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| | |-+  Kreationismus-Artikel: Kritisch hinterfragt
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Autor Thema: Kreationismus-Artikel: Kritisch hinterfragt  (Gelesen 4983 mal)
australianpenguin
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« am: Juni 26, 2008, 01:50:43 »

http://www.science-at-home.de/referate/guests/froemmelei.php
Leider konnte ich den Artikel nicht kommentieren. Daher stelle ich meinen Kommentar hier zur Diskussion. Mir geht es dabei ausschließlich um die Frage des Argumentationsstils ...

Die Kreationisten-Definition des Autors betrifft einen (zugegeben radikalen aber) kleinen Teil, der „schöpfungsgläubigen“ Menschen. „DIE Kreationisten“ gibt es nicht. Herr Goerke schafft hier mit stilistischen Mitteln ein abwertendes „Feindbild“. Das ist wissenschaftlich gesehen, zutiefst verwerflich.
Ebenso die Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie. Meines Wissens nach war eine Begründung der Überlegenheit einer Rasse der sogenannte Sozialdarwinismus. Ebenso wie man Darwin nicht für den Rassenwahn der Nazis verantwortlich machen darf, ist es absolut indiskutabel diesen mit der Bibel zu begründen bzw einer Aussage zu einer Bibelpassage. Goerkes Argumentation zielt nur auf die Unglaubwürdigkeit der Bibel ab, anstatt sich konstruktiv mit den eigentlichen Ideen der Schöpfungslehre auseinanderzusetzen. Schon ab Absatz vier spring er in eine Diskussion über einen Messias und die Kirchenhistorie, die interessant ist, aber vom eigentlichen Thema wegführt.
Es ist vieles wahr, was Herr Goerke über die Bemühungen von Kreationisten in den USA schreibt. Ich selbst finde vieles davon ebenso falsch wie er, wenn auch aus einem völlig anderen Grund. Leider entwickelt sich der Beitrag mehr zu einer Art Privatkrieg gegen eine Gruppe die versucht ihren politischen Einfluss zu mehren.
Goerke begibt sich auf eine gefährliche Schiene und tut das, was er seinen Gegner vorwirft: Mit Halbwissen und Falsch-Zitaten um sich werfen. Die Bibel enthält z B entgegen Goerkes Aussagen, durchaus Stellen, die eine Kugelform nahelegen. Sie spricht ebenfalls davon, dass die Erde „an Nichts“ aufgehängt sei. Das entspricht dem heutigen Verständnis.
Insgesamt vermeidet es Herr Goerke  auf das äußerste, sich mit der eigentlichen Thematik auseinanderzusetzen. Stattdessen zementiert er das Bild des unglaubwürdigen, schöpfungsgläubigen „Spinners“. Das erinnert stark an Anwaltstricks.
Ich persönlich glaube durchaus daran, dass es einen Schöpfer gibt, der Mensch und Universum geschaffen hat. Ich bin einer der vielen „Spinner“ oder der „Idioten wie die Zeugen Jehovas“ die eine andere, als die dargestellte radikale Auffassung über den Schöpfungsvorgang haben. Ich habe weder meinen „gesamten Besitz dem Endzeitverkündiger überlassen“ noch mich wie der Autor abfällig über Andersdenkende geäußert. Ich schätze diese Menschen und nehme an jedem Meinungsaustausch gerne teil. Es ist schade, dass Berichte wie dieser das eigentlich neutrale und tolerante Bild der Wissenschaft schädigen. Wäre dies kein wissenschaftlicher Beitrag sondern ein religiös geprägter, würde man ihn sicher nicht positiv bewerten. Wie an andere Stelle auf dieser Seite dargestellt, erhebt die Wissenschaft keinen Anspruch auf die Wahrheit. Sie stellt Theorien auf, die sich als richtig oder falsch herausstellen können. Leider wurde in diesem Artikel von diesem Prinzip gravierend abgewichen, indem Schöpfungsgläubige als dumme, minderbemittelte und bemitleidenswerten Wesen dargestellt werden, die dringend bekehrt werden müssten.  War es nicht das, was den Autor so sehr störte?

Schönen Gruß,
AustralianPenguin
« Letzte Änderung: Juli 16, 2008, 06:51:40 von australianpenguin » Gespeichert
deep7
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« Antworten #1 am: Juni 26, 2008, 06:15:19 »

Danke. Ich war auch schon einmal kurz davor, die Art und Weise, wie der Autor des Artikels an die Thematik rangeht, zu kritisieren. Ansonsten haben wir ziemlich ähnliche Ansichten.
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DeepDaze - Gesellschaft, Glaube, Rausch
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