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Neutronensterne sind Überbleibsel großer Sternexplosionen, genannt
Supernovae. Bei einer solchen Explosion, deren scheinbare Helligkeit
um mehrere Größenverhältnisse sprunghaft zunehmen kann, wird die
äußere Schale des Sterns weggesprengt, der Kern fällt jedoch in
sich zusammen, da das Fusionsfeuer im Inneren des Sterns der von
außen auf seine Mitte drückenden Gravitation nicht standhalten kann.
Dabei beginnt der Stern immer schneller zu rotieren (Drehimpulserhaltung),
wie eine Eiskunsttänzerin, die eine Pirouette vollführt und die
Arme an die Brust zieht. Die kürzeste gemessene Periode des Pulsars
PSR 1937+21 beträgt 1.56 ms. Theoretische Grenze für die Rotationsperiode
eines Neutronensterns liegt bei 0.33 ms.
Der kollabierte Stern wird so dicht, dass die Elektronen in die
Atomkerne hineingedrückt werden. Der Stern, gequetscht auf einen
Durchmesser von etwa 10 Kilometer, besteht nur noch aus Neutronen
und ist so dicht wie ein einzelner Atomkern. Die Temperatur an der
Oberfläche des Neutronensterns beträgt 1 Million K und in seinem
Inneren an die 100 Milliarden K! Aufgrund der enormen Gravitation
ist die Oberfläche eines Neutronensterns extrem glatt. Das Magnetfeld
eines Neutronensterns ist millionenmal stärker als das der Sonne.
Eine weitere interessante Eigenschaft der Neutronensterne bildet
die Nachbarschaft zu einem "gewöhnlichen" Stern, genannt
Röntgendoppelsterne. Der nur 10 km kleine Neutronenstern saugt Materie
von seinem Begleiter ab. Mehrere Millionen K heißes Plasma zieht
sich wie in einer Pipeline durch den Raum, bildet um den Neutronenstern
eine Akkretionsscheibe und fällt schließlich hinein. Bei diesem
Vorgang erreicht die Temperatur der Materie mehrere 100 Millionen
K. Dabei wird starke Röntgenstrahlung emittiert. Es wird geschätzt,
dass pro Sekunde bis an die Billiarde Tonnen Materie auf den Neutronenstern
in so einem Doppelsternsystem aufprallen.
Neutronensterne können sogar Planeten besitzen! Die ersten Planeten,
die außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt wurden, umkreisen einen
Pulsar mit dem Namen PSR
B1257+12.
Neutronensterne existierten lange Zeit in Theorie, die bis 1967
durch die Astronomiestudentin Jocelyn Bell Burnell und ihren Professor
Antony Hewish zufällig entdeckt wurden, wofür sie beide 1974 den
Nobelpreis bekamen. Heute kennt man etwa 1000 Pulsare - alle in
unserer Milchstraße -, bis auf zwei in der großen Magellanschen
Wolke.
siehe auch: Bilder + Sounds
von Pulsaren
Projekt zum Thema: XPulsar@home
Quellen:
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