Tipps zum sparsamen Fahren

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Man wundert sich immer wieder, warum die Herstellerangaben bezüglich des Verbrauchs fernab der Realität liegen. Sind die Werksangaben völlig an den Haaren herbeigezogen? Die Erfahrung zeigt jedoch, dass bereits mit einigen kleinen Maßnahmen sich der Kraftstoffverbrauch reduzieren lässt. Mit einem leicht angepassten Fahrstil lässt sich der Verbrauch deutlich senken und in die vom Hersteller angegebenen Bereiche rücken.

Allgemeine Maßnahmen

  1. Eine nicht zu breite Bereifung wählen. Je geringer der Rollwiderstand, desto niedriger ist der Spritverbrauch.
  2. Auf ausreichenden Luftdruck in den Reifen achten. Der richtige Reifendruck verringert die Widerstandsfläche des Reifens an der Fahrbahn und erhöht die Lebensdauer des Reifens.
  3. Keine zusätzliche Last mit sich führen. Das gilt nicht nur für unnötigen Ballast im Kofferraum wie leere Getränkekisten, sondern auch für Dachgepäckträger und Fahrradträger. Die beiden letzteren erhöhen nicht nur das Gewicht, sondern erzeugen zusätzlichen Luftwiderstand, der zu Lasten des Verbrauchs fällt.
  4. Um das Gesamtgewicht möglichst niedrig zu halten, sollte man nicht volltanken. Ein halbe Tankfüllung eignet sich für die alltäglichen Fahrten ebenso gut. [1]
  5. Zusätzliche Verbraucher, wenn sie nicht unbedingt nötig sind, ausschalten. Die größten Spritfresser sind: Klimaanlage, elektrische Sitzheizung, Heckscheibenheizung. Auch die Fahrt mit offenen Fenstern erhöht den Luftwiderstand und entsprechend den Spritverbrauch.
  6. Sonntagabend tanken, da der Sprit generell günstiger als an anderen Tagen ist. Freitag ist der teuerste Tag zum Tanken. [2]
  7. Nicht länger wie nötig mit Winterbereifung fahren. Die Gummimischung der Winterreifen ist weicher als die der Sommerreifen, hat somit mehr Haftung und verringert den Rollwiderstand.
  8. Beim Reifenkauf auf die Effizienzklasse achten.
  9. Entgegen der landläufiger Meinung, dass die sparsamste Geschwindigkeit 90 km/h, ist das Fahren mit ca. 70 km/h noch spritsparender. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass man weitere Verkehrsteilnehmer nicht behindert.

Stadtverkehr

  1. Bei einer roten Ampel in Sicht den Fuß vom Gas wegnehmen und anrollen. Lässt man den Gang drin, während der Wagen rollt, sinkt der Verbrauch nahezu auf 0 Liter in dieser Zeit. Denn bei geschlossener Drosselklappe wird die Benzineinspritzung abgeschaltet. Erst bei ganz niedrigen Drehzahlen wird die Benzineinspritzung wieder aktiviert. Zusätzlich bremst man mit dem Getriebe ab und schont so die Bremsen.
  2. Mit niedrigen Drehzahlen fahren, möglichst früh hoch schalten. Bei Tempo 50 kann bereits im fünften Gang gefahren werden.
  3. Vorausschauend fahren, mit dem Verkehr fließen. Aggressive Fahrweise mit rasantem Beschleunigen und Abbremsen schlägt sich im höheren Spritverbrauch zu Buche.
  4. Bei Grün nicht gleich lossprinten, sondern gemächlich losfahren. Meistens besitzen die Ampelintervalle eine "grüne Welle". Fährt man zu zügig an und mit einer Geschwindigkeit von über 55 km/h, so muss man an der nächsten Ampel wieder abbremsen und bei Grün erneut beschleunigen. Man gewinnt keine Zeit und verbraucht nur unnötig Sprit.
  5. Den Motor erst starten, wenn die Straße frei ist. Dies gilt insbesondere für Parkstreifen-Parker entlang einer vielbefahrener Straße. Nicht selten muss man bis zu einer Minute warten, ehe man in die Straßen einfädeln kann.
  6. Nach dem Anhalten vor einer roten Ampel auskuppeln und nicht mehr unnötig rollen. Nicht mit Gas und Kupplung spielen. An Ampeln, deren Rotphasen bekannt sind und sie lange dauern, kann der Motor ausgestellt werden. Bereits ab einer Wartezeit zwischen 20 und 30 Sekunden kann der Motor abgestellt werden.

Autobahn

  1. Nicht mit Vollgas fahren, sich an die Richtgeschwindigkeit halten. Möglichst konstant mit einer Reisegeschwindigkeit von 110 - 120 km/h fahren. [3] Jede Beschleunigung kostet zusätzliche Energie.
  2. Bei Bergabfahrten, soweit das Gefälle stark genug ist, auskuppeln und rollen lassen. Wichtig: Motor nicht ausmachen!
  3. Vor der Ausfahrt den Gang rausnehmen und heranrollen. Die letzten Meter vor der Kurve können zusätzlich mit dem Getriebe abgebremst werden. Erst zum Schluss die Bremse benutzen. Man muss die Geschwindigkeit natürlich so abschätzen, dass man nicht zu schnell oder unnötig langsam wird, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu behindern.
  4. Windschatten von größeren Fahrzeugen wie Bussen oder LKWs ausnutzen. Jedoch den Sicherheitsabstand beachten!!!

Das letzte Quäntchen rausholen

  1. Regelmäßige Wartung des Motors.
  2. Kontrollieren der Zündkerzen.
  3. Kontrollieren des Luftfilters.
  4. Verwendung von Leichtlaufreifen.
  5. Verwendung von synthetischen Ölen.
  6. Im Winter in der Garage parken und Standheizung benutzen.
  7. Stahlfelgen gegen Alufelgen auswechseln.
  8. Sportspiegel verwenden
  9. Einarmwischer oder kleinere Wischblätter verwenden
  10. Gewichtsreduzierung durch entsprechendes Tunig. Die Aerodynamik verschlechternden Teile wie Fußball-Fähnchen, Fuchsschwänze etc. nicht anbringen.

Befolgt man all diese Tipps, wird der eigene Verbrauch deutlich näher an die Herstellerangaben rücken. Und auch wenn es wie eine Binsenweisheit klingt - Kurzstrecken zu fahren vermeiden! Der Verbrauch ist bei kaltem Motor am höchsten und kann um bis zu 100% mehr betragen.

Literatur

Fußnoten

  1. Über diesen Punkt lässt es sich natürlich streiten. Der Punkt gilt in erster Linie für Kurzstreckenfahrer. Benutzt man die Autobahn oder wohnt man in einem staugefährdeten Ballungsraum, sollte man auf jeden Fall genügend Reserven für den Notfall im Tank haben.
  2. ADAC: Freitag ist der teuerste Tag zum Tanken
  3. In Geschwindigkeitsbereichen jenseits von 100 km/h steigt der Spritverbrauch überproportional zur Geschwindigkeit. "Lässt sich mit einem Mittelklasse-PKW bei Tempo 100 noch locker ein Verbrauch von nur 6 Litern pro 100 km realisieren, so erreicht man bei Tempo 160 schon bis zu 10 Liter Verbrauch pro 100 km.", NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V.