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| | |-+  Beitrag zum Amoklauf eines Schülers an der Realschule in Winnenden
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Autor Thema: Beitrag zum Amoklauf eines Schülers an der Realschule in Winnenden  (Gelesen 4414 mal)
maywald
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Beitrag zum Amoklauf eines Schülers an der Realschule in Winnenden
« am: März 15, 2009, 01:58:41 »

Versagen des Pädagogischen Arrangements

Demütigungen und   Reglementierungen bewirken u.a. eine psychische Dauerbelastung,
insbesondere wenn dieser Prozess über längere Zeit anhält und sich nachhaltig auf die Lebensplanung auswirkt.
Selbst nicht unmittelbar der Problematik zugehörige äußere Faktoren können da schon akuten psychischen Stress auslösen.  In der Regel  sind es aber die aktuellen Vergegenwärtigungen solcher Demütigungserfahrungen, die dann zur Initialzündung solch einer Tat werden können.
Tragisch an der ganzen Geschichte ist, dass wir voreilig solch einer Tat  eine Symptomatik unterstellen, die nur im Pathologischen zu finden ist.  Wir übernehmen gerne die Rationalisierungen aus der klinischen Psychologie, um uns nicht weitere Fragen stellen zu müssen und welche zur eigenen Entlastung beitragen. Man spricht hier auch von den bevorzugten Chiffren der Problemdefinition, welche sich mehr an der Person und weniger an den Lebensumständen orientiert.
Neigen wir nicht ohnehin vermehrt dazu Probleme, die wir mit Kindern und Jugendliche haben, an deren Verhalten festzumachen (Vgl. hierzu die ADHS-Problematik).
Wir haben es mit einer Pädagogik zu tun, welche mehr die Defizite und Störungen des jeweiligen Schülers ins Auge fasst,  ihn an seinen Schwächen festmacht und nicht an seinen Stärken packt.  Vorgänge   der negativen Zuschreibung und Stigmatisierung sind länger schon integraler Bestandteil des professionellen Erziehungsarrangements. .  Erschreckend ist, das eine Vielzahl der Erwachsenen Demütigungsprozesse als Desensibilisierungsstrategie im Erziehungsalltag für ganz normal halten.  Es etabliert sich zunehmend eine Zurichtungspraxis, die sich mehr an Krankheitsbildern und Symptomen im menschlichen Verhalten orientiert  und mehr das zu therapierende Selbst im Blick hat. 
Die  zunehmende Pathologisierung des für uns auffälligen Verhaltens bei Kindern und Jugendlichen verdrängt das Verstehen von Problemen, die im Erziehungsalltag ganz normal sind  und auch normal begegnet werden müssen.    Man versteht sich untereinander nicht mehr, kann kaum noch nachvollziehen, was in den anderen vorgeht.
Man kann in der Erziehung vieles richtig machen, aber sein Kind trotz alledem verlieren.   
Die Flucht in virtuelle Welten ist nur ein Indiz für das Auseinanderklaffen zwei verschiedener Welten, die des Jugendlichen und die des Erwachsenen.   


Frank Maywald (Schorndorf) Zwinkernd
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deep7
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Re: Beitrag zum Amoklauf eines Schülers an der Realschule in Winnenden
« Antworten #1 am: März 15, 2009, 02:41:08 »

Hallo Frank und danke für deinen Beitrag. Das Forum ist wohl doch noch nicht ganz tot  Zwinkernd

Bei deinen Beiträgen ist mir schon öfters aufgefallen, dass man sie (als eine Art Feuilleton) am liebsten so stehen lassen würde.
Auch diesmal kann ich dir lediglich zustimmen. Die allopathische Fixierung auf Symptome, die es zu behandeln gilt, lenkt die Aufmerksamkeit des Patienten wie auch die der allg. Öffentlichkeit auf die Symptome und verstärkt dabei die Probleme, die zur ursächlichen Entstehung jener beigetragen haben. Diese vom Materialismus genährte Denken führt zu einem falschen Verständnis von Ursache und Wirkung. Und es kann - wie in diesem Fall - auch zu Polarisierungseffekten führen, die sich unter anderem im beidseitigem Unverständnis der älteren und jüngeren Generation manifestieren, ein Verhältnis, das überhaupt die Distanz zwischen den Menschen (in der westlichen Gesellschaft) wiederspiegelt. Zwischenmenschliche Beziehungen werden von einer Kühle dominiert, die aus dem Ausblenden "unbewusst gemachter" Emotionen und Ängste resultiert, die allen Menschen irgendwo gemein sind (wenn auch unterschiedlich ausgeprägt) und tatsächlich ein Potential in sich bergen, das genau diese Distanz zu überbrücken im Stande wäre.
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DeepDaze - Gesellschaft, Glaube, Rausch
maywald
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Re: Beitrag zum Amoklauf eines Schülers an der Realschule in Winnenden
« Antworten #2 am: März 20, 2009, 11:26:39 »

Hallo  " deep7 " ,

es tut auch mal gut, eine andere, wenn auch ähnliche Meinung zu hören.
 

Maywald  Zwinkernd
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