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Homöopathie – ist weniger manchmal mehr?
Wussten Sie schon, dass Homöopathie von der Medizinischen Fakultät der Universität Marburg 1993 offiziell zur Irrlehre erklärt wurde?
 
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"Dem Blöden fährt bei jedem sinnvollen Wort der Schrecken in die Glieder." Heraklit 

Die Homöopathie ist eine umstrittene alternativmedizinische Methode, die 1796 von dem Arzt Samuel Hahnemann entwickelt wurde. Das Heilverfahren basiert auf der Verabreichung bestimmter Dosen Medikamenten, die bei einem gesunden Patienten ähnliche Krankheitssymptome hervorrufen würden.

Christian Friedrich Samuel Hahnemann wurde am 11.4.1755 als Sohn eines Porzellanmalers in Meißen geboren. Er studierte in Leipzig Medizin und machte 1779 sein Doktorexamen. Unzufrieden mit den Methoden der Medizin seiner Zeit, die sämtliche Übel mit Aderlass, Klistier oder hohen Dosen Quecksilber zu behandeln wusste, forschte Hahnemann nach neuen Heilverfahren und hielt seine Erfahrungen nach mutigen Selbstversuchen mit Chinin schriftlich fest. Da sein Heilverfahren Ende des 18. Jahrhunderts eine sanfte, beinahe nebenwirkungsfreie Methode im Vergleich zu dogmatischen, oft brutalen, nutzlosen und sogar schädlichen Heilpraktiken der damaligen Schulmedizin darstellte, gewann es schnell an Vertrauen und fand Verbreitung. Zu seinen Patienten zählten unter anderem berühmte Persönlichkeiten wie Beethoven und Goethe. Da die Erkenntnisse der damaligen Naturwissenschaft sehr spärlich waren, da weder Hahnemann noch ein anderer Forscher eine Ahnung von der Aufbau der Materie hatte, von der Existenz der Bakterien, Viren, DNA und des Placebo-Effekts, fehlte jede logische Grundlage, die erkennen ließ, dass er sich irrte.

Die grundlegende Idee der Homöopathie ist die sogenannte "Potenzierung", d.h. Durchschüttung der Lösung bei jedem Schritt der Verdünnung. Dabei soll sich etwas vom "geistigen Wesen" der Ursubstanz auf das Lösungsmittel (Wasser oder Alkohol) übertragen, um der Substanz eine Art "heilsame Schwingungen" zu verleihen. "Die Potenz D3 enthält meist etwa 1g Wirkstoff pro Liter. D20 entspricht bereits einer Verdünnung von 1:10 hoch 20, ungefähr soviel wie eine Tablette Aspirin, gelöst und gleichmäßig verteilt im gesamten Atlantik. Denn, so Hahnemann: Je mehr verdünnt, desto stärker die Heilkraft." *

In reinstem Wasser und Alkohol, die man in der Homöopathie als Verdünnungsmittel nimmt, kommen in Spuren fast alle Elemente der Periodentabelle vor. Diese Spurenelemente sind viel höherer konzentriert, als man mit der angestrebten Verdünnung zu erreichen versucht. Der Grad der Verdünnung erreicht nicht selten so hohe Potenzen, dass es rein rechnerisch kein einziges Molekül des Wirkstoffs in der Lösung erhalten bleibt. "Verdünnt man einmolare Lösungen um den Faktor 1:6x10 hoch 22, so ist in einem Kubikzentimeter davon mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% kein einziges Molekül des Wirkstoffes mehr enthalten. Homöopathen verwenden Verdünnungen bis zu 1:10 hoch 120, ja 1:10 hoch1500! Das ist dasselbe, wie wenn man ein Reiskorn zermahlt, das Pulver in einem Wasserball von der Größe unseres Sonnensystems gleichmäßig verteilt, einen Tropfen davon nimmt und nochmals in derselben Menge Wasser verdünnt, und dasselbe zwei Milliarden mal!" *

Die Homöopathen behaupten oft mit Nachdruck, sie würden ohne Nebenwirkungen behandeln. Und wenn auf dem Beipackzettel steht: "Keine Nebenwirkungen bekannt", so heißt es nicht, dass keine gibt. Dabei hat oft niemand nach ihnen geforscht! Viele Homöopathika enthalten Stoffe wie: Arsen, Antimon, Anilin, Blei, Cyanid, Phosphor, Quecksilber, Eiter, Extrakte von Mutterkorn, Osterluzei und Knollenblätterpilzen sowie andere Gifte in pharmakologisch relevanter Menge! Wie kann man da dem Patienten Unbedenklichkeit versichern!

"Die meisten Erfolge hat die Homöopathie bei Erkrankungen, bei denen Placebos bei rund 50% der Patienten helfen können: bei Magengeschwüren, Schlaflosigkeit, Verstopfung, Angina pectoris, Migräne. Bei Patienten mit Migräne oder Tinnitus, denen wissenschaftliche Medizin nicht helfen konnte, gab es z.B. Heilerfolge nach "klassischer" Akupunkturbehandlung. Die Erfolgsrate lag aber ebenso hoch, wenn, ohne Wissen des Patienten, "falsche" Placebo-Akupunkturpunkte gereizt wurden." *

Aber auch eine Kochsalzlösungsinjektion führt unmittelbar zu einer Anregung des Immunsystems. "Bei einer Reihe von Erkrankungen gibt es hohe Erfolgsraten: bei Heuschnupfen 65-85%, bei weiblicher Unfruchtbarkeit soll der Erfolg vergleichbar sein wie bei wissenschaftsmedizinischer Behandlung." *

Erstaunlich, wie viele Krankheiten und sonstige "Plagen" ein einziges homöopathisches Mittel heilen kann: "Ischias wird ebenso behandelt wie Eifersucht bei Mädchen: mit Pulsatilla D6. Bei Keuchhusten und Ehesorgen hilft Ambra D3. Brechnuss hilft gegen Verdauungsbeschwerden, Streitsucht, Hämorrhoiden, Kater, Migräne, verklebte Augenlider, Erkältungen, Darmverschluss, Prostatabeschwerden, Nierenkolik, Impotenz, Hexenschuss, Harnträufeln und Akne." *

"Die Medizinische Fakultät der Universität Marburg erklärte im Ärzteblatt vom 3. März 1993 die Homöopathie zur Irrlehre: Ihr Wirkprinzip sei Täuschung des Patienten, verstärkt durch die Selbsttäuschung des Behandlers." *

"Homöopathie ist eine irrationale, dogmatische, autoritäre, in sich geschlossene Heilslehre, die keinen Widerspruch zulässt. [...] In ihrer langen Geschichte hat die Homöopathie [...] in keinem einzigen Fall durch ihr Verfahren der Arzneimittelprüfung an Gesunden eine Therapie entdeckt, die Eingang in die Wissenschaftsmedizin gefunden hätte." *

Laut Umfragen seien 90% der Bundesbürger "erklärte Fans der Außenseitermedizin - so der Nürnberger Anzeiger vom 17.7.1996. Zwei Drittel der Patienten seien mit der Behandlung zufrieden, bei der wissenschaftlichen Medizin nur ein Fünftel." *


Web-Links:


* Erfolge der Homöopathie - nur ein Placebo-Effekt?


Kommentare: 6 Forum

 

 

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