Wut

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Wut ist eine Stauung von Aggressionen, die durch rationale oder irrationale Gründe hervorgerufen wird. Die Wut wird empfunden, wenn eine bestimmte Handlung anderer nicht unseren Erwartungen entspricht und wir keinen Einfluss über das Geschehen haben. Die aufgestaute Wut wird in Form von einem Wutausbruch entladen. Dies kann verbal oder auch körperlich erfolgen. Der Wutausbruch kann gegen Dinge, gegen sich selbst oder gegen eine andere Person gerichtet sein. Eine kaschierte Form eines Wutausbruchs ist das passiv-aggressive Verhalten.

Da die Wut sehr emotional ist, sind wir oft nicht mehr Herr unserer Sinne. Wahrscheinlich älteste und eindrucksvollste Beschreibung einer Blendung und Abschaltung jeglicher Rationalität ist die Tragödie von Herakles aus der griechischen Mythologie, als er im Anflug von Wut (Wahnsinn) all seine Kinder und seine Ehefrau Megara tötete. Denn als die Wut (oder der von Hera über ihn gebrachten Zauber) verflog, bereute er sofort seine Taten.

Solche Ehedramen sind uns auch heute bestens bekannt. Handlungen und Taten, die wir unter dem Einfluss von Wut vornehmen, sind oft schwerwiegend und führen zwangsläufig zu unvorstellbaren Konsequenzen. Wut kann zum unkontrollierbaren Affekt führen. Die Negativität der Konsequenzen schadet langfristig demjenigen, der den Wutausbruch vom Zaun losbrach. Wut findet nicht auf der rationalen Ebene statt. Sie ist sehr instinktgeleitet. Wenn der Instinkt der Dominanz und der Instinkt der Territorialität unseren Verstand trübt, verlieren wir die Kontrolle über uns selbst.

Typisch ist für einen Menschen, der Wut verspürt, dass er sich im Recht fühlt. In diesem Zustand sind wir sehr empfindlich für Gerechtigkeit. Wenn wir allerdings selbst jemandem Unrecht antun, dann merken wir es entweder nicht oder wir bagatellisieren unsere "kleinen Sünden".

Die Wut gehört zu den stärksten Emotionen des Menschen. Sie kann in ihrer Intensität von leichter Gereiztheit bis hin zu einem "Tsunami" der negativen, oft angestauten Gefühle aus dem Inneren herausbrechen. Wie jede andere Emotion kann sich die Wut durch Zuspitzung hochschaukeln.

Typisch dafür ist ein destruktiver Streit. Auch eine Menschenmasse ist für eine Emotion wie Wut sehr empfänglich und kann eine leichte negative Stimmung schnell potenzieren. Eine Masse unzufriedener Gleichgesinnter kann eine unkontrollierbare Wellendynamik erzeugen. Daraus schöpfen "Bewegungen" jeder Art, Unruhen und Revolten. Aggression ist eine nicht zu unterschätzende Konstante der Massen.

Als Quelle der Wut können Angst und nicht realisierbare Ziele sein. Über die Wut werden die Ängste kompensiert und kaschiert. Potentiell aggressive Menschen, die leicht die Kontrolle verlieren erkennt man oft an ihrer Sprache. An der Geringschätzung der Dinge oder Personen, über die gesprochen wird, an der Häufigkeit der Pejorativen oder gar der Schimpfwörter und an der Betonung der Aussprache, wenn über das Objekt des Anstoßes gesprochen wird. Chronisch wütende Menschen erkennt man oft an ihrer Mimik, weil sie so und nicht anders ihre Gesichtsmuskeln trainiert haben. Typische Falten verleihen solch einem Gesicht einen unverkennbaren Ausdruck, den man selbst im Moment tiefster Entspannung nicht mehr loswird.

In den zivilisierten Gesellschaften ist die offene Austragung der Wut tabuisiert. Durch gesellschaftliche Normen, durch juristische Sanktionen oder durch religiöse Stigmen. In der Wut keimt das Böse, und Rachegefühle nehmen ihren Anfang. Aus der rationalen Sicht ist Wut eine sehr destruktive Emotion. Nicht umsonst gehört Wut im Christentum zu den sieben Totsünden.

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