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Der Glaube an die biblische Schöpfungsgeschichte und die Ablehnung der wissenschaftlichen Evolutionstheorie sind keineswegs Phänomene, die allein die USA betreffen. Eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) hat ergeben, dass auch in Deutschland mehr als ein Drittel der Bevölkerung (38 %) die Evolutionstheorie bestreitet.
13 Prozent der Befragten meinten, dass das Leben durch Gott geschaffen wurde, so wie es die Bibel beschreibt (biblischer Kreationismus). Weitere 25 Prozent waren überzeugt, dass das Leben von einem höheren Wesen bzw. von Gott geschaffen wurde, dann aber einen langwierigen Entwicklungsprozess durchlief, der von diesem höheren Wesen bzw. von Gott gesteuert wurde (eine modifizierte Variante des Kreationismus, die man unter dem Begriff "Intelligent Design" fasst). 61 Prozent der Befragten stimmten mit der wissenschaftlichen Auffassung überein, dass sich das Leben auf der Erde ohne Einwirken eines höheren Wesens auf der Basis evolutionärer Prozesse weiter entwickelt habe.
Gegenüber den Mitgliedern der beiden Großkirchen, die mit jeweils rund 13 Prozent biblischen Kreationisten, 30 Prozent Vertretern des "Intelligent Design" und 55 Prozent Anhängern der Evolutionstheorie ähnliche Verteilungen aufwiesen, zeigte sich eine eindeutigere Positionierung für die Wissenschaft in der Gruppe der Konfessionslosen: 87 Prozent stimmen mit der Theorie der Evolution überein, nur 3 Prozent äußerten sich im Sinne des biblischen Kreationismus und 9 Prozent im Sinne der "Intelligent Design"-Theorie.
Michael Schmidt-Salomon, Geschäftsführer der Giordano Bruno Stiftung, die die fowid-Studie zum Kreationismus initiierte, sagte in Berlin, es sei erfreulich, dass die Verteilungen hierzulande weit deutlicher zugunsten der Evolutionstheorie ausgefallen seien als Vergleichsuntersuchungen in den USA. Dennoch sei es bedenklich, dass mehr als ein Drittel der Bevölkerung Auffassungen anhinge, die heute angesichts des erreichten Forschungsstands ähnlich obskur wirkten wie die einst so populäre Vorstellung, die Erde sei eine Scheibe.
Leser-Kommentare:
walli: Für mich unverständlich, dass die Bibel immer wieder als Quelle des "Wissens" herangezogen wird. Dabei gibt es doch kaum eine unsicherere Quelle als die Bibel. Vor diesem Buch hatte ich als Kind/Jugendlicher viel Respekt, aufgrund der Erziehung (Indoktrination?). Wenn man im reiferen Alter die Bibel nüchtern liest fühlt man sich an 1001-Nacht erinnert. (22.12.2005, 01:12 Uhr) Günther Wetzka: Der Hang der Menschen, sich nach Glaubenswerten zu orientieren hat in der Geschichte der Menschheit eine jahrtausende alte Tradition und ist somit auch mehr als verständlich. Nur - ist der Mensch ein mit Vernunft begabtes Wesen und eines welches durch Neugier oder Wissendurst gekennzeichnet ist. Die Entwicklung der wissenschaften selbt war immer ein mehr oder minder schmerzhafter Prozess, der auch durch die wissenschaftlich-technische Revolution insbesodere im letzten Jahrhundert zu dem Lebensstandart fürte, den wir heute geniessen dürfen. Ich bin der Meinung, dass es höchst gefährlich für die weitere gesellschftliche Entwicklung der Menschheit ist, den Kreationisten oder wie auch anderweitig genannten Sekten Raum zu überlassen. Denn wenn man dies täte, begibt man sich unweigerlich in die Unfreiheit. Die Selbstbestimmung der Menschen wird glaubensdoktrinen untergeordnet. Und ich glaube das Mittelalter in Weltanschaulichen Fragen dürften wir mit Giordano Bruno, Johannes Kepler und vielen anderen überwunden haben. Woher nehmen diese Leute eigentlich das Recht (die Kreationisten) uns verdummen zu wollen? (04.01.2006, 04:31 Uhr) d135-1r43: Wer in der Bibel naturwissenschaftliches Wissen sucht, der hat absolut gar nichts kapiert. Die Naturwissenschaft erklärt was völlig anderes als die Bibel. Wer beide Seiten gegeneinander ausspielt, zeigt nur, dass er zumindest von der Bibel keine Ahnung hat (29.03.2006, 20:42 Uhr) Noah: Als biblischer Kreationist gestehe ich jedem zu an etwas anderes zu glauben, wenn er erkennt, dass es sich um einen Glauben handelt. Ich finde es allerdings etwas sonderbar und unwissenschaftlich, wenn ein Herr Schmidt-Salomon es erfreulich findet, wenn die deutschen sich für eine von zwei Theorien entscheiden. Denn mehr als eine Theorie ist aus dem Evolutionismus auch in der langen Zeit seit seiner Entstehung nicht geworden und im Endeffekt geht es nur darum, was ich glauben will, dann kann ich die "Fakten" in das eine oder andere Weltbild eingliedern. Beweisen werde ich damit aber weder die Schöpfung noch die Evolution (23.06.2006, 13:49 Uhr) E.T.: Verwechseln Sie bitte den Glauben nicht mit wissenschaftlichen Theorien, im Speziellen mit der Evolutionstheorie. Diese bildet im Angesichts massiver interdisziplinärer Entdeckungen und Erkenntnisse der letzten 100 Jahre in Paläontologie, Anthropologie, Geologie, Verhaltens(biologie), Taxonomie und nicht zuletzt Genetik eine überaus standhafte wissenschaftliche Grundlage. Sie als Glauben zu bezeichnen, ist Augenwischerei oder Ignoranz! (23.06.2006, 14:03 Uhr)
Comment-Script (c) by Alex Ilosuna
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