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Autor Thema: Skeptiker 4-05: Kreationismus, Prä-Astronautik und Dan Browns Illuminaten...  (Gelesen 6298 mal)
E.T.
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« am: März 09, 2006, 01:53:15 »

Kreationisten gehen davon aus, dass die Lebewesen nicht durch Evolutionsprozesse, sondern durch einen göttlichen Schöpfungsakt entstanden sind. Direkte Evolutionsbelege, etwa bei der Züchtung von Haustierrassen, versuchen sie durch das so genannte Grundtypmodell zu erklären. Demnach hat der Schöpfer eine Reihe von Stammarten erschaffen, in denen bereits das Potenzial zur gesamten heutigen Formenvielfalt angelegt war. Aber wissenschaftlich kann das Modell nicht überzeugen. Das zeigt Martin Neukamm, der sich im Verband deutscher Biologen mit Fragen der Evolutionsbiologie beschäftigt. » mehr (GWUP)
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goerke
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« Antworten #1 am: Juli 19, 2006, 09:56:06 »

Religiöser Fanatismus und seine Auswirkung
Besonders in den USA resultiert religiöser Fanatismus in Absurditäten wie 1925 der „Affenprozess“  gegen den Lehrer Scopes, der trotz Verbot Darwins Evolutionslehre unterrichtet und verurteilt wird. In total rückständigen Kansas verliert der Lehrer Stan Roth seinen Job, er weigert sich die unwissenschaftliche Genesis in Biologie zu unterrichten. Deswegen macht die Schülerin Anna Harvey Front gegen den Pädagogen, der nach 40 Jahren Schuldienst gefeuert wird. In den USA wird 1963 mit dem Fall Murray vers. Curlett das Beten und Lesen aus der Bibel an den Schulen verboten, 1986 erfolgt die Trennung von Kirche und Staat mit dem Verbot Religion zu unterrichten. Daraufhin betreiben die Kreationisten ID unter dem Deckmantel einer Wissenschaft ohne Reizworte. Ziel ist es den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung zu unterlaufen und wieder Religion zu unterrichten.

Kaliforniens Schulbehörde wird um 1990 zu 225,000 US$ Strafe verurteilt, weil sie dem ICR die Wissenschaftlichkeit abspricht. 1995 werden Schulbücher in Alabama mit Aufklebern versehen, nach denen die Evolution "eine umstrittene Theorie ist, die nicht als Tatsache angesehen werden darf". Der Georgia Education Board streicht 2004 Inhalte wie Evolution, Referenzen zum Erdalter, natürliche Auslese und Big-Bang aus dem Unterrichtsmaterial. In Arkansas dürfen Lehrer Worte „Evolution“ und „natürliche Auslese“ nicht im Unterricht verwenden und Altersangaben dürfen nicht in Zahlen gemacht werden. In Kansas werden 1999 Begriffe wie Makroevolution und Big-Bang gestrichen und dürfen nicht mehr in Leistungsprüfungen abgefragt werden. Einige Schulbehörden weigern sich den neuen gesetzlichen Bildungsstandards aus dem Jahr 2005 zu Folgen, nach dem „übernatürliche Erscheinungen“ eine „annehmbare wissenschaftliche Erklärung“ darstellen. In Maryland verbannt das Education Board alle Literatur, die positive zur Evolution steht. In Missouri müssen nach Gesetz 911 Evolution und ID gleichwertig unterrichtet und Lehrer gefeuert werden, die sich nicht daran halten. In Ohio verfügt das School Board 2004 Unterricht in ID zu Lasten des falschen Evolutionsunterrichts zu fördern. Im Dover County wird 2005 Biologie mit dem Hinweis verabreicht, die Evolutionslehre ist nur eine mit "Lücken und Problemen behaftete Theorie“ und das kreationistische Biologiebuch „Of Pandas and People“ im Unterricht verwendet. 

