Sie sind hier: Startseite >> Astronomie >> News

Portal
· Home
· Forum
· Galerie
· Weblinks
· Lexikon
· Mitarbeit
· Newsfeed
· Kontakt
Regenerative Energien
Werbung
 
Astronomie
Astronomie
· News
· Astrofotografie
· Referate
· Quiz
· Zahlen und Fakten
 :: Astronomie und Raumfahrt ::


Alle guten Dinge sind drei
29.05.2003 | 14:02 Uhr

Der Sommer 2003 steht ganz im Zeichen des roten Planeten. Zum einen kommt der Mars der Erde so nah heran wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte – auf 56 Millionen Kilometer! Die geringe Distanz ist nicht nur für Amateurastronomen interessant; auch die Raumfahrt nutzt die Planetenopposition, um treibstoffsparend gleich mit 3 Sonden in Richtung des Nachbarplaneten aufzubrechen. Zwei Rover seitens der NASA und eine europäische Sonde mit der Landeeinheit "Beagle 2".


Mars Rover, (c) NASA

Die beiden baugleichen Rover der NASA, entwickelt nach dem Erfolgskonzept von Sojourner, sollen jeweils in Äquatornähe des Mars an entgegengesetzten Stellen des Planeten mit Hilfe der bewährten überdimensionalen Airbag-Kissen landen. Im Gegensatz zu Sojourner, der nur 30x40x60cm maß und etwa 10,6 kg schwer war, sind die neuen Rover richtige Schwergewichtler: ganze 180 Kilo bringen sie auf die Waage. Wenn Sojourner im Verlauf seiner ganzen Mission etwa 100 Meter zurückgelegt hat, werden die neuen Marsfahrzeuge in der Lage sein, dieselbe Strecke an einem einzigen Tag zu bewältigen. Die wissenschaftlichen Experimente an Bord der beiden Fahrzeuge sollen Auskunft über die geologischen Geheimnisse des roten Planeten geben. Bestückt sind die Rover mit sechs wissenschaftlichen Instrumenten: einer Panoramakamera, befestigt in etwa 1,5 m Höhe auf einem Mast, einem Thermal-Spektrometer, einem Bohrer zur Probeentnahme, einem Mikroskop mit eingebauter Kamera, einem Röntgenspektrometer zur Bestimmung der chemischen Zusammensetzung vom Marsgestein und einem Mössbauer-Spektrometer zur Mineralbestimmung von eisenhaltigem Marsgestein. Leider ist diesmal kein Mikro mit an Bord, wie bei dem gescheiterten Mars Polar Lander. Der Start des ersten Rover ist für den 8. Juni 2003 geplant. Der Rover 2 wird knapp drei Wochen später am 25. Juni 2003 abheben. Im Januar 2003 werden beide Landeeinheiten an ihrem Ziel ankommen. Die Mission ist auf 90 Tage ausgelegt.


Beagle 2, (c) ESA

Zum ersten Mal ist auch Europa diesmal mit von der Partie. Eine Marssonde mit einer Landeeinheit an Bord soll am 2. Juni 2003 vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur mit einer Sojus-Trägerrakete in Richtung des roten Planeten aufbrechen. Die Sonde Mars Express wird aus einem Orbiter und der Landeeinheit „Beagle 2“ bestehen, die ebenfalls in Airbags eingehüllt, hüpfend auf die Marsoberfläche aufsetzen wird. Das Vertrauen in Landedüsen ist nach dem verschollenen Mars Polar Lander erschüttert. Der Mars Express ist mit ca. 150 Millionen € auch nur halb so teuer wie die letzte gescheiterte NASA-Mission. Die Suche nach Wasser gehört zu den Primärzielen des Orbiters. Darüber hinaus soll die Sonde die Zusammensetzung der Marsoberfläche und der Atmosphäre untersuchen. Die Landeeinheit „Beagle 2“, genannt nach dem Schiff „Beagle“, mit dem Charles Darwin zu den Galapago-Inseln reiste, wird sich fünf Tage vor der Ankunft am Mars von dem Mutterschiff lösen und kurze Zeit später auf dem Mars landen. In erster Linie soll „Beagle 2“ den Marsboden nach Spuren biologischer Aktivität hin untersuchen. Dazu hat der Lander den Bohrer "Pluto", der sich wie ein Maulwurf bis zu zwei Meter Tiefe in Permafrost-Boden des Mars hineinarbeiten wird, um Proben für seinen Versuch zu entnehmen. Die aus dem Marsboden entnommenen Proben werden im Inneren des „Beagle 2“ im "Gas Analysis Package" (GAP) mit unterschiedlichen Temperaturen erhitzt. Dabei wird auf die Freisetzung von Kohlenstoff geachtet. Kohlenstoff aus organischen Substanzen wird bei relativ niedriger Verbrennungstemperatur freigesetzt, während in Minerale gebundener Kohlenstoff wesentlich höhere Temperaturen zur Freisetzung braucht. (siehe auch Viking-Experiment) Die Suche nach Wasser ist ebenfalls das Ziel der Mission, sowie eine Analyse des Marsgesteins. Zur Kommunikation mit der Erde dient das Mutterschiff als Relais. Aber auch die amerikanische Mars Odyssey-Sonde ist in der Lage, die Signale von Beagle zu empfangen und weiterzuleiten, sowie die beiden Mars-Rover.

Man darf mit aller Zuversicht annehmen, dass es ein heißer Winter wird, der uns eine Reihe an Überraschungen beschert – wenn auch nicht ganz pünktlich zu Weihnachten.


Web-Links:
Mars-Rover-Homepage
Mars-Express-Homepage


Mehr zu Marsmissionen 2003/2004



Leser-Kommentare:

Crusy: 
(18.03.2004, 11:19 Uhr)

Anonym: ihr braucht neue bilder die sind alt und doof
(18.03.2004, 11:20 Uhr)

E.T.: 
(19.03.2004, 13:33 Uhr)

Kommentar schreiben:
Aufgrund der massiven Spamflut ist die Abgabe von Kommentaren vorübergehend deaktiviert! Nutzen Sie bitte das Forum.

Name:
E-Mail oder Homepage:

Comment-Script (c) by Alex Ilosuna



(c) Science@home.de



vorige News

[ARCHIV]

wiki.sah

Seite empfehlen  Weblinks  Sitemap  Community  Lexikon  Newsmeldungen
Volltextsuche
Regenerative Energien
Wussten Sie schon,
dass der Mond den größten Krater im Sonnensystem besitzt? 
Regenerative Energien
Aphorismen
"Dummheit ist auch eine natürliche Begabung." Wilhelm Busch 

impressum | kontakt | disclaimer |

© by Science@home.de