Ute Kehse und Nasa
Ein neuartiger Motor soll es Raumsonden ermöglichen, die Grenze
des Sonnensystems noch vor den Voyager- und Pioneer-Sonden zu
erreichen. Die amerikanische Raumfahrtagentur Nasa vergab einen
Preis an
Robert Winglee von der Universität von Washington für sein
Antriebskonzept
"Mini-Magnetospheric-Plasma-Propulsion" (M2P2).
Nach Winglees Vorstellungen sollen kleine Raumsonden eine eigene
Magnetosphäre erzeugen, die im Sonnenwind wie ein Segel wirkt: Ein
Elektromagnet erzeugt dabei ein ähnliches Magnetfeld wie das
Erdmagnetfeld, in das dann ionisiertes Helium injiziert wird. So
entsteht eine magnetische Blase im Sonnenwind, die aus dem
Sonnensystem herausgepustet wird. Würde die Blase drei Monate lang
aufrechterhalten, könnte eine 136 Kilogramm schwere Sonde auf eine
Geschwindigkeit von 288.000 Kilometer pro Stunde beschleunigt
werden. Zum Vergleich: Das Space Shuttle bewegt sich mit 28.000
Kilometern pro Stunde fort. Eine 2003 gestartete Raumsonde könnte
die Heliopause - die Schockwelle, wo der Sonnenwind auf die
interstellare Strahlung trifft - 2013 erreichen. Voyager 1, seit
1977 im Weltall, kommt dort erst 2019 an.
Um weitere gewagte Visionen ist Winglee nicht verlegen: Würde man
zu dem Helium ein wenig Staub in die magnetische Blase geben, könnte
der M2P2-Motor bis zu den nächsten Sternen kommen, stellt sich der
Forscher vor.
23.08.1999
Quelle:
Bild
der Wissenschaft