Asthma

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Asthma
Schematische Darstellung verengter Bronchien bei Asthma
Basisdaten
ICD-10 J45
Krankheitsursache Chronische Entzündung der Atemwege, Überempfindlichkeit der Bronchien, allergische und nicht-allergische Auslöser
Symptome Atemnot, pfeifende Atmung, Engegefühl in der Brust, Husten (besonders nachts und früh morgens)
Behandlung Inhalative Medikamente, entzündungshemmende Therapie, bronchienerweiternde Mittel, Vermeidung von Auslösern
Bildbeschreibung Schematische Darstellung verengter Bronchien bei Asthma

Als Asthma bzw. Asthma bronchiale wird eine anhaltende, meist schubweise auftretende Erkrankung der Atemwege bezeichnet. Sie betrifft vor allem die sogenannten unteren Luftwege, also die Bronchien, und führt zu einer vorübergehenden Verengung dieser Bereiche. Asthma zählt zu den chronischen entzündlichen Erkrankungen der Lunge und zeigt sich durch eine überempfindliche Reaktion der Bronchien auf verschiedene Reize. Typisch ist, dass die Atemwege bereits auf geringe Auslöser mit einer deutlichen Verengung reagieren, was wiederum die Atmung erschwert. Das Krankheitsbild lässt sich grob in allergisches und nicht-allergisches Asthma einteilen, wobei beide Formen ähnliche Beschwerden verursachen, sich aber in den Auslösern und in der Entwicklung unterscheiden. Häufig beginnt die Erkrankung im Kindesalter, kann jedoch in jedem Lebensabschnitt zum ersten Mal auftreten. Der Verlauf ist individuell sehr unterschiedlich: Einige Betroffene haben nur selten Beschwerden, andere kämpfen regelmäßig mit Atemproblemen. Auch die Stärke der Anfälle und die Häufigkeit der Symptome können variieren. Asthma kann nicht vollständig geheilt werden, aber eine konsequente Behandlung führt in der Regel zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden und zu einem weitgehend normalen Alltag. Trotz der chronischen Natur bleibt die Erkrankung gut kontrollierbar, wenn Auslöser bekannt sind und geeignete Maßnahmen ergriffen werden.

Symptome

Asthma äußert sich durch eine Reihe typischer Beschwerden, die häufig wellenförmig auftreten und durch bestimmte Einflüsse verstärkt werden. Besonders bekannt sind anfallsartig auftretende Atemnot, ein Engegefühl in der Brust sowie pfeifende oder brummende Atemgeräusche, die oft beim Ausatmen stärker ausgeprägt sind. Viele Betroffene berichten außerdem von anhaltendem Husten, der vor allem nachts oder in den frühen Morgenstunden auftritt. Dieser Husten kann trocken sein, aber auch von zähem Schleim begleitet werden, der sich nur schwer abhusten lässt. Die Beschwerden entstehen dadurch, dass sich die Muskulatur der Bronchien zusammenzieht, die Schleimhaut anschwillt und zusätzlich vermehrt Schleim gebildet wird. Dadurch wird der Luftdurchfluss eingeschränkt. Häufig verstärken körperliche Anstrengung, kalte Luft oder Kontakt mit bestimmten Stoffen wie Pollen, Tierhaaren oder Rauch die Symptome. Bei einigen Menschen treten Beschwerden hauptsächlich bei Infekten der Atemwege auf, was besonders in den Wintermonaten zu verstärkten Problemen führen kann. In schweren Fällen kommt es zu ausgeprägten Anfällen, die ohne rechtzeitige Behandlung gefährlich werden können. Das Erlebnis eines solchen Anfalls ist oft sehr belastend, da das Gefühl der Atemnot Angst auslöst, was wiederum die Atmung zusätzlich erschwert. Auch wenn die Symptome nach einem Anfall meist zurückgehen, bleiben die Bronchien weiterhin empfindlich und können bei erneutem Kontakt mit Auslösern schnell wieder reagieren.

Diagnose

Die Diagnose von Asthma stützt sich auf mehrere Schritte, damit ein möglichst genaues Bild der Erkrankung entsteht. Zunächst wird die Krankengeschichte erhoben, wobei typische Beschwerden, deren Häufigkeit und mögliche Auslöser abgefragt werden. Auch familiäre Vorbelastungen spielen eine Rolle, da Asthma häufiger bei Menschen auftritt, in deren Familie die Erkrankung bereits bekannt ist. Anschließend folgen verschiedene Untersuchungen, die die Funktion der Lunge und die Reaktionsfähigkeit der Bronchien prüfen. Besonders wichtig ist die Spirometrie, mit der die Menge und die Geschwindigkeit der ausgeatmeten Luft gemessen werden. Dabei zeigt sich bei Asthma oft eine charakteristische Einschränkung, die sich nach der Gabe eines bronchienerweiternden Mittels teilweise oder vollständig zurückbildet. Diese Besserung gilt als deutlicher Hinweis auf die Erkrankung. Ergänzend kann ein Provokationstest durchgeführt werden, bei dem geprüft wird, wie stark die Bronchien auf bestimmte Reize reagieren. Bildgebende Verfahren wie ein Röntgen der Lunge werden vor allem eingesetzt, um andere Erkrankungen auszuschließen. Bei allergischem Asthma spielen zudem Hauttests oder Blutuntersuchungen eine Rolle, um mögliche Auslöser zu identifizieren. Insgesamt ergibt sich die Diagnose aus der Kombination von Beschwerden, Untersuchungsergebnissen und dem Ausschluss anderer Ursachen. Eine sorgfältige Diagnostik ist wichtig, da sie die Grundlage für eine passende Behandlung und eine gute Kontrolle der Erkrankung bildet.

Behandlung

Die Behandlung von Asthma verfolgt das Ziel, Beschwerden zu lindern, Anfälle zu verhindern und die Lungenfunktion dauerhaft zu stabilisieren. Sie setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen, die je nach Schweregrad angepasst werden. Ein zentraler Bestandteil sind Medikamente, die meist über Inhalatoren verabreicht werden. Dabei unterscheidet man zwischen schnell wirkenden Mitteln, die im Anfall eingesetzt werden, und länger wirksamen Präparaten zur dauerhaften Kontrolle der Entzündung. Zu den schnell wirksamen Medikamenten zählen bronchienerweiternde Substanzen, die innerhalb kurzer Zeit die Atemwege entspannen und das Atmen erleichtern. Zur langfristigen Behandlung werden häufig entzündungshemmende Wirkstoffe eingesetzt, die die Überempfindlichkeit der Bronchien reduzieren und dadurch die Anfallshäufigkeit verringern. Neben der medikamentösen Therapie spielt die Vermeidung von Auslösern eine wichtige Rolle. Bei allergischem Asthma kann dies bedeuten, den Kontakt zu bestimmten Stoffen zu minimieren oder eine Hyposensibilisierung in Betracht zu ziehen. Regelmäßiges Training, angepasst an die individuelle Belastbarkeit, kann die Lungenfunktion stärken, solange die Erkrankung gut eingestellt ist. Schulungen, in denen der richtige Umgang mit Inhalatoren und das Erkennen früher Warnzeichen vermittelt werden, helfen zusätzlich, Anfälle zu vermeiden. Menschen mit schwerem Asthma benötigen manchmal eine spezialisierte Therapie, bei der gezielt bestimmte Entzündungsmechanismen blockiert werden. Auch wenn die Erkrankung chronisch bleibt, ermöglicht eine konsequente Behandlung den meisten Betroffenen ein weitgehend beschwerdearmes Leben und eine stabile Kontrolle der Symptome.