Die kuriosesten Steuern gestern und heute

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Steuerabgaben gibt es seit der Bildung der Protostaaten. Wahrscheinlich noch früher. Denn nur so war es möglich, die Staatsdiener zu bezahlen, die Infrastruktur auszubauen und den Monarchen, Lehnsherren und den darum gebildeten Staatshof zu bereichern. Im Sozialstaat geht es bei den Abgaben um einiges gerechter zu, aber die Steuerbelastung kann je nach Einkommen und Familienstand doch ganz schön weh tun. Was sich der Staat in der Vergangenheit und heute alles einfallen ließ, um den Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen, sehen wir uns in diesem Artikel an.

Altertum

Eine der bekanntesten Redewendungen "Geld stinkt nicht" geht auf den römischen Kaiser Vespasian zurück, der im 1. Jahrhundert eine Latrinensteuer auf öffentliche Toiletten einführte. Auch wenn diese Steuer schon lange nicht mehr existiert, hat sich der Spruch bis heute gehalten.

Im alten Ägypten spielte der Nil eine zentrale Rolle im Leben der damaligen Menschen. So richtete sich die Höhe der Steuerabgabe auf die Höhe des Nilstands. Stand das Wasser hoch, gab es genug fruchtbaren Schlamm auf den Feldern, und die Bauern mussten mehr Steuern abführen. In Jahren, in denen der Wasserstand niedrig war, fiel die Steuerabgabe entsprechend niedriger aus.

Mittelalter und Neuzeit

Pieter Brueghel der Jüngere, Die Steuereintreibung, um 1640 - Artdaily.org, Public Domain, [1]
Eine der ältesten Steuerabgaben ist die in Deutschland erst 1993 abgeschaffte Salzsteuer. In Frankreich wurde die Salzsteuer im Jahr 1286 eingeführt. Sie verpflichtete die Bürger zur Abnahme einer festgelegten Menge Salz zum Monopolpreis.

In Großbritannien und Frankreich gab es bis 1851 eine sogenannte Fenstersteuer. Sie wurde auf die Anzahl der Fester in einem Haus erhoben. Um weniger bezahlen zu müssen, mauerten Menschen die Fensteröffnungen einfach zu.

In Preußen wurde zwischen 1698 bis 1717 das Tragen von Perücken als Luxusgut mit einer Perückensteuer auferlegt. Und zu Beginn des 18. Jahrhunderts mussten ebenfalls in Preußen unverheiratete Frauen eine Jungfernsteuer entrichten.

Moderne

Auch heute noch gibt es kurios erscheinende Steuern, die als historische Überbleibsel immer noch Bestand haben. Als Teil der Luxussteuer fällt auf sekthaltige Getränke eine besondere Steuer an. Auch die Vergnügungssteuer wird in vielen Variationen fällig, wenn der steuerpflichtige Bürger ausgelassen feiern möchte. Teil der Vergnügungssteuer sind beispielsweise Kinosteuer, Glückspielsteuer oder die Tanzsteuer. Ebenfalls als Teil der Vergnügungssteuer führte die Stadt Köln 2004 eine Sexsteuer ein, die die Prostituierten pauschal pro Sexualdienstleister abführen müssen.

Steuerflucht

"Nichts ist sicher außer Tod und Steuern", besagt ein altbekannter Spruch. In Zeiten des de facto aufgehobenen Bankgeheimnisses und des Handels mit Steuersünder-CDs trocknen die alpinen und mediterranen Steueroasen immer weiter aus.

Trotz allem ist die Schweiz bei vielen Fachkräften, Vermögenden oder Firmengründern immer noch sehr beliebt. Das Land der Eidgenossen hat von seiner Attraktivität nicht viel eingebüßt. Das kleine Land im Herzen Europas punktet nicht nur mit höheren Durchschnittslöhnen, sondern auch mit niedrigen Sozialabgaben zwischen 14 und 17 Prozent. Die Mehrwertsteuer liegt in der Schweiz bei rund acht Prozent, der reduzierte Steuersatz sogar bei zweieinhalb Prozent. Bei all den sich gering anhörenden Zahlen darf nicht vergessen werden, dass die Lebenserhaltungskosten in der Schweiz um bis zu 50 Prozent teuerer als im EU-Durchschnitt liegen.