das eigentliche Problem. Die meisten wissen leider nicht, nach welchen Regeln die Wissenschaft funktioniert. Es herrscht eine Meinung in der Öffentlichkeit, der eine Forscher behauptet dies, der andere jenes. Das lässt ein Bild entstehen, dass es in der Wissenschaft kein Konsens herrscht. Dem ist aber überhaupt nicht so! Und so begeben sich die Leute auf die Suche nach ihren "Wahrheiten" und "Antworten", die sie in bestimmten Kreisen natürlich sehr schnell finden.

Die Wissenschaft kann aber keine objektiven Wahrheiten bieten, sondern nur Erkenntnisse und Theorien. Und das empfinden die meisten als unbefriedigend.

Die Menschen werden einmal vom zunehmenden Wissenschaftsbetrug verunsichert, wobei es hier eigentlich unerheblich ist ob die absolute Zahl zunimmt und mehr bekannt wird.

http://www.g-o.de/index.php?cmd=focus_detail&f_id=110&rang=1

Weiterhin wird der wissenschaftliche Diskurs, vom dem ja eigentlich die Wissenschaft leben sollte, in der allgemein zugänglichen Presse mit teilweise ehrverletzenden Formulierungen ausgetragen. Dieses Phänomen beobachtet man besonders bei den Klimatologen.
Dann spielt auch noch die Politik eine Rolle. Ich fand es z.B. in höchsten Maße unanständig wie man im letzten Bundestagswahlkampf einen Fachmann für Steuerrecht, den Prof. Kirchhof, demontierte. All das verunsichert die Menschen.
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Tom888
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« Antworten #7 am: April 11, 2007, 05:10:30 »

Wunderschöne Beispiele für "skeptische Demagogie" finden sich übrigens hier:

GWUP: Zwischen Wissenschaft und Demagogie
http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=59

GWUP: Zweifel an der Seriosität der Skeptiker
http://openpr.de/news/120397/GWUP-Zweifel-an-der-Seriositaet-der-Skeptiker.html

GWUP & Homöopathie: Kritik an Pressearbeit der Skeptiker
http://openpr.de/news/127256/GWUP-Homoeopathie-Kritik-an-Pressearbeit-der-Skeptiker.html

Die GWUP und Homöopathie: Zwischen Wissenschaft und Agitation
http://www.psychophysik.com/html/ak03-gwup03.html

Und für die Soziologen zur Erlärung:

Edgar Wunder: Das Skeptiker-Syndrom
http://www.psychophysik.com/html/re-061-skeptizismus.html


Viel Spaß bei der Lektüre...  Zwinkernd

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