Bruttoinlandsprodukt

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Das Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP, beschreibt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Landes in einem bestimmten Zeitraum hergestellt werden. Meist wird ein Jahr betrachtet. Das BIP dient als zentrale Kennzahl für die Wirtschaft eines Landes und soll zeigen, wie leistungsfähig sie ist. Es sagt nichts über einzelne Personen aus, sondern betrachtet das Land als Ganzes.

Was wird erfasst

Zum BIP zählen Produkte aus Industrie, Handwerk, Dienstleistungen und Landwirtschaft. Berücksichtigt werden nur Leistungen, die legal und am Markt gehandelt werden. Auch staatliche Leistungen wie Schule, Polizei oder Verwaltung fließen ein. Entscheidend ist der Ort der Produktion, nicht die Staatsangehörigkeit der Unternehmen.

Was nicht enthalten ist

Nicht zum BIP gehören unbezahlte Tätigkeiten wie Hausarbeit, Kinderbetreuung in der Familie oder ehrenamtliche Arbeit. Auch Umweltbelastungen, Ressourcenverbrauch oder soziale Folgen werden nicht direkt berücksichtigt. Illegale Tätigkeiten werden ebenfalls nicht einbezogen.

Nominales und reales BIP

Das nominale BIP misst Werte zu aktuellen Preisen. Steigen die Preise durch Inflation, wächst das nominale BIP auch ohne echte Mehrproduktion. Das reale BIP wird um Preisänderungen bereinigt und zeigt, ob tatsächlich mehr Güter und Dienstleistungen entstanden sind. Für Vergleiche über mehrere Jahre ist das reale BIP aussagekräftiger.

BIP pro Kopf

Teilt man das BIP durch die Einwohnerzahl, erhält man das BIP pro Kopf. Diese Größe wird oft genutzt, um Länder miteinander zu vergleichen. Sie kann Hinweise auf den durchschnittlichen Lebensstandard geben, sagt aber nichts über Einkommensverteilung oder soziale Unterschiede aus.

Aussagekraft und Grenzen

Das BIP ist eine wichtige Orientierungsgröße, aber kein Maß für Wohlstand oder Lebensqualität. Ein steigendes BIP kann mit Umweltzerstörung oder sozialer Ungleichheit einhergehen. Deshalb wird es häufig durch weitere Indikatoren ergänzt, etwa zu Gesundheit, Bildung oder Umwelt.