2005 ändert die Schulbehörde von Georgia im letzten Moment einen Beschluss, wonach der Begriff Evolution und Fakten wie Erdalter und Plattentektonik aus dem Unterricht gestrichen werden. Ein Bundesrichter in Atlanta verbietet die Warnaufkleber auf Biologiebüchern als verfassungswidrig. Dem Dover Area School District wird im Kitzmiller Fall der Unterricht von ID gerichtlich als Verstoß gegen die US-Verfassung untersagt. Das Ohio Board of Education setzt das Urteil um nachdem 8 Befürworter des Gesetzes gegen falschen Evolutionsunterrichts aus dem Board entfernt wurden. Professor M.J. Behe (Discovery Institute) als Kronzeuge der Schulbehörde wird als Lügner unter Eid manifestiert. Für ihn ist auch Astrologie eine Wissenschaft und die Kriterien einer Wissenschaft müssen, um plausibel zu sein, auf den Glauben an einen Schöpfer erweitert werden. Das Gericht befindet CR und ID nutzen nur eine wissenschaftlich klingende Sprache ohne eine Wissenschaft zu sein.

Etwa 55% aller Amerikaner glauben an die biblische Schöpfung und nur 35% halten die Evolution für wissenschaftlich fundiert. Frauen, Republikaner und Ungebildete sind  wesentlich bigotter als Männer, Demokraten und Gebildete. Bigotte Studenten ausgestattet mit Schmalspurwissen und Aberglauben haben enorme Probleme an den Eliteuniversitäten wie Harvard, Stanford und Princeton, in ihrer religiös orientierten Ausbildung kommen wesentliche Wissenselemente gar nicht vor. Das Leugnen von Fakten und Erkenntnissen ist fatal für Karriere und Beruf und kann nicht durch schlichte Einfalt kompensiert werden. Akademische Grade von Wert gibt es nicht mit dem Wissen, Millionen Sedimentschichten, Milliarden Versteinerungen,  Fossilien sowie Erdgas, Erdöl und Kohle bis 5000 Meter unter der Erde entstanden in 10 Sintflutmonaten durch Hydraulik. Da die Kreationisten genau das behaupten, bleiben ihnen nur ungebildete gläubige Einfaltspinsel.

US-Kongressmitglied und ex Fraktionsvorsitzender Tom DeLay behauptet Darwins Lehre sei schuld am Drogenproblem, der Kriminalität, an Millionen Toten der Weltkriege, den Schiessereien in den Schulen und dergleichen Übel mehr (www.lwbc.co.uk/Genesis/results%20of%20believing%20evolution.htm). Dagegen steht Kreationismus für „gute Regierung“ wie bei R. Nixon, „echtes Familienleben“ und „wahre Wissenschaft“. Ob die gerichtsnotorische Geldwäscherei des Tom Delay auch dazu gehört, bleibt offen. John Morris vom ICR gibt in einem Pamphlet der Evolutionstheorie sogar die Schuld am Rassenhass sowie der US-Rassentrennung und verschweigt bewusst, dass die Auswanderer Amerikas lange vor Darwins Reise auf der Beagle getreu nach der Bibel eifrige Sklavenhändler waren.

Bekanntester Vertreter schlichter Einfalt bei reduziertem IQ ist Präsident Georg W. Bush jun. Im August 2005 fordert er an allen Schulen ID gleichwertig mit der Evolutionslehre zu unterrichten, nach richterlichem Urteil ein Verstoß gegen die US-Verfassung. Die geforderte Schaffung eines Touristenführers zum Grand Canyon und dessen Entstehung durch die Sintflut ist legal ohne rechtliche Folgen, aber eine Lachnummer. Die 24 jährige Hilfskraft der Bush-Wahlkampagne G. Deutsch wird vom Präsidenten zum NASA-Sprecher gemacht. Als er fordert alle Texte mit Big Bang durch das Wort Theorie zu ergänzen, muss er zurücktreten, zumal sein akademischer Grad gefälscht ist. Ein Vorgänger von Bush, der Hauptschüler (B-Grade) Ronald Reagan suchte vor politischen Entscheidungen einen Wahrsager auf. Mit 135 Millionen US$ wurde eine Warnschrift für US-Schulen produziert, nach der Mädchen schwanger werden wenn sie Jungen in den Schritt fassen, AIDS wird durch Berührung übertragen und Kondome führen zu 30% zur Schwangerschaft.

Der Soziologe Gregory Paul hat im „Journal of Religion and Society“ eine vergleichende Studie über die gesellschaftlichen Auswirkungen der Bigotterie veröffentlicht. Dazu nutzte er Umfragen und Statistiken über die Häufigkeit von Mord, Abtreibung, Selbstmord, Schwangerschaft bei Minderjährigen usw. Das Material beschränkt sich weitgehend auf Industrieländer mit etwa 800 Millionen Menschen, da nur hier ausreichende Erhebungen vorliegen. Allgemein korrelieren höhere Werte für den Glauben an einen Schöpfer und dessen religiöse Verehrung mit höheren Raten bei Mord, Sterblichkeit bei jungen Menschen, Infektionen mit sex-spezifischen Krankheiten, Schwangerschaften bei Minderjährigen, Abtreibung und freie Partnerschaften in den wohlhabenden Demokratien. Die USA als reichste Theistische Demokratie ist auf spektakuläre Weise die dysfunktionalste Demokratie und schneidet fast immer schlecht ab. Die zunehmende Diskrepanz zwischen irreal übersteigerten religiösen Diktat einerseits und real möglicher Existenz in einer wissensorientierten Leistungsgesellschaft andererseits führt zur Ausgrenzung, Psychosen, sozialen Spannungen und erhöhter Kriminalität. Die USA hat je 100.000 Einwohner 800% der Gefängnisinsassen im Vergleich zur EU, nirgendwo sonst erhalten Farbige 40 Jahre Haft für den Diebstahl eines Fernsehers.   

Weniger bigotte Gesellschaften wie Frankreich, Japan und die skandinavischen Länder haben die besten Werte. Dieselben Unterschiede lassen sich auch innerhalb der USA finden. So sind die sozialen Probleme in den Südstaaten und den Staaten im Mittleren Westen im extrem religiösen Bibel Belt höher als in den nordöstlichen Staaten, die den europäischen Kulturen strukturell ähnlich sind. Es ist falsch zu behaupten, dass eine atheistische Gesellschaft soziale Missstände mit sich bringe oder gar zum Untergang verurteilt ist. Die USA als westliche Gesellschaft mit dem höchsten Reichtum pro Kopf schafft es am allerwenigsten den Reichtum in ein "kulturelles und körperliches Wohlergehen" der Gesamtgesellschaft umzusetzen.

Aus der Barna Study von 2003 mit 601 Pastoren der Baptisten und Methodisten geht hervor, nur die Hälfte von ihnen hat eine biblische Weltsicht. Gleichzeitig gibt es eine signifikante Korrelation zwischen mangelnder Bildung und Religiosität. Nach einer Gallup Umfrage von 1991 sind nur 5% der US-Ingenieure Kreationisten, der „Science and Engineering Indicators 2002“ der „National Science Foundation“ belegt wesentliche Teile der US-Bevölkerung sind unfähig zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft zu unterscheiden. Obwohl diese Leute vorgeben sich für Wissenschaft und Technik zu interessieren, leitet sich daraus keine vertiefte Kenntnis ab. Nur 54% der Befragten wussten, dass die Erde 1 Jahr benötigt die Sonne zu umkreisen. Nach einer Gallup Umfrage von 2004 glauben 45% aller Amerikaner Gott hat die Menschen in den letzten 10.000 Jahre zusammen mit den Dinosauriern erschaffen. Die Herausgeber der 1563 US-Tageszeitungen sind zu 49 % überzeugt Menschen und Dinosaurier lebten zusammen auf der Erde.

Nur 1/3 der US-Bevölkerung ist geistig fähig einfache wissenschaftliche Analysen zu begreifen, seit 1979 hat sich gemäß dem „National Science Board“ die Anzahl der wissenschaftlichen Analphabeten unter Amerikanern verdoppelt. Viele sind unfähig die Anweisungen der Ärzte zur gesunden Ernährung zu verstehen und über 40% haben Übergewicht. Zu dieser schlichten Einfalt passt, dass 7% der Amerikaner totale Analphabeten sind mit 48% als Spitzenwert für die Stadt Detroit, weitere 8% können gerade noch den eigenen Namen schreiben. Das US Bildungssystem ermöglicht zwar Kindern reicher Eltern eine Spitzenausbildung an privaten Universitäten, die breite Masse wird in erbärmlicher Weise abgefertigt allen voran Kansas. Die US-Schulbücher sind von miserabler Qualität, die Inhalte werden von einer mächtigen Schulbürokratie kontrolliert, die von religiösen Eiferern beherrscht wird. (http://www.textbookreviews.org/).
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