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Autor Thema: Befriedungsverbrechen  (Gelesen 3585 mal)
maywald
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Befriedungsverbrechen
« am: März 23, 2009, 09:50:15 »

Es gibt ein Buch gleichnamigen Titels, dass inhaltlich von der „Deformierung“ des Subjekts durch „Entmündigungs- und Domestizierungsprojekten“ spricht, was auch immer eine „Selbst-Deformierung“ jener beinhaltet, die qua „abgeleiteter“ oder „geborgter“ Autorität „durch Anbindung an institutionelle“ und auch persönliche „Interessenlagen“ sich an diesen Prozessen beteiligen. (Hrsg.: Franco Basaglia et al 1975; dt.: 1980)

Es ist die “Dienstbarkeit“ auch der Lehrer an solchen Verfahren, die zur Legitimation asymmetrischer gesellschaftlicher Verhältnisse beitragen. Sie garantieren ihren als Bürgerkinder erworbenen Status. Der erkennbare und spürbare Unterschied macht’s.
Ihr traditionelles Milieu generiert in kultureller Erbfolge immer wieder das gleiche – den Lehrer oder die Erzieherin. Mental sowie psychisch abgekoppelt vom Rest des gewöhnlichen Prekariats, jener neuen Klasse von Ausgebeuteten und Entrechteten. Doch deren Kinder besuchen weiterhin die Schule, weil es die staatlich verordnete Schulpflicht gibt und es noch nichts kostet.

Das rührt an ihrem Selbstverständnis von Bildung und dessen legitimen Weitergabe. Sie sehen den Wert der Bildung in seiner Bedeutung herabgemindert, wenn es nur noch darum gehen soll, den Proletarierkindern das Lesen und Rechnen beizubringen. Sie wollen keine Dienstleistung, die vornehmlich am Nutzen der anderen orientiert ist, sondern durch ihr „Ordnungs- und Domestizierungsgeschäft“ die Grenzen wahren zwischen ihnen und den anderen. Das gibt ihnen Sicherheit und das Gefühl der Auserwähltheit.

Deshalb können sich gerade Lehrer und Lehrerinnen an höheren Schulen mehr für Exzellenzinitiativen“ begeistern als für den Förderunterricht. Sie sind die Herren und Damen über Zustimmungs- und Ausschlussverfahren gemäß den Interessen der Bourgeoisie.

Um ihr Vorgehen zu rechtfertigen und nachträglich zu legitimieren, ersinnen sie theoretisches Wissen über die vermeintlichen Unzulänglichkeiten der anderen. Ihre Theorien der Mittelmäßigkeit und eine ihrem Praxiswissen gemäße feinsinnige Zerstörungsarbeit schaffen den Schulversager aus der unteren Mittelschicht. Sie stilisieren ihr Geschäft, im Zeichen des großen sozialen Konfliktes zwischen ihnen und den aufbegehrenden Schülern , als ein legales Vorgehen im Interesse und zum Schutz der Gemeinschaft. Hintergründig treiben sie eine „Normalisierung der Verhältnisse“ voran, die den Status Quo ihrer Privilegienherrschaft manifestiert.

Das Ausmaß an subtiler Gewalt, das diese Agenten dabei ausüben, schlägt auf sie in roher Form zurück.

Maywald (Schorndorf) Schweigend
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