Formen und Arten von Terrarien

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Kaum etwas ist faszinierender als Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Wenn man ein Stück Biotop in seine vier Wände bringen möchte, kommt man an einem Terrarium nicht vorbei. Ganz gleich für welchen Einsatz - ob für Hobby und Entspannung, für Forschung und Beobachtung - es gibt Terrarien für die vielfältigsten Einsatzmöglichkeiten.

Ein Terrarium ist mehr als Aquarium ohne Wasser

Die meisten in Terrarien gehaltenen Arten sind empfindlich gegenüber Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Licht. Nur wenn alle Rahmenbedingungen passen, können die Tiere sich wohl fühlen. Sie müssen auch die Möglichkeit haben, sich zurückziehen zu können. Daher ist ein reiner Glaskasten nicht immer die richtige Wahl. Im Allgemeinen müssen solche Voraussetzungen geschaffen werden, die dem natürlichen Lebensraum des Tiers am ehesten entsprechen und dem Halter gleichzeitig die Möglichkeit bieten, das Tier beobachten zu können.

Terrarienarten

Je nachdem, ob die fürs Terrarium bestimmte Tierart trockenes, gemäßigtes oder subtropisches Klima bevorzugt, werden an das Terrarium unterschiedliche Anforderungen gestellt. Dabei ist das Terrarium ein Oberbegriff. Je nach Tierart oder Biotop werden Terrarien in folgende Kategorien eingeteilt.

Trockenterrarium

Eine Bartagame im Wüstenterrarium
Bild: Eigenes Werk
In Trockenterrarien ist die Feuchtigkeit höchstens in der Luft oder als Kondensat vorhanden. Die Spanne reicht von Wüstenterrarium über Savannenterrarium bis zum Regenwaldterrarium. Eine Unterform von Trockenterrarien bilden die Insektarien und Formicarien. Das letztere bildet ein besonders komplexes und empfindliches Ökosystem nach - einen Ameisenstaat. Aufwendig gestaltete Formicarien stellen im Querschnitt die Ameisengänge, Schlaf- und Bruträume dar und gestatten einen spannenden Einblick in das Ameisenleben. Eine Unterform von Terrarien bilden Florarien, auch Flaschengarten genannt.

Aquaterrarium

Wie der Name schon sagt, sind die Biotope von Aquaterrarien von Wasser geprägt. In einem Paludarium wird eine Moor- oder Sumpflandschaft nachgebildet. Ein klar von Wasser getrennter Trockenanteil wird Uferterrarium oder Riparium genannt. Regenwaldterrarium bildet ein Zwischenglied zwischen Wasser- und Trockenterrarien.

Material und Bauformen

Die Form und Größe eines Terrariums richtet sich nach Minimalanforderung der Tierart und nach Platzbedarf in den Wohnräumen. Neben klassischen Materialien wie Glas und Plexiglas gibt es Gaze- und Holzterrarien. Die letzteren sind oft den Glas- und Kunststoffterrarien vorzuziehen, da sie atmungsaktiver und nicht so anfällig gegen Schimmelpilzbildung sind. Für Hobbybastler und Sparfüchse gibt es auch Bausätze, mit denen man ein Terrarium selbst zusammenzimmern kann.

​Übrigens

Als einer der Pioniere der Terraristik gilt der deutsche Naturforscher Johann Matthäus Bechstein. In seinem 1797 veröffentlichen Buch "Naturgeschichte und Stubentiere" beschrieb er seine Beobachtungen, welche Tiere und unter welchen Bedingungen als Heimtiere gehalten werden können.