Fitness-Tracker - Motivation für mehr Aktivität

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Laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK nutzen 28 Prozent der Bundesbürger ein Fitness-Armband, eine Smartwatch oder eine Gesundheits-App auf dem Smartphone[1]. Das ist gut ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland. Fitnesstracker können bei einer disziplinierten Anwendung dazu beitragen, dass man Lebensqualität durch mehr Aktivität gewinnt.

Das Bewusstsein für eine gesunde Lebensführung wächst seit Jahren kontinuierlich. Menschen in den Industrieländern leben statistisch immer länger. Das Ziel ist dabei auch, nicht bloß älter zu werden, sondern auch gesund zu bleiben und eine ganzheitliche Lebensqualität bis ins hohe Alter zu bewahren. Solche Faktoren wie gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung spielen dabei eine Schlüsselrolle.

Längst hat die Industrie diesen Trend entdeckt und sorgt für immer neuere Innovationen, um die Wünsche der Konsumenten zu befriedigen. Eine führende Rolle dabei spielen Smartphone-, Wearables- und Softwareentwickler.

Was sind Wearables?

Unter Wearables versteht man im weitesten Sinne die Datenverarbeitung in tragbaren Computersystemen. Heute sind Wearables meist ein Synonym für Tracking-Armbanduhren und Armbänder. Sie sind je nach Modell und Preis mit zahlreichen Sensoren bestückt, die bestimmte physische Abläufe messen und aufzeichnen. Prinzipiell sind Wearables alle technologischen Gadgets, die zur Aktivitätsaufzeichnung am Körper getragen werden.

Wie funktioniert ein Fitnessarmband oder eine Fitnessuhr?

Ein Fitnessarmband bzw. eine Fitnessuhr zeigen mittels verbauter Sensoren Bewegungsabläufe auf. Mit Hilfe eines GPS-Sensors werden Standortkoordinaten ermittelt. Daraus lässt sich die Route aufzeichnen und die Geschwindigkeit ermitteln. Mit einem Pulsmesser ermittelt das Gerät, inwieweit der Körper seine Belastungsgrenze erreicht und warnt den Nutzer optisch, akustisch oder durch Vibration. Die Herzfrequenz lässt sich entweder durch einen Brustgurt ermitteln oder neuerdings direkt am Handgelenk messen. Während ein Brustgurt von manchen Menschen als störend und bewegungseinschränkend wahrgenommen wird, funktioniert die Pulsmessung am Handgelenk komplett ohne Einschränkungen für den Sportler. Und zwar weder durch Druck noch durch Elektroden, sondern optisch. An der Unterseite solch einer Uhr befinden sich meist zwei LEDs. Sie durchleuchten einige Millimeter tief die darunter liegende Haut bis zu der Vene. Das vom Blut reflektierende Licht wird von einer Fotozelle detektiert. Diese Messmethode funktioniert erstaunlich gut und verdrängt immer mehr Systeme mit einem Brustgurt vom Markt.

Modelle im mittleren und höheren Preissegment haben noch einen 3-Achsen-Bewegungssensor, mit dem sich Bewegungsabläufe exakter bestimmen lassen können. Diese eignen sich nicht nur für Sport, sondern können Bewegungen im Schlaf erfassen. In Verbindung mit der Herzfrequenzmessung lassen sich dadurch Rückschlüsse auf die Schlafqualität schließen. Auch kann der Benutzer die Uhr so programmieren, dass sie selbst entscheidet, wann in einem vorher definierten Zeitraum man schonend geweckt werden kann. Höherwertige und experimentelle Modelle gehen noch einen Schritt weiter. Ein Modell von Adidas misst beispielsweise die Körpertemperatur und den Schweiß. Aus der Kombination dieser beiden Werte lässt sich noch eine genauere Aussage über den Zustand des Körpers treffen.

GSP-Uhren als Prävention von Herzinfarkt

Eine GPS-Uhr mit einem Herz-Symbol
Bild: Eigenes Werk
Einige namhafte Hersteller arbeiten an Sensoren, die Herzrhythmusstörungen erkennen und einen Gang zum Arzt empfehlen. Andere Entwickler gehen noch einen Schritt weiter. Bei einem Herzinfarkt entscheiden oft wenige Minuten über Leben und Tod. So gibt es ernstzunehmende Gerüchte, dass Apple an einer Smartwatch arbeitet, die nicht nur die Herzfrequenz messen, sondern auch die Herztöne abhören soll. Die Smartwatch könnte so in der Lage sein, verstopfte Arterien erkennen zu können und so ernstzunehmende Folgen vorzubeugen.

Mindestens einen belegten Fall, dass eine Smartwatch das Leben des Nutzers rettete, gibt es bereits.[2] Im Sommer 2015 meldete die Apple Watch des Kanadiers Dennis Anselmo einen ungewöhnlich hohen Puls. Daraufhin wählte er den Notruf. Der Notarzt diagnostizierte einen Herzinfarkt und brachte ihn in eine Klinik. Hätte der Patient nicht schnell reagiert und Notruf gewählt, hätte der Herzinfarkt für Anselmo tödlich enden können.

Fazit

Smartwatches, Fitnessuhren und Armbänder können motivieren und langfristig dabei helfen, sich sportlich zu betätigen oder zumindest mehr Bewegung in den Alltag zu bringen. Mittlerweile haben auch Krankenkassen den Nutzen solcher Geräte erkannt und locken Kundschaft mit Beitragssenkungen. Verbraucherschützer mahnen jedoch zur Vorsicht. Daten zum Gesundheitszustand eines Patienten sind höchst sensibel. Im ungünstigsten Fall könnten die Krankenkassen diese Daten auch gegen die Versicherten verwenden, wenn sie aus den Werten bestimmte Erkrankungen ableiten. Jeder Anwender solcher Sportuhren muss für sich selbst entscheiden, mit wem er diese Daten teilen möchte und was er sich davon erhofft.

Da die von Wearables aufgezeichneten Daten zwischen der Armbanduhr, Smartphone und Internetportalen wandern, werden sie auch zunehmend für Hacker interessant. Das ist bis dato noch ein Thema, mit dem sich die wenigsten Anwendet auseinander setzen. Wenn man seinen Alltag mit Hilfe einer GPS-Armbanduhr bewusst gestaltet, sollte die Datensicherheit nicht auf der Strecke bleiben.

Quellennachweise

  1. Gfk.de, Jeder vierte deutsche Internetnutzer setzt auf Gesundheits-Apps oder Fitness-Tracker
  2. MacLife.de, Herzinfarkt - Apple Watch rettet Kanadier das Leben
  1. Kalorienberechnung von Fitness-Trackern