Depression - eine unterschätzte Krankheit

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Eine Depression kann Menschen zu Außergewöhnlichem veranlassen. Viele großen Kunstwerke entstanden aus diesem Gemütszustand. Doch in erster Linie wirkt eine Depression lähmend, macht die betroffene Person apathisch, ängstlich, willenlos und kraftlos. Viele Betroffene schaffen es nicht allein, aus diesem Teufelskreis auszubrechen.

Albrecht Dürer - Biblioteca Digital Hispánica, Gemeinfrei, [1]
Albrecht Dürers Melencolia I, Edvard Munchs Schrei, Vincent van Goghs An der Schwelle zur Ewigkeit oder das Lied Gloomy Sunday des ungarischen Komponisten Rezső Seress verarbeiteten künstlerisch den Gemütszustand eines an Depression leidenden Menschen. Schwermütige oder an Depression leidende Menschen erkennen sich in diesen Werken sofort wieder.

Depressionen können viele Ursachen haben. Sie können aus der Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen entstehen oder durch der Trennung des Partners. Oftmals ist der Auslöser der Job. Mobbing und Überlastung sind die Hauptursachen. Aber auch Arbeitslosigkeit, Probleme in der Ehe oder Einsamkeit sind sehr häufige Ursachen. Wenn einen das Gefühl einschleicht, nicht mehr der Herr der Situation zu sein, wenn einen häufig ein Gefühl der Ohnmacht überkommt, dann ist die Ausgangslage für die Entstehung einer Depression gelegt.

Manchmal sind die Auslöser im Tiefen der Psyche verborgen und sind nicht als solche klar erkennbar. Fakt ist auch, dass viele betroffene Menschen auch eine genetische Prädisposition für die Entstehung der Depressionen haben. Frauen sind zum Beispiel zweimal so häufig betroffen als Männer[1].

Klinisches Bild

Vincent van Gogh - The Yorck Project: 10.000 Meisterwerke der Malerei. DVD-ROM, 2002. ISBN 3936122202. Distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH., Gemeinfrei, [2]

Eine Depression geht mit vielen Anzeichen daher, die unterschiedlich ausgeprägt und ebenfalls in verschiedenen Kombinationen auftreten können. Letzteres betrifft den Schweregrad der Erkrankung.

Die typischen Symptome einer Depression

  • Niedergeschlagene Stimmung
  • Apathie, Freudlosigkeit
  • Vermindertes Selbstwertgefühl und Gefühl der Minderwertigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Negative Gedanken
  • Suizidgedanken
  • Schlafstörungen

Behandlung

Allein können depressive Menschen oftmals nicht aus ihrem Leiden herauskommen. Ihnen fehlt schlicht die Kraft. Deswegen sind Depressivkranke auf die Hilfe von außen angewiesen. Ganz besonders auf die aus näherem Umfeld.

Behandlung erfolgt aus der Einnahme von Antidepressiva. Unterstützende Psychotherapie kann die Depression langfristig in den Griff kriegen. Als sehr wirksam haben sich auch Maßnahmen wie Sport, Aufenthalt im Freien, Meditation sowie Ernährung, basierend auf Omega-3-Fettsäuren[2] erwiesen. Besonders bei saisonalem Muster wie den Winterdepressionen hat sich die Lichttherapie als sehr wirksam gezeigt. Dabei wird man einem künstlichen Vollspektrumlicht von mindestens 10.000 Lux ausgesetzt. Diese Therapie ist so wirksam, dass sich die ersten Anzeichen der Besserung bereits in einer bis vier Wochen zeigen[3].

Bekannte Persönlichkeiten

  • Elisabeth von Österreich-Ungarn (Sisi) (* 1837; † 1898) - Kaiserin von Österreich [4] [Attentat]
  • David Strickland (* 1969; † 1999) - US-amerikanischer Schauspieler [Suizid]
  • Ernest Hemingway (* 1899; † 1961) - US-amerikanischen Schriftsteller [Suizid]
  • Amy Winehouse (* 1983; † 2011) - britische Sängerin [Alkoholvergiftung]
  • Robert Enke (* 1977; † 2009) - deutscher Fußballtorwart [Suizid]
  • Robin Williams (* 1951; † 2014) - US-amerikanischer Schauspieler und Komiker [Suizid]

Quellennachweise

  1. E. Bromet, L. H. Andrade, I. Hwang, N. A. Sampson, J. Alonso, G. de Girolamo, R. de Graaf, K. Demyttenaere, C. Hu, N. Iwata, A. N. Karam, J. Kaur, S. Kostyuchenko, J. P. Lépine, D. Levinson, H. Matschinger, M. E. Mora, M. O. Browne, J. Posada-Villa, M. C. Viana, D. R. Williams, R. C. Kessler: Cross-national epidemiology of DSM-IV major depressive episode. In: BMC medicine. Band 9, 2011, S. 90, doi:10.1186/1741-7015-9-90. PMID 21791035, PMC 3163615 (freier Volltext) (Review).
  2. David Servan-Schreiber: Die Neue Medizin der Emotionen. Stress, Angst, Depression:Gesund werden ohne Medikamente. Goldmann, München 2006, ISBN 3-442-15353-0, S. 155 f. und 319 (Übersetzer: Inge Leipold, Ursel Schäfer)
  3. FAQ Tageslichtlampen
  4. Depression: Wege aus der dunklen Nacht der Seele. Ruediger Dahlke, Goldmann Verlag, 2006