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Autor Thema: Im Geiste des alten Europa  (Gelesen 2196 mal)
maywald
Newbie
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Beiträge: 16


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Im Geiste des alten Europa
« am: Februar 26, 2010, 07:38:14 »

Gerade die geistigen Auseinandersetzungen um den Sozialstaat und HARTZ IV belegen das alte Reaktionsmuster auf gesellschaftliche Herausforderungen, welche gemeinhin nicht mit bloßen "Good-Will-Aktionen" zu bewältigen sind.

Im Wilhelminischen Kaiserreich begegnete man der zunehmenden sozialen Verelendung des Industrieproletariats mit der Schaffung einer für damalige Verhältnissen fortschrittlichen Sozialgesetzgebung.
Beispielgebend für viele andere europäische Länder. 
In pragmatischer Hinsicht vermied man damit die "lästige"  Systemfrage, welche auch  immer   eine latent "soziale" Komponente
in sich trug.
Doch es entschärfte nicht den prägenden Klassenantagonismus in den Köpfen der Menschen.  Dieser gewann im Laufe des Zwanzigsten Jahrhunderts in Folge polemisch geführter Diskurse noch an Schärfe, was letztlich nur durch ein diffuses Gemeinwohl im Gewande der "Volksgemeinschaft" zu den menschlich desaströsen Vernichtungsorgien führte.
Die "soziale Frage"  und die damit einhergehenden grassen Unterschiede in den Lebensverhältnissen der Menschen schienen mit dem Wohlstand der Nachkriegsjahre lösbar zu sein.
Die Antwort lautete: "Soziale Marktwirtschaft".  Sie neutralisierte,  oberflächlich betrachtet, erneut den geistigen Antagonismus in der Systemfrage.
Fast jeder konnte sich in materieller Hinsicht fast alles leisten, dennoch blieb jeder im Geiste dem eigenen Standesdünkel vergangener Epochen verhaftet. 
Der "Strukturfeudalismus" vergangener Jahrhunderte lebt u.a. Bildungswesen bis heute fort.
Auch in anderen Teilbereichen unserer Gesellschaft ist dieser strukturell bedingte und geistig zementierte Feudalismus noch prägend, wie z.B. in der  Klüngelherrschaft von Parteien und Vereinen, die nur Ihresgleichen kennt und fördert.  Letztlich keimt dieser Feudalismus noch im Klerus und in den Amtsstuben.
Wir sind also noch im Geiste des alten Europa und so verwundern auch nicht die Polemiken eines Thilo Sarrazin und Guido Westerwelle zu den angeblichen Sozial....  .
Nein, es ist eigentlich keine wirkliche Zeitenwende angebrochen. Wir befinden uns schon seit Anbruch der Moderne in der Halbzeit einer mentalen Krise und dies drückt sich in regelmäßigen Zeitabständen auch in den geführten Diskursen aus.
Es ist nahezu immer das Gleiche, was uns versprochen wird und immer wieder die Gleichen, die sich uns als  Retter präsentieren und folgen wird das Immer-Wiederkehrende.

Maywald  Unentschlossen Huch
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