Ablasshandel

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Ein Ablassbrief aus dem Jahr 1747

Mit dem Ablasshandel oder Indulgenz (lat. indulgentia „Milde“, „Nachsicht“) konnten sich die Menschen des Mittelalters einen Nachlass von Sündenstrafen erkaufen. Das Geld vom Ablasshandel wurde zur persönlichen Bereicherung oder zur Finanzierung von kleineren oder größeren Projekten benutzt. Da die Einnahmen durch den Ablasshandel so lukrativ waren, wurde er sogar auf die Verstorbenen ausgeweitet. Die Menschen konnten so die Seelen ihrer toten Verwandten retten. Als Urkunde für einen bezahlten Ablass wurde der sogenannte Ablassbrief ausgestellt.

Menschen des Mittelalters lebten in permanente Angst vor dem Fegefeuer oder gar der Hölle. Die Kirche schürte diese Angst und machte sie sich zunutze. Seltsamerweise erlebte der Ablasshandel nicht in dunklen Mittelalter eine Blüte, sondern in der Epoche der beginnenden Aufklärung - der Renaissance.

Der Ablasshandel führte letzten Endes zur Reformation und damit zur Spaltung der Kirche, auch wenn Martin Luther dies nie so gewollt hatte. In der katholischen Kirche wurde der Ablasshandel 1562 verboten.

Eines der größten mit dem Handel der Ablassbriefe finanzierte Bauvorhaben war der Bau des Petersdoms. Das Bauvorhaben wurde mit der Abgabe des Peterspfennigs (lat. Denarius Sancti Petri) finanziert.