BHKW

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Funktionsprinzip eines BHKWs

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine Anlage zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme (Kraft-Wärme-Kopplung, KWK). Die bei der Stromproduktion entstehende Abwärme wird zur Beheizung oder Warmwasserbereitung genutzt – möglichst am Ort des Wärmebedarfs, z. B. in Haushalten, Gewerbegebäuden oder Industrie.

Je nach Technologie und Größe liegt der elektrische Wirkungsgrad bei ca. 25–45 %, der Gesamtwirkungsgrad (Strom + Wärme) bei gut 80–90 %, wenn Wärmeverluste gering gehalten und die Anlage optimal betrieben wird.[1]

Geschichte

Die Idee der Kraft-Wärme-Kopplung wurde in Deutschland bereits im frühen 20. Jahrhundert erprobt, zunächst vor allem in der Industrie und in Heizkraftwerken. Ab den 1980er-Jahren entwickelten sich kleinere, dezentrale Anlagen für Wohngebäude, Gewerbe und öffentliche Einrichtungen. Seit Inkrafttreten des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) 2002 sowie dessen Novellierungen (2009, 2016, 2020, 2025) erlebten BHKWs eine zunehmende Verbreitung.[2]

Technikvarianten

BHKWs unterscheiden sich vor allem in der Art des Antriebs und des eingesetzten Brennstoffs:

  • Verbrennungsmotor-BHKW: Die häufigste Variante, betrieben mit Erdgas, Flüssiggas, Biogas oder Heizöl.
  • Mikro-BHKW: Sehr kleine Anlagen für Einfamilienhäuser oder kleinere Gewerbeeinheiten.
  • Brennstoffzellen-BHKW: Erzeugen Strom elektrochemisch mit hoher Effizienz, meist mit Erdgas oder Wasserstoff.
  • Turbinen- und ORC-BHKW: Für größere Leistungen, häufig in Industrie oder Nahwärmenetzen.
  • Biomasse-BHKW: Nutzung von Holzpellets, Hackschnitzeln oder biogenen Reststoffen.

Die erzeugte Wärme wird über Wärmetauscher an Heizkreise oder Fernwärmenetze abgegeben. Überschüssiger Strom kann ins öffentliche Netz eingespeist werden.[3]

Förderung in Deutschland

In Deutschland werden BHKWs durch das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) gefördert. Die aktuelle Fassung trat zum 1. April 2025 in Kraft. Die Förderung ist verlängert worden, so dass neue oder modernisierte Anlagen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, auch über das Jahr 2026 hinaus bis mindestens Ende 2030 Zuschlagszahlungen erhalten können.[4] Betreiber müssen eine Zulassung über das BAFA erreichen und bestimmte Effizienz- und Umweltanforderungen erfüllen.[5]

Bedeutung

Die Nettostromerzeugung aus KWK-Anlagen lag 2023 bei etwa 103 TWh; das Ziel des KWKG von 120 TWh bis 2025 wurde bereits erreicht oder übertroffen.[6] Damit gelten BHKWs als wichtiger Bestandteil der deutschen Energiewende, da sie Primärenergie einsparen und Treibhausgasemissionen reduzieren.

Vor- und Nachteile von BHKWs

Vorteil Nachteil
Hoher Gesamtwirkungsgrad (Strom + Wärme) bis 90 % Relativ hohe Investitionskosten
Reduzierte Primärenergie- und CO₂-Emissionen im Vergleich zu getrennten Systemen Effiziente Nutzung nur bei kontinuierlichem Wärmebedarf
Dezentrale Versorgung, nahe am Verbrauchsort Platzbedarf für Anlage und Wärmespeicher
Flexible Brennstoffwahl (Gas, Biogas, Biomasse, Brennstoffzellen) Wartungsaufwand, ggf. Geräuschentwicklung bei Motoren
Möglichkeit der Einspeisung von Strom ins Netz Wirtschaftlichkeit abhängig von Förderprogrammen und Strompreisen

Quellennachweise


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