Shintō

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(jap. "Weg der Götter", aus dem chin. shendao)

auch Shintoismus, Shintuismus oder Schintuismus

Japanische polytheistische Religion, die auf animistischen Formen der Ureinwohnern Japans beruht. Im Mittelalter wurde Shintō durch den Buddhismus beeinflusst und nahm zahlreiche Elemente aus diesem auf. In den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts löste Shintō den Buddhismus ab und wurde zum Staatskultus erhoben.

Philosophie

Zu den Glaubensobjekten des Shintō zählen die Vergötterung der Natur und der Naturkräfte. In der Vorstellung des Shintō ist alles um uns herum in irgendeiner Weise beseelt und lebendig: Tiere, Pflanzen, Berge und Steine. Jeder Gegenstand besitzt seinen Geist - die Kami. Shintō ist eine Mischung aus Glauben an Magie, Totemkult, Wirkung von Amuleten und Talismanen. Eine in Schrift fixierte religiöse Ethik fehlt. Die Shintō-Anhänger sehen ihre Religion als Einheit und Harmonie der Existenz des Menschen mit der Natur. In der Vorstellung des Shintō ist unsere Welt ein natürlicher und einziger Lebensraum, in dem Kami, Geister der Toten und Menschen nebeneinander existieren können. Das Leben sei ein natürlicher Kreislauf der Geburt und des Sterbens, wodurch sich in der Welt alles wieder erneuert. Es gäbe keine Notwendigkeit, Heil und Errettung in einer anderen Welt zu suchen - sie sind in dieser Welt präsent, wenn man mit ihr in Harmonie lebt.

Obwohl der zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert eingeführte Buddhismus zur Staatsreligion im alten Japan wurde, praktizierten die meisten Japaner den Shintō-Kult weiter. Auch die Funktion des Tennō (japanischen Kaisers), der als Oberhaupt des Shintōs gilt, wurde von Generation zur Generation bis in die Moderne gepflegt. Im Zuge des japanischen Nationalismus wurde Shintō 1868 zur Staatsreligion.

Siehe auch