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Induktionskochplatten - eine Erfindung des 19. Jahrhunderts!

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Induktionsherde finden sich in fast jeder besseren Küche. Sie sind effizient, schnell und zeugen von einem gewissen Status des Haushalts. Gegenüber konventionellen Herdplatten aus Ceran oder gar Guss haben Induktionsplatten viele Vorteile. Wer aber denkt, dass Induktionsherd eine moderne Erfindung ist, irrt.

Die Bezeichnung Induktionsherd geht auf das physikalische Prinzip der elektromagnetischen Induktion zurück. Entdeckt wurde die Induktion durch den englischen Experimentalphysiker Michael Faraday, als er im Jahr 1831 Experimente mit dem Magnetfeld anstellte und elektrischen Strom aus einem Magnetfeld zu erzeugen versuchte. Bei seiner Versuchsreihe fand er heraus, dass ein Stabmagnet elektrische Spannung induziert, wenn er durch gewickelten Draht (Spule) bewegt wird. Dieses Prinzip trug zur Entwicklung des elektrischen Generators bei.<ref>Wikipedia, Michael Faraday, Elektromagnetische Induktion</ref>

Konstruktionszeichnung einer historischen Induktionskochplatte
Quelle: Andy Dingley (scanner) - Scan from Kennedy, Rankin (1909 edition) Electrical Installations, vol. II, London: Caxton, Gemeinfrei, [1]

Ein Induktionskochfeld arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip: Ein magnetisches Wechselfeld wird durch eine Glaskeramikplatte zum Kochtopf mit einem Boden aus ferromagnetischer Eisenlegierung übertragen. Die induzierten Wirbelströme und Ummagnetisierungsverluste <ref>Llorente S et al. A comparative study of resonant inverter topologies used in induction cookers. Seventeenth Annual IEEE Applied Power Electronics 2, 1168-1174. 2002.</ref> erzeugen in der Molekularstruktur der Eisenlegierung Wärme. Die Glaskeramikplatte bleibt dabei kalt. Dadurch, dass der Boden des Kochtopfs direkt erhitzt wird, arbeitet ein Induktionskochfeld deutlich effizienter im Vergleich zu elektrischen Kochfeldern, bei denen zunächst die Kochplatte und dann das Geschirr erhitzt werden müssen.

Die ersten Patente für Induktionskochplatten wurden um 1900 angemeldet. Es blieb jedoch zunächst nur bei Konzepten. Auf der zweiten in Chicago stattfindenden Weltausstellung unter dem Namen "A Century of Progress" wurde eine erste funktionierende Induktionskochplatte der Öffentlichkeit vorgeführt. Zu einer industriellen Anwendung im Konsumerbereich kam es jedoch nicht.

In den 1950er Jahren wurden quer durch die USA die ersten Demonstrationsvorführungen der Induktionsherde der breiten Masse gezeigt. Um die Sensation der neusten Erfindung zu steigern, wurde Zeitungspapier zwischen Herd und Geschirr gelegt und Wasser zum Erhitzen gebracht. Doch auch hier konnte sich die neue Technologie noch nicht durchsetzen.

Die erste industrielle Anwendung erfuhr der Induktionsherd in den 1970er Jahren. Ein Induktionsgerät mit dem Namen "Cool Top" wurde von der amerikanischen Firma Westinghouse Electric Corporation produziert und zu einem Preis von rund 1500 Dollar vertrieben. Eine Menge Geld für die damalige Zeit. Aufgrund des Preises konnten sich die Geräte auf dem Markt nicht behaupten. Das änderte sich, als Anfang der 2000er Jahre neue Herstellungsmethoden die Geräte erschwinglich machten und mehrere Firmen weltweit die Geräte in ihr Produktionsportfolio aufnahmen.

Die Vorteile von Induktionskochplatten auf einen Blick

  • Induktionskochplatten sind sehr effizient, weil sie die Wärme nicht mittels einer heißen Kochplatte an das Geschirr übertragen müssen. Die Wärme entsteht dort, wo sie entstehen soll: im Kochgeschirr.
  • Bei einer Induktionskochplatte kann man die Energiezufuhr viel genauer dosieren als bei einem konventionellen Elektroherd.
  • Fürs Kochen auf einer Induktionsplatte ist spezielles Kochgeschirr notwendig. Allerdings kann auch konventionelles Geschirr verwendet werden, wenn es aus Gusseisen und Stahl-Emaille besteht<ref>Induktionstöpfe Test: Essen aus dem Spezialtopf!</ref>. Wichtig ist, dass das Geschirr muss ferromagnetisch ist. Kochtöpfe mit dickerem Boden eignen sich dafür besser.

Quellennachweise

<references/>