Infektionskrankheit

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Infektionskrankheiten sind Erkrankungen, die ein pathogener Erreger im Körper eines Wirtsorganismus verursacht. Die bekanntesten und lästigsten Infektionskrankheiten des Menschen sind wohl Atemwegsinfekte, im Volksmund Erkältung genannt.

Im weitesten Sinne ist eine Infektion eine wechselseitige Beziehung zwischen einem Makroorganismus und einem Mikroorganismus. Infektionskrankheiten verursachende Erreger verfolgen die unterschiedlichsten Strategien, das eigene Überleben zu sichern und die Reproduktion anzukurbeln. Allen Erregern gemein ist jedoch das Ziel, sich in möglichst vielen Wirten anzusiedeln, da der Körper eines einzelnen Individuums vergänglich ist.

Beim Eindringen eines Fremdorganismus in den Körper des Wirts gibt es folgende Optionen

  1. Der Mikroorganismus wird von der Immunabwehr des Makroorganismus abgetötet oder unschädlich gemacht. In diesem Fall wird man nicht krank und merkt in aller Regel nichts.
  2. Falls die Kräfte des Immunsystems nicht in der Lage sind, den Eindringling sofort abzuwehren, kommt es zu einer Entzündungsreaktion des Körpers. Der Organismus reagiert mit folgenden Maßnahmen:
    1. Den Erreger auf dem mechanischen Wege aus dem Körper befördern. Je nach betroffenem Organ reagiert der Körper mit Schleimfluss, Husten, Erbrechen oder Durchfall. Sind das Körperoberflächen, reagiert der Organismus mit Juckreiz, um den Erreger aus äußeren Hautschichten, aus den Schleimhäuten oder aus den Augen zu entfernen.
    2. Der Körper reagiert mit einem Entzündungsprozess (Inflammation), indem das Immunsystem Botenstoffe freisetzt. Die Entzündung bewirkt lokal begrenzte Rötung und Schwellung durch die Erweiterung der Blutgefäße und dem Freisetzen von Immunzellen ins Gewebe. Die als Fresszellen genannte Zellen des Immunsystems greifen biologisch fremde Substanzen an. Das Immunsystem kann zusätzlich mit der Erhöhung der Körpertemperatur reagieren. In manchen Fällen kann so ein Entzündungsprozess außer Kontrolle geraten und den Körper schädigen (Zytokinsturm). Bei der Covid-19-Pandemie sorgte der Zytokinsturm für die hohe Letalitätsrate und nicht das Virus selbst.

Die Infektionskrankheiten werden folgendermaßen klassifiziert

  • Darminfektionen. Die Infektion erfolgt über kontaminierte oder verdorbene Lebensmittel oder als Schmierinfektion.
  • Infektionen der oberen und der unteren Atemwege.
  • Transmissiver Übertragungsmodus. Infektionen über Blut durch tierische Überträger. z.B. Insektenstiche.
  • Parenteral: Infektionen durch Kontakt mit Blut oder mit anderen Körperflüssigkeiten (Speichel, Sperma). Eine Infektion kann durch Spritzen, Zahnbohrer oder chirurgisches Besteck, bei der Geburt oder beim ungeschützten Geschlechtsakt erfolgen. Zu den verbreitendsten Erregern, die parenteral übertragen werden, gehören das HI-Virus oder Hepatitis-B und C-Viren.
  • Perkutane oder permuköse Infektion. Die Krankheitserreger dringen durch Oberflächenkontakte durch die Haut (perkutan) oder die Schleimhaut (permukös) ein.

Zu den Infektionskrankheiten verursachenden Erreger gehören Viren, Bakterien, Pilze, Algen, Einzeller, Prionen, Protisten, Viroide oder Würmer.

Schutz vor Infektionen

Zum Schutz vor Infektionskrankheiten gehören vorsorgende Hygieneschutzmaßnahmen, Quarantäne, Schutzimpfungen sowie mechanischer Schutz wie Atemschutzmasken, Handschuhe oder Kondome. Wie wichtig Infektionsschutz ist, zeigte uns die COVID-19-Pandemie. Auch wenn es nicht möglich war, ohne eine Schutzimpfung die Pandemie zu stoppen, konnte man mit Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, dem Tragen von Gesichtsmasken und der Einhaltung der Abstandsregeln eine unkontrollierte Verbreitung des Virus einigermaßen unter Kontrolle zu halten.