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Schleimpilze oder Myxomyzeten zeichnen sich durch eine charakteristische
vielkernige Protoplasmamasse aus – das sogenannte Plasmodium. Sie
bestehen aus einer einzigen Zelle mit Milliarden von Zellkernen.
Die Zellkerne verdoppeln sich sehr rasch und können die Bildung
von röhrenartigen Scheingliedern – sogenannten Pseudopodien anregen,
mit deren Hilfe der Organismus imstande ist, sich zu bewegen.
Wie japanische Forscher vom Bio-Mimetic Control Research Center
unter der Leitung von Toshiyuki Nakagaki herausfanden, berichtet
die Fachzeitschrift Nature, kann sich der Schleimpilz namens Physarum
polycephalum nicht nur bewegen, sondern auch intelligente Entscheidungen
treffen. Dazu nahm das Forscherteam ein 25x35 Zentimeter großes
Labyrinth aus einer Kunststoffschablone und füllte die „Gänge“ mit
einer Nährstofflösung. In der Mitte wurde der Pilz platziert, der
sich ziemlich bald über die ganze Agar-Lösung ausbreitete. Dann
legten die Forscher an jeweils beiden Enden des Labyrinths zwei
Häufchen Haferflocken, wonach der Pilz begann, sich in der Mitte
zurückzutrennen und allmählich zu den Futterstellen zu wandern.
Dabei hätte der Physarum polycephalum zwischen vier Gängen
wählen können, von denen jeweils einer um 22% länger als der nächst
beste war. In allen Versuchen nahm der Pilz immer den kürzeren Weg.
Es scheint, so Nakagaki, „dass zelluläre Materie primitive Intelligenz
aufweist.“
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| Physarum polycephalum wächst auf
einem nicht homogenen Substrat einer Agar-basierten Nährstofflösung,
deren Tropfen 0,9 mm im Durchmesser sind. |
Die Versuchsanordnung mit dem Labyrinth. |
Lexikon: Schleimpilze,
Pilze
Quellen:
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