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"Gelehrte sind Menschen, die sich von normalen Sterblichen durch die anerworbene Fähigkeit unterscheiden, sich an weitschweifigen und komplizierten Irrtümern zu ergötzen." Anatole France 
 :: Umwelt und Regenerative Energien ::


'Waldbrände verstärken den Treibhauseffekt'
11.01.2008 | 16:28 Uhr

Die Brände in Griechenland wüteten verheerend wie noch nie. Wissenschaftler diskutieren, warum das Feuer so großen Schaden anrichtet hat. Die Arbeitsgruppe für Feuerökologie am Max-Planck-Institut für Chemie sieht Landflucht als Hauptursache.


Die Brände in Südeuropa waren die heftigsten seit Jahrzehnten. Das hat mehrere Ursachen. Seit vielen Jahren nämlich zieht es die junge Bevölkerung vom Land in die Stadt. "Das Land liegt dadurch brach und wächst zu - es verbuscht", sagt Johann G. Goldammer von der Arbeitsgruppe für Feuerökologie in Freiburg. Da diese ländlichen Regionen weniger bewirtschaftet werden, gibt es viel mehr brennbares Material im Wald. Infolgedessen brechen Brände viel leichter aus und lodern heißer.

Bodenspekulation ist nicht nachgewiesen

Warum jedoch die Feuer an so vielen Stellen ausbrechen, ist bisher noch unklar. Die Vermutungen, dass Bodenspekulanten die Brände legen, sei "wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen", sagt Goldammer: "Dafür gibt es zwar Anhaltspunkte, allerdings sollten diese erst noch umfassend untersucht werden." Ungeklärte Eigentumsverhältnisse könnten diese kriminelle Praxis begünstigen. Da oftmals nicht klar sei, wem abgebrannter Grund gehöre, kann "diese Rechtsunsicherheit dazu führen, dass Baugenehmigungen für diese Areale sehr frei ausgesprochen werden."

Darüber hinaus brennen viele Bauern nach der Erntezeit ihre Stoppelfelder ab, um den Boden nährstoffreicher zu machen. "Das ist fahrlässig und sehr gefährlich", sagt Johann Goldammer: "Die Feuer können auf den Wald übergreifen und großen Schaden anrichten. Deshalb ist diese Praxis in Deutschland gesetzlich verboten."

Im April war es auch für uns gefährlich

Vor heißem und trockenem Wetter ist auch Deutschland nicht gefeit. Denn heiße Sommer begünstigen auch bei uns Waldbrände. Starke Winde und ausbleibende Regenfälle heizen die Feuergefahr vermehrt an. "Eine solch gefährliche Situation hatten wir im April. Der deutsche Feuerindex war dunkelrot", so Goldammer: "Nur hat es bei uns nicht so schlimm gebrannt wie derzeit in Griechenland. Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen."

Die Feuer in Südeuropa wirken sich indirekt auf uns aus. Obwohl die Rauchfahnen, die gefährliche Russpartikel enthalten, Deutschland nicht erreichen, haben die Brände weltweite Auswirkungen: Weniger Wälder nehmen auch weniger Kohlendioxid auf. "Wenn wir diese Wälder verlieren, ist dies ein Nettobeitrag zum Treibhauseffekt", sagt Goldammer.

Um diese negativen Auswirkungen einzudämmen, gebe es viele Möglichkeiten: Die Wälder müssten beispielweise aufgeforstet werden, da starke Regenfälle im Herbst und Winter sonst die Erde abtragen. Weiterhin könnten kontrollierte Feuer im Winter das brennbare Material in den Wäldern vorbeugend reduzieren. Um die Flächen zu erhalten, müssten auch die Gewinne aus der Forstwirtschaft häufiger zu deren Schutz eingesetzt werden.

Quelle: Pressemitteilung Max-Planck-Gesellschaft





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