Wladimir Wladimirowitsch Putin: Unterschied zwischen den Versionen
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Während seiner Amtszeiten als Präsident und Premierminister ist Wladimir Putin wiederholt mit dem Vorwurf konfrontiert worden, ein Klima der Angst und [[Repression]] geschaffen zu haben, in dem offene Kritik an der Staatsführung gefährlich werden kann. Zahlreiche prominente Kritiker, darunter Investigativjournalisten, Oppositionelle, ehemalige Geheimdienstler und [[Whistleblower]], sind unter teils ungeklärten oder gewaltsamen Umständen ums Leben gekommen. | |||
Fälle wie die Ermordung der Journalistin [[Anna Politkowskaja]] im Jahr 2006 oder des Oppositionellen [[Boris Nemzow]] 2015 werfen seit Jahren Fragen zur Rolle staatlicher Stellen auf. Besonders internationale Aufmerksamkeit erregte die Vergiftung des ehemaligen [[FSB]]-Agenten [[Alexander Litwinenko]] mit radioaktivem Polonium in London – ein Fall, bei dem britische Ermittler eine direkte Verwicklung russischer Behörden sehen. Auch [[Alexej Nawalny]], Putins bekanntester inländischer Gegner, überlebte 2020 nur knapp einen Giftanschlag und starb 2024 unter bislang nicht vollständig geklärten Umständen in einem russischen Straflager. | |||
Obwohl direkte Beweise für eine persönliche Anordnung durch Putin in den meisten Fällen fehlen, sehen Kritiker ein Muster systematischer Einschüchterung und Gewalt gegen Regimegegner. Offizielle Stellen bestreiten eine staatliche Beteiligung regelmäßig oder führen die Taten auf individuelle Motive zurück. Dennoch bleibt der Vorwurf im Raum, dass unter Putins Herrschaft ein System gewachsen sei, das kritische Stimmen nicht nur zum Schweigen bringt, sondern sie in lebensbedrohliche Gefahr bringt. | |||
'''Siehe dazu:''' [[Todesliste russischer Regimekritiker im Umfeld Wladimir Putins]] | |||
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Aktuelle Version vom 12. August 2025, 14:16 Uhr


Wladimir Wladimirowitsch Putin (russ. Владимир Владимирович Путин) ist seit Mai 2000 (mit Unterbrechung von 2008 bis 2012) Präsident der Russischen Föderation. Von August 1999 bis Mai 2000 sowie von Mai 2008 bis zu seiner Wiederwahl als Staatspräsident 2012 war er Ministerpräsident Russlands.
Steckbrief Biografie
- Geboren: am 7. Oktober 1952 in Leningrad
- Vater: Wladimir Spiridonowitsch Putin (1911 - 1999), Fabrikarbeiter
- Mutter: Maria Iwanowna Schelomowa (1911 - 1998), Fabrikarbeiterin
- Wladimir war das dritte Kind der Familie. Zwei ältere Söhne starