Bakteriophagen

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Modell eines T4-Phagen

(griech. βακτήριον baktérion "Stäbchen" und φαγεῖν phageín "fressen")

Bakteriophagen oder kurz Phagen sind Viren, die Bakterien befallen. Bakteriophagen setzen sich auf der Bakterienoberfläche mit Hilfe von Füßchen, den sogenannten Schwanzfibern auf, und durchstechen mit Spikes die Bakterienmembran. Anschließend injizieren sie mit Hilfe des Schwanzrohrs das Virenerbgut in das Zytoplasma der Bakterie. Das Kapsid bleibt an der Oberfläche der Bakterie.

Im Zytoplasma setzt die Replikation des einge­spritzten genetischen Materials und die Eiweißsynthese ein. Nach ca. 10 Minuten entstehen in der infizierten Bakterienzelle neue Phagen. Nach etwa einer halben Stunde zerfällt das Bakterium und setzt etwa 200 neue Phagen frei.

Phagen treten sehr häufig auf. Vor allem im Wasser sind sie häufiger als alle anderen Lebewesen zusammen vertreten. Die Gesamtheit der im Wasser vorkommenden Virenbiomasse wird als Viroplankton bezeichnet. Phagen werden in der Medizin gegen einige pathogene Bakterienarten eingesetzt. Während man in Westeuropa experimentelle Forschung an Phagen betreibt, werden sie in Osteuropa seit geraumer Zeit erfolgreich als Alternative zu Antibiotika gegen bakterielle Erkrankungen eingesetzt.