KPdSU
KPdSU (Kurzform für "Kommunistische Partei der Sowjetunion") war die dominierende politische Organisation der Sowjetunion. Sie entstand 1918 aus der bolschewistischen Partei und blieb bis 1991 das Machtzentrum des Staates. Ihre Strukturen umfassten zentrale und lokale Ebenen, die eng mit staatlichen Institutionen verflochten waren.
Geschichte
Die Partei ging aus der bolschewistischen Bewegung hervor, die unter Wladimir Iljitsch Lenin die Oktoberrevolution anführte. Unter Josef Stalin entwickelte sich ein autoritäres System mit zentraler Planung, politischer Kontrolle und Repression. Nach 1953 leitete Nikita Sergejewitsch Chruschtschow begrenzte Reformen ein. Unter Michail Gorbatschow kam es zu Perestroika und Glasnost. 1991 verlor die KPdSU ihre Macht und wurde verboten.
Organisation
Die KPdSU war streng hierarchisch aufgebaut. An der Spitze stand das Politbüro, darunter das Zentralkomitee und regionale Parteistrukturen. Parteitage bestätigten offizielle Linien und wählten Führungsgremien. Mitgliedschaft war für viele Leitungspositionen Voraussetzung. Der Apparat beeinflusste Verwaltung, Wirtschaft, Militär und gesellschaftliche Organisationen. Mit dem Zerfall der Sowjetunion brachen diese Strukturen schnell zusammen.
Ideologie
Die Partei orientierte sich an den Ideen von Marxismus-Leninismus. Ziel war eine staatlich gelenkte, sozialistische Gesellschaft mit zentraler Wirtschaftsplanung. Abweichende Meinungen wurden streng unterdrückt. In den 1980er Jahren führte die wachsende wirtschaftliche Krise zu Reformversuchen und internen Spannungen.
Bedeutung
Über Jahrzehnte prägte die KPdSU Politik, Wirtschaft und Kultur in der Sowjetunion. Sie bestimmte internationale Ausrichtung, industrielle Entwicklung und das Alltagsleben vieler Bürger. Nach 1991 entstanden in den Nachfolgestaaten neue Parteien, die teils an Traditionen der KPdSU anknüpften, jedoch ohne ihren früheren umfassenden Einfluss.