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Sagan, Carl
Kategorie: Biographie

Carl Sagan war einer der herausragendsten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Er veröffentlichte zahlreiche Beiträge zur Astronomie und Umwelt, setzte sich mit den Auswirkungen des "Nuklearen Winters" auseinander und plädierte für die Abrüstung. In den 60. Jahren war er am Apollo-Programm beteiligt, in den 70. Jahren an der Durchführung der Mariner-, Viking- und Voyager-Missionen. Er veröffentlichte über 600 wissenschaftliche Arbeiten und schrieb über 20 Bücher, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden.

Carl Edward Sagan wurde am 9. November 1934 in Brooklyn, New York als Sohn jüdischer Einwanderer geboren. Sein Vater war ein aus Russland emigrierter Jude, seine Mutter Amerikanerin. Schon sehr früh zeigte der junge Sagan Interesse an Astronomie und anderen Naturwissenschaften. Eines seiner Schlüsselerlebnisse, die in ihm den Wunsch weckten, Wissenschaftler zu werden, wurde die New Yorker Weltausstellung von 1939. Trotz der vergleichsweise geringen Bildung seiner Eltern wurde er gefördert und darin bestärkt, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen.

In den 50er Jahren studierte er an der Universität von Chicago. Zusätzlich zu seiner außerordentlicher Begabung hatte er das Glück, den berühmten Astronomen Gerard Kuiper zum Mentor zu haben. Außerdem arbeitete er im Laboratorium des großen Genetikers H.J. Muller, dem wir die Entdeckung verdanken, dass Bestrahlung Mutationen hervorruft. 1959 promovierte er über die Möglichkeit des Lebens auf anderen Planeten, damals ein durchaus gewagtes Thema. Als junger Wissenschaftler mit einem Doktorat in Astronomie und Astrophysik entwickelte Sagan die Theorie der von Windstürmen stets wechselnden Oberfläche von Mars, was Jahre später von der Mariner-9-Mission bestätigt wurde.

Als begabter Gelehrter und Forscher, als Lehrer und Autor hat Sagan Millionen von Menschen durch Printmedien und Fernsehen erreicht und sie für die Wunder des Universums und der Wissenschaft fasziniert. Carl Sagan, David Duncan Professor für Astronomie und Weltraumwissenschaften, Direktor von Laboratory for Planetary Studies an der Cornell University, war mehr als Wissenschaftler – er war so etwas wie ein Wissenschaftsprophet, der wie kein anderer verstand, Menschen in seinen Bann zu reißen, sie für Wissenschaft zu begeistern, ihnen das wissenschaftliche Denken beizubringen. Seine bekannteste Arbeit dürfte die dreizehnteilige Serie "Unser Kosmos" sein, die den »Peabody Award« und »Emmy« verliehen bekam. Die Serie wurde von mehr als 500 Millionen Menschen in 60 Ländern gesehen. Das gleichnamige Buch zur Serie hielt sich über 70 Wochen an der New-York-Times-Bestsellerliste und gilt somit als das meistverkaufte englischsprachige Buch.

Jedoch nicht bei allen fand er Respekt und Bewunderung; er hatte auch Kritiker und Feinde, von denen er viel einstecken musste. Er wurde ausgelacht und parodiert, von Fernsehpredigern, Astrologen und dem Wall Street Journal laufend denunziert. Millionen seiner niedergeschriebenen Worte wurden zu einem einzigen spöttischen Spruch reduziert „billions and billions“ (zu deutsch: Milliarden und Abermilliarden), als Anspielung auf seine Begeisterung für „astronomische“ Größen. (In Wirklichkeit, behauptete Sagan, habe er den Ausdruck nie benutzt, weil er für ihn als Wissenschaftler zu ungenau war.) Während der achtziger Jahre wurde er beim Protest gegen die unterirdischen Atomtests in Nevada dreimal verhaftet. Diese Art von Aktivismus kostete ihn viele Preise und Ehrungen. Während Reagans Präsidentschaft sagte er dreimal Einladungen zum Dinner im Weißen Haus ab.

Seine Forschung fokussierte sich auf Themen wie den Treibhauseffekt auf der Venus; saisonale Veränderungen auf dem Mars aufgrund von Staubwinden; organische Aerosole auf Titan, dem Mond von Saturn; langfristige Umweltveränderungen als Konsequenz eines Atomkriegs und den Ursprung des Lebens auf der Erde. Er war Pionier auf dem Feld der Exobiologie und inniger Förderer des kritischen Denkens.

Er war Mitbegründer der "Planetary Society", Vorsitzender von "Division of Planetary Sciences of the American Astronomical Society", Präsident der Abteilung für Planetologie der "American Geophysical Union" und Vorsitzender der Abteilung für Astronomie bei der "American Association for the Advancement of Science". Zwölf Jahre lang war er der Herausgeber der Zeitschrift "Icarus", einem führenden Magazin für planetare Forschung.

Für sein der Wissenschaft gewidmetes Leben bekam er den "John F. Kennedy Astronautics Award of the American Astronautical Society", den "Explorers Club 75th Anniversary Award", die "Konstantin-Ziolkowski-Medaille" der sowjetischen Kosmonautenföderation und den "Masursky Award of the American Astronomical Society". Darüber hinaus war er Träger der "Public Welfare Medal", der höchsten Auszeichnung der "National Academy of Sciences". Für sein Buch "Dragons of Eden" wurde er mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Carl Sagan starb am 20. Dezember 1996 im Alter von 62 Jahren an Myelodysplasie, einer seltenen Erkrankung des Knochenmarks.

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