Attische Demokratie

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Attische Demokratie bezeichnet das politische System des klassischen Athen, das als eine der frühesten Formen direkter Demokratie gilt. Es beruhte auf der aktiven Teilnahme männlicher Vollbürger an politischen Entscheidungen. Wichtige Grundlagen wurden mit den Reformen des Kleisthenes gelegt.

Grundlagen

Die attische Demokratie stützte sich auf die direkte Mitwirkung der Bürger. Politische Rechte hatten nur männliche Vollbürger. Entscheidende Institutionen waren die Volksversammlung (Ekklesia), der Rat der 500 und verschiedene Gerichte. Schriftliche Gesetze und feste Verfahren sollten Willkür verhindern.

Volksversammlung

Die Volksversammlung war das zentrale Organ. Sie entschied über Gesetze, Krieg und Finanzen. Jeder Bürger durfte sprechen und abstimmen. Sitzungen fanden regelmäßig statt. Die Versammlung konnte Beamte kontrollieren, Berichte anfordern und wichtige strategische Fragen behandeln.

Rat der 500

Der Rat der 500 bereitete die Beschlüsse der Volksversammlung vor. Seine Mitglieder wurden jährlich ausgelost und kamen aus den verschiedenen Phylen. Der Rat organisierte Tagesordnungen, leitete Verwaltungsaufgaben und überwachte Beamte.

Gerichte

Die attischen Gerichte spielten eine bedeutende Rolle. Laienrichter wurden per Los aus der Bürgerschaft bestimmt. Gerichte entschieden über politische Streitfälle, private Klagen und Verfahren gegen Beamte. Die Kontrolle durch Gerichte galt als wichtiger Schutz vor Machtmissbrauch.

Losverfahren

Zahlreiche Ämter wurden per Los vergeben, um Machtkonzentration zu verhindern. Nur militärische Führungspositionen wie die Strategen wurden gewählt. Das Los sollte sicherstellen, dass alle Bürger grundsätzlich gleiche Chancen auf politische Verantwortung hatten.

Einschränkungen

Die attische Demokratie galt nur für männliche Vollbürger. Frauen, Metöken und Sklaven waren ausgeschlossen. Dadurch spiegelte das System nur einen Teil der Bevölkerung wider. Trotz dieser Begrenzung beeinflusste das Modell spätere Vorstellungen von bürgerlicher Mitwirkung.

Niedergang

Nach dem Peloponnesischen Krieg kam es zu politischen Krisen. Die Demokratie wurde zeitweise abgeschafft, später aber erneuert. 322 v. Chr. beendete die makedonische Herrschaft die attische Demokratie endgültig.