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| | |-+  Interview mit Prof.Günter Ewald
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Autor Thema: Interview mit Prof.Günter Ewald  (Gelesen 7975 mal)
malchik1312
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« am: März 27, 2007, 04:44:59 »

Hab beim Googlen dieses Interview gefunden...wie glaubwürdig ist der Mann bzw. sind seine Aussagen überhaupt wissenschaftlich korrekt??

Das Interview findet ihr hier...;-)

 http://www.psychophysik.com/html/re053-ewald.html
« Letzte Änderung: März 30, 2007, 11:46:58 von malchik1312 » Gespeichert
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« Antworten #1 am: März 28, 2007, 09:37:46 »

Ich halte die Ansichten von Herrn Ewald für unwissenschaftlichen Humbug. Er sagte ja selbst, dass er in einem engen Verhältnis zum Glauben aufwuchs. Jedenfalls, so wie er mit Begriffen wie "unsterbliche Seele", "Geist", "Nahtoderfahrung" um sich wirft, macht das seine Thesen nicht unbedingt glaubwürdig. Außerdem bin ich sicher, dass sich seine Bücher zu dem Thema gut verkaufen.
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Tom888
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« Antworten #2 am: April 05, 2007, 08:39:51 »

Ich dachte, dieses Forum steht unter dem Motto "Wissenschaft".

Um die Glaubwürdigkeit einer Person oder einer Hypothese bewerten zu können, benötigt es im wissenschaftlichen Sinne mindestens:

- eine systematische Auseinandersetzung mit seinen Aussagen
- im Idealfall einen persönlichen Kontakt, einen intensiven Dialog
- eine gewisse Kompetenz zum Thema (hier geht es z. B. um die auch vom Mainstream der Wissenschaft bis heute unbeantwortete Frage: "Was ist Bewusstsein?")

Die Spekulation, Ewald sei unglaubwürdig, weil er in einem engen Verhältnis zum Glauben aufwuchs und er mit Begriffen wie "unsterbliche Seele", "Geist", "Nahtoderfahrung" um sich wirft, empfinde ich als bauernschlaues und pseudowissenschaftliches Dumm-Gequatsche.

Würde Albert Einstein die Relativitätstheorie im Jahre 2008 entdecken und schon jetzt irgendwo im Internet darauf hinweisen, dass ZEIT hoch oben auf dem Mount Everest in einem anderen Tempo vergeht als auf der Insel Sylt, so würde der Dialog in diesem Forum vermutlich lauten:

FRAGE:
Hab beim Googlen dieses Interview von einem gewissen Albert Einstein gefunden...wie glaubwürdig ist der Mann bzw. sind seine Aussagen überhaupt wissenschaftlich korrekt??

ANTWORT:
Ich halte die Ansichten von Herrn Einstein für unwissenschaftlichen Humbug. Dass Zeit an jedem Ort der Erde gleich schnell vergeht, das lässt sich doch ganz einfach überprüfen. Ich bin mir jedoch sicher, dass sich seine schrillen Thesen in der Esoterik-Szene gut verkaufen lassen.

Ob die Aussagen von Herrn Ewald wahr oder falsch sind, sei einmal dahin gestellt. Als sicher kann jedoch gelten, dass Aussagen zu einer Person oder zu Hypothesen zunächst eine systematische und intensive Auseinandersetzung benötigen. Es fängt ja schon damit an, ob Leser Aussagen oder Begriffe von Herrn Ewald SO INTERPRETIEREN, wie Herr Ewald diese Aussagen und Begriffe GEMEINT hat.

Und wenn ich mir die Vita von Herrn Ewald ansehe (u.a. ehemaliger Rektor der Universität Bochum, wissenschaftlicher Beirat in der Gesellschaft für Anomalistik, Mitbegründer des (heute nicht mehr existierenden) Sonderforschungsbereichs “Biologische Nachrichtenaufnahme und -verarbeitung” der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), so hat er meiner Meinung nach eine Auseinandersetzung auf etwas höherem intellektuellen Niveau verdient.

Das klingt ja schon fast wie GWUP-Pseudowissenschaft:
http://www.psychophysik.com/html/ak03-gwup.html

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MurphysLaw
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« Antworten #3 am: April 13, 2007, 05:12:26 »

@ E.T.

Muss Tom hier zustimmen. Seine Ansichten scheinen mir ganz im Gegenteil durchdacht und offen.
Ich finde sogar, dass Ewald nicht weit genug ging, was wiederum von seiner gläubigen Erziehung stammen könnte, nämlich indem er die Möglichkeit eines "Bewusstseins" sogar schon bei Einzellern und Atomen verneinte.
Dabei wäre doch zu erwarten, dass auch diese bereits über rudimentäres Bewusstsein - oder zumindest über die Anlagen zu einem - verfügen!

Das soll natürlich noch lange nicht heißen, dass sich ein Atom tatsächlich "seiner selbst bewusst" ist. Vielleicht verhält es sich ja ähnlich wie mit der sogenannten "Schwarmintelligenz". Der Tatsache, dass z.B. einzelne Ameisen nicht zu großartig intelligenten Taten in der Lage sind, dass aber der Schwarm als ganzes erstaunliches zustande bringt, wie beispielsweise IMMER den kürzesten Weg zwischen Bau und Futterquelle zu finden.
Interessant auch, dass sich offensichtlich bestimmte Ameisenarten ausschließlich über  tektonischen Brüchen ansiedeln. Da geht wohl keiner davon aus, dass eine einzelne Ameise einen Extrasinn hat, mit dem sie kilometertiefe tektonische Verwerfungen aufspürt.

Die "echte" Wissenschaft hat doch ganz im Ernst nicht die Bohne einer Ahnung, worum es sich bei "Bewusstsein", "Seele" und dergleichen handelt.

Hypothesen zu verwerfen, nur weil sie nicht auf der M-Theorie beruhen erscheinen mir da eher wie überhebliches Gehabe eines zwanghaften Atheisten!  Grinsend
(Nix für ungut, alter ungläubiger...)  Zunge
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Die letzte Stimme, die wir hören werden, bevor die Welt explodiert, wird die eines Experten sein, der sagt: "Das ist technisch unmöglich!" - Sir Peter Ustinov
Tom888
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« Antworten #4 am: April 26, 2007, 10:50:29 »

@ MurphysLaw

Kann den Ausführungen von MurphysLaw zu 100% zustimmen. Die Verneinung eines "Geistes im Atom" durch Ewald teile ich auch nicht. Seine Ablehnende Reaktion interpretiere ich jedoch so, dass er "Geist" im Sinne von "eine Entität, welche sich selbst bewusst wahrnehmen kann" interpretiert.

"Geist im Atom" muss jedoch nicht zwangsläufig so interpretiert werden. Man kann auch ganz einfach von einer bisher noch unbekannten und nicht erforschten Form des Informationsaustauschs (irgendeine Form von Intelligenz) sprechen, welche bei den erwähnten Ameisen (und vielen weiteren Beispielen ähnlicher Art) ebenso zum Tragen kommen kann wie an der Schnittstelle zwischen Bewusstsein und Körper (Placebophänomen). Wenn sich Erwartungshaltung in hoch komplexe körperliche Reaktionen umwandeln lässt, dann kann dies auch für eine Form von Körper- und Zell-Bewusstsein sprechen. Wiederum jedoch NICHT im Sinne von "ein Konstrukt, welches sich selbst bewusst wahrnimmt".

Die große Stärke von Ewald liegt meines Erachtens jedoch darin, dass er sich den Begriffen systematisch und sehr vorsichtig nähert. Also das positive Gegenteil zur Esoterik-Szene, welche Begriffe häufig unkritisch und wenig reflektiert vereinnahmt. "Intuition" ist halt nicht nur eine Quelle für Erkenntnis, sie ist auch eine Quelle für Irreführung und bildet mitunter nichts weiter als die persönlichen Glaubenssysteme eines Menschen ab. Ebenso wie organisierte Skeptiker aus dem Hause GWUP e.V. in vielen Fällen nichts weiter als "negativ Glaubende" sind, die sich mit Grenzphänomenen weder systematisch noch auf Basis wissenschaftlicher Mindeststandards auseinandersetzen (z. B. echte Forschung, Dokumentation, saubere Methodik) und nur nach einer Bestätigung dessen suchen, was sie zuvor schon (ohne jegliche wissenschaftliche Auseinandersetzung) zu wissen glauben.

Trotzdem: Spannendes Thema und ich finde die Annäherungsweise von Ewald trotz dieser kleinen Differenz ausgesprochen wertvoll und wegweisend.

Tom


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