Death Stranding
| Death Stranding | |
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| Entwickler | Kojima Productions |
| Genre | Action-Adventure |
| Modus | Einzelspieler, asymmetrische Online-Interaktion |
| Plattformen | PlayStation 4, PlayStation 5, PC |
| Engine | Decima |
| Erscheinungsdatum | 8. November 2019 |
| Altersempfehlung | USK 16 / PEGI 18 |
| Sprache | Deutsch, Englisch, Japanisch |
| Website | Ofizielle Seite |
Death Stranding spielt in einer postapokalyptischen Welt der nahen Zukunft, in der ein Ereignis namens Death Stranding die Grenze zwischen Leben und Tod aufgelöst hat. Dadurch erscheinen spektrale Wesen, die sogenannten BTs, in der Welt der Lebenden und stellen eine permanente Gefahr dar. Der Spieler übernimmt die Rolle von Sam Porter Bridges, einem Boten, der isolierte Siedlungen durch Lieferaufträge miteinander verbinden soll. Sam arbeitet für die Organisation Bridges, deren Ziel es ist, ein landesweites Netzwerk – das Chiral Network – wiederherzustellen, um Kommunikation und Zusammenarbeit in den zerstörten Vereinigten Staaten zu ermöglichen. Die Handlung legt großen Wert auf zwischenmenschliche Bindungen, die Rolle moderner Technologie und die Auswirkungen von Isolation in einer Welt, in der traditionelle Strukturen zusammengebrochen sind. Neben Sams Hauptaufgaben entwickelt sich die Geschichte durch Begegnungen mit Schlüsselpersonen wie Fragile, Deadman und Mama, deren Hintergrundgeschichten wiederum zentrale Aspekte der Welt erklären und den Verlauf der Ereignisse entscheidend beeinflussen. Die Erzählung verbindet übernatürliche Elemente mit wissenschaftlichen Ansätzen, sodass ein komplexes Narrativ entsteht, das mehrere Zeitebenen und persönliche Motivationen der Figuren miteinander verknüpft. Dabei wird der Einfluss der Vergangenheit auf die Gegenwart thematisiert, indem Erinnerungsfragmente, Visionen und holografische Projektionen genutzt werden, um Zusammenhänge zwischen dem Death Stranding, Sams Identität und den politischen Strukturen der verbleibenden Gesellschaft aufzudecken.
Spielwelt
Die Spielwelt von Death Stranding besteht aus weitläufigen, verlassenen Landschaften, die an nordamerikanische Regionen erinnern, jedoch durch das Death Stranding stark verändert wurden. Topografie, Wetter und Bodenbeschaffenheit wirken sich direkt auf die Fortbewegung aus, wodurch das Traversieren der offenen Welt selbst zu einem zentralen Spielelement wird. Besonders relevant ist der sogenannte Timefall, ein Regen, der alles beschleunigt altern lässt und zudem auf das Auftreten der BTs hindeutet. Dadurch entsteht ein ständiger Wechsel zwischen ruhigen Phasen der Erkundung und gefährlichen Momenten, in denen der Spieler vorsichtig planen muss. Neben natürlichen Hindernissen existieren vom Menschen geschaffene Strukturen wie verlassene Forschungseinrichtungen, unterirdische Bunker und Relikte früherer Städte, die Hinweise auf die Vorgeschichte der Welt bieten. Viele dieser Orte sind über das Chiral Network miteinander verbunden, was Bauprojekte wie Brücken, Seilrutschen oder Energietürme ermöglicht. In der Umgebung finden sich zudem Ressourcen, verlorene Lieferladungen und Ausrüstungsteile, die Spieler systematisch nutzen können, um ihre Reisen zu optimieren. Die Spielwelt ist bewusst reduziert gestaltet, um ein Gefühl von Isolation zu vermitteln, während gleichzeitig subtile Zeichen menschlicher Kooperation sichtbar bleiben. Durch die asymmetrische Online-Komponente erscheinen Strukturen anderer Spieler in der eigenen Welt, sodass Straßen, Warnschilder oder Werkzeuge den Spielfluss erleichtern. Diese Elemente sind organisch in die Umgebung eingebettet und verdeutlichen das zentrale Thema der Wiederverbindung einer zerbrochenen Gesellschaft durch gemeinsames Handeln, selbst wenn Spieler sich nicht direkt begegnen.
Gameplay
Das Gameplay von Death Stranding konzentriert sich auf Transport, Planung und die strategische Organisation von Ausrüstung. Als Bote muss der Spieler Lieferungen an unterschiedliche Siedlungen, Terminals oder Einzelpersonen überbringen, wobei Gewicht, Gleichgewicht und Zustand der Fracht entscheidend sind. Der Spieler kann Ausrüstung wie Exoskelette, Allradfahrzeuge, Kletteranker oder tragbare Leiter einsetzen, um Geländeprobleme zu überwinden und die Effizienz seiner Routen zu verbessern. Ein zentrales System ist das BB-Gerät, ein künstlich hergestelltes Säuglingsmodul, das Sam hilft, BTs zu orten. Der Umgang damit erfordert regelmäßige Pflege und Beruhigung, da Stresssituationen seine Funktion beeinträchtigen können. Kämpfe spielen eine kleinere, aber bedeutende Rolle: Neben nichttödlichen Waffen existieren spezielle Ausrüstungen, die auf Sams biologische Eigenschaften zurückgreifen, um BTs zu bekämpfen. Gegnerische Gruppen wie die MULEs erschweren Lieferaufträge zusätzlich, indem sie Fracht stehlen oder den Spieler verfolgen. Der Fortschritt im Spiel basiert auf dem Aufbau des Chiral Network, wodurch neue Baupläne, Ausrüstung und Upgrades freigeschaltet werden. Die Online-Funktionen tragen maßgeblich zum Spielfortschritt bei, da Strukturen anderer Spieler übernommen oder verbessert werden können. Dies erzeugt eine indirekte Form der Kooperation, die den Kern der Spielmechanik bildet. Obwohl das Gameplay oft ruhig und prozessorientiert ist, entstehen durch Umweltgefahren, chiral dichte Zonen und Timefall dynamische Herausforderungen, die den Ablauf variieren und strategische Entscheidungen erforderlich machen.
Entwicklung
Death Stranding entstand unter der Leitung von Hideo Kojima nach seiner Trennung von Konami und der Gründung von Kojima Productions als unabhängiges Studio. Die Entwicklung begann 2015 und nutzte früh das technische Fundament der Decima-Engine, die in Kooperation mit Guerrilla Games angepasst und erweitert wurde. Ein bedeutender Fokus lag auf der fotorealistischen Darstellung der Umwelt und der detaillierten Animation der Charaktere, wofür umfangreiche Motion Capture-Technik und 3D-Scans der Schauspieler eingesetzt wurden. Zu den prominent besetzten Rollen gehören Norman Reedus, Mads Mikkelsen, Léa Seydoux und Margaret Qualley. Parallel zur technischen Seite wurde das Design der Spielmechaniken daran ausgerichtet, ein neues Genre-Konzept zu etablieren, das Kojima als "Strand Game" bezeichnete. Ziel war es, ein Erlebnis zu schaffen, in dem Verbindung, Kooperation und Einsamkeit zentrale Elemente darstellen. Die Entwicklungsphase umfasste zahlreiche Iterationen, insbesondere beim Balancing der Transportmechaniken und der Integration der Online-Funktionen. Während der finalen Produktionsphase wurden weitere narrative Komponenten ergänzt, darunter zusätzliche Videosequenzen, Audio-Logs und Hintergrundmaterial, um die Welt kohärenter und verständlicher zu machen. Zudem erfolgte eine Optimierung für verschiedene Plattformen, einschließlich der späteren PC-Version, die erweiterte grafische Optionen und zusätzliche Inhalte enthält. Die Zusammenarbeit von internationalen Teams, die Einbindung wissenschaftlicher Berater und der Anspruch an filmische Inszenierung beeinflussten das Endprodukt maßgeblich und führten zu einem ungewöhnlich interdisziplinären Entwicklungsprozess.
Rezeption
Bei Veröffentlichung erhielt Death Stranding überwiegend positive, jedoch teilweise polarisierende Kritiken. Viele Rezensenten lobten die Darstellung der Welt, die technische Umsetzung und die atmosphärische Dichte, die das Gefühl von Isolation und Verantwortung authentisch vermitteln. Die Leistung der Schauspieler, insbesondere von Norman Reedus und Mads Mikkelsen, wurde als herausragend bezeichnet, ebenso wie der Soundtrack, der stark auf lizenzierte Stücke der Band Low Roar setzt. Kritisch bewertet wurde hingegen die geringe Vielfalt traditioneller Action-Elemente und die intensive Fokussierung auf Liefermechaniken, die für einige Spieler monoton wirken können. Trotz der gespaltenen Meinungen wurde das Spiel vielfach ausgezeichnet, unter anderem für Narrative, Musik, Regie und Innovation. Die Verkaufszahlen lagen weltweit im hohen Bereich und führten dazu, dass Death Stranding als eines der prägenden Spiele seiner Dekade angesehen wird. Besonders hervorgehoben wurde das neuartige Online-System, das indirekte Kooperation fördert und das Thema sozialer Verbindungen spielmechanisch verdeutlicht. In wissenschaftlichen Analysen wird das Spiel häufig im Kontext moderner Kommunikationskultur, postapokalyptischer Weltentwürfe und der Darstellung von Arbeit betrachtet. Auch in der Spielergemeinschaft gilt "Death Stranding" als Werk mit starkem Wiedererkennungswert, das durch seine Ästhetik und Erzählweise einen festen Platz im kulturellen Diskurs gefunden hat.
Nachwirkung
Die Nachwirkung von Death Stranding zeigt sich in unterschiedlichen Bereichen der Medien- und Spielekultur. Das Spiel gilt als eines der prägendsten Werke von Hideo Kojima seit der Metal Gear-Reihe und wird häufig als Referenz für narrative Experimente in AAA-Produktionen angeführt. Viele Entwicklerstudios verwiesen in Interviews darauf, dass das Konzept der asymmetrischen Vernetzung neue Perspektiven auf kooperative Spielmechaniken eröffnet habe. Auch in der Popkultur hinterließ das Spiel Spuren, da seine Bildsprache, Charaktere und Themen in Fan-Art, Musikvideos und Diskussionsformaten aufgegriffen wurden. Die Veröffentlichung von "Death Stranding Director’s Cut" erweiterte das Spiel um zusätzliche Missionen, Werkzeuge und Komfortfunktionen, wodurch das Grundkonzept verfeinert und für neue Spieler zugänglicher wurde. Darüber hinaus entstanden Debatten über die gesellschaftlichen Motive des Spiels, insbesondere die Darstellung von Isolation, Arbeitsethik und technologischer Abhängigkeit. In akademischen Kreisen wird "Death Stranding" zunehmend im Kontext von Digitalanthropologie, Mediennarratologie und dem Wandel moderner Arbeitswelten untersucht. Die Ankündigung eines direkten Nachfolgers belegt zudem den nachhaltigen Einfluss des Titels auf das Portfolio von Kojima Productions. Insgesamt etablierte "Death Stranding" einen neuen Ansatz für erzählerisch geprägte Spiele, der weiterhin als Beispiel für die Verschmelzung von filmischer Inszenierung und interaktivem Gameplay dient.
