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Die Homöopathie ist eine umstrittene alternativmedizinische Methode,
die 1796 von dem Arzt Samuel Hahnemann entwickelt wurde. Das Heilverfahren
basiert auf der Verabreichung bestimmter Dosen Medikamenten, die
bei einem gesunden Patienten ähnliche Krankheitssymptome hervorrufen
würden.
Christian Friedrich Samuel Hahnemann wurde am 11.4.1755 als Sohn
eines Porzellanmalers in Meißen geboren. Er studierte in Leipzig
Medizin und machte 1779 sein Doktorexamen. Unzufrieden mit den Methoden
der Medizin seiner Zeit, die sämtliche Übel mit Aderlass, Klistier
oder hohen Dosen Quecksilber zu behandeln wusste, forschte Hahnemann
nach neuen Heilverfahren und hielt seine Erfahrungen nach mutigen
Selbstversuchen mit Chinin schriftlich fest. Da sein Heilverfahren
Ende des 18. Jahrhunderts eine sanfte, beinahe nebenwirkungsfreie
Methode im Vergleich zu dogmatischen, oft brutalen, nutzlosen und
sogar schädlichen Heilpraktiken der damaligen Schulmedizin darstellte,
gewann es schnell an Vertrauen und fand Verbreitung. Zu seinen Patienten
zählten unter anderem berühmte Persönlichkeiten wie Beethoven und
Goethe. Da die Erkenntnisse der damaligen Naturwissenschaft sehr
spärlich waren, da weder Hahnemann noch ein anderer Forscher eine
Ahnung von der Aufbau der Materie hatte, von der Existenz der Bakterien,
Viren, DNA und des Placebo-Effekts, fehlte jede logische Grundlage,
die erkennen ließ, dass er sich irrte.
Die grundlegende Idee der Homöopathie ist die sogenannte "Potenzierung",
d.h. Durchschüttung der Lösung bei jedem Schritt der Verdünnung.
Dabei soll sich etwas vom "geistigen Wesen" der Ursubstanz auf das
Lösungsmittel (Wasser oder Alkohol) übertragen, um der Substanz
eine Art "heilsame Schwingungen" zu verleihen. "Die Potenz D3 enthält
meist etwa 1g Wirkstoff pro Liter. D20 entspricht bereits einer
Verdünnung von 1:10 hoch 20, ungefähr soviel wie eine Tablette Aspirin,
gelöst und gleichmäßig verteilt im gesamten Atlantik. Denn, so Hahnemann:
Je mehr verdünnt, desto stärker die Heilkraft." *
In reinstem Wasser und Alkohol, die man in der Homöopathie als
Verdünnungsmittel nimmt, kommen in Spuren fast alle Elemente der
Periodentabelle vor. Diese Spurenelemente sind viel höherer konzentriert,
als man mit der angestrebten Verdünnung zu erreichen versucht. Der
Grad der Verdünnung erreicht nicht selten so hohe Potenzen, dass
es rein rechnerisch kein einziges Molekül des Wirkstoffs in der
Lösung erhalten bleibt. "Verdünnt man einmolare Lösungen um den
Faktor 1:6x10 hoch 22, so ist in einem Kubikzentimeter davon mit
einer Wahrscheinlichkeit von 99% kein einziges Molekül des Wirkstoffes
mehr enthalten. Homöopathen verwenden Verdünnungen bis zu 1:10 hoch
120, ja 1:10 hoch1500! Das ist dasselbe, wie wenn man ein Reiskorn
zermahlt, das Pulver in einem Wasserball von der Größe unseres Sonnensystems
gleichmäßig verteilt, einen Tropfen davon nimmt und nochmals in
derselben Menge Wasser verdünnt, und dasselbe zwei Milliarden mal!"
*
Die Homöopathen behaupten oft mit Nachdruck, sie würden ohne Nebenwirkungen
behandeln. Und wenn auf dem Beipackzettel steht: "Keine Nebenwirkungen
bekannt", so heißt es nicht, dass keine gibt. Dabei hat oft niemand
nach ihnen geforscht! Viele Homöopathika enthalten Stoffe wie: Arsen,
Antimon, Anilin, Blei, Cyanid, Phosphor, Quecksilber, Eiter, Extrakte
von Mutterkorn, Osterluzei und Knollenblätterpilzen sowie andere
Gifte in pharmakologisch relevanter Menge! Wie kann man da dem Patienten
Unbedenklichkeit versichern!
"Die meisten Erfolge hat die Homöopathie bei Erkrankungen, bei
denen Placebos bei rund 50% der Patienten helfen können: bei Magengeschwüren,
Schlaflosigkeit, Verstopfung, Angina pectoris, Migräne. Bei Patienten
mit Migräne oder Tinnitus, denen wissenschaftliche Medizin nicht
helfen konnte, gab es z.B. Heilerfolge nach "klassischer" Akupunkturbehandlung.
Die Erfolgsrate lag aber ebenso hoch, wenn, ohne Wissen des Patienten,
"falsche" Placebo-Akupunkturpunkte gereizt wurden." *
Aber auch eine Kochsalzlösungsinjektion führt unmittelbar zu einer
Anregung des Immunsystems. "Bei einer Reihe von Erkrankungen
gibt es hohe Erfolgsraten: bei Heuschnupfen 65-85%, bei weiblicher
Unfruchtbarkeit soll der Erfolg vergleichbar sein wie bei wissenschaftsmedizinischer
Behandlung." *
Erstaunlich, wie viele Krankheiten und sonstige "Plagen" ein einziges
homöopathisches Mittel heilen kann: "Ischias wird ebenso behandelt
wie Eifersucht bei Mädchen: mit Pulsatilla D6. Bei Keuchhusten und
Ehesorgen hilft Ambra D3. Brechnuss hilft gegen Verdauungsbeschwerden,
Streitsucht, Hämorrhoiden, Kater, Migräne, verklebte Augenlider,
Erkältungen, Darmverschluss, Prostatabeschwerden, Nierenkolik, Impotenz,
Hexenschuss, Harnträufeln und Akne." *
"Die Medizinische Fakultät der Universität Marburg erklärte im
Ärzteblatt vom 3. März 1993 die Homöopathie zur Irrlehre: Ihr Wirkprinzip
sei Täuschung des Patienten, verstärkt durch die Selbsttäuschung
des Behandlers." *
"Homöopathie ist eine irrationale, dogmatische, autoritäre, in
sich geschlossene Heilslehre, die keinen Widerspruch zulässt. [...]
In ihrer langen Geschichte hat die Homöopathie [...] in keinem einzigen
Fall durch ihr Verfahren der Arzneimittelprüfung an Gesunden eine
Therapie entdeckt, die Eingang in die Wissenschaftsmedizin gefunden
hätte." *
Laut Umfragen seien 90% der Bundesbürger "erklärte Fans der
Außenseitermedizin - so der Nürnberger Anzeiger vom 17.7.1996.
Zwei Drittel der Patienten seien mit der Behandlung zufrieden, bei
der wissenschaftlichen Medizin nur ein Fünftel." *
Web-Links:
* Erfolge
der Homöopathie - nur ein Placebo-Effekt?
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