Seuche

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Eine Seuche (mittelhochdeutsch siuche, siech „schwach“, „krank“) ist eine historische Bezeichnung für Infektionskrankheiten epidemischen oder pandemischen Ausmaßes. Seuchen waren von Menschen nicht weniger als Kriege gefürchtet. Sie kamen plötzlich, brachten Tod und Hunger, fegten über ganze Landstriche und machten keinen Unterschied zwischen Mann und Frau, zwischen alt und jung, zwischen arm und reich. Zusätzlich machte den Menschen die unbekannte Kraft Angst, die hinter den Seuchen steckte. Sie kamen plötzlich und gingen schnell auch wieder, wenn sie ihr zerstörerisches Werk verrichtet haben. Man wusste zwar um die Gefahr einer Ansteckung, aber das Wissen im Altertum oder im Mittelalter war noch weit davon entfernt, der Ursache der Erreger auf die Spur zu kommen. Die furchterregendste Seuche seit dem Altertum war wohl die Pest, auch der Schwarze Tod genannt. Aber auch durch die Malaria, Lepra, die heute verharmlosten Kinderkrankheiten sowie durch eine Reihe rätselhaften Seuchen wurden unzählige Menschenleben gefordert. Bevor der wissenschaftliche Hintergrund von der Entstehung der Infektionskrankheiten durch die Pionierarbeiten von Louis Pasteur und Robert Koch verstanden und erklärt werden konnte, sahen die Menschen vermeintliche Anzeichen bei der Entstehung von Seuchen im Zorn Gottes, in Hexerei oder beim Auftauchen von Kometen, denen eine unheilbringende Kraft nachgesagt wurde.

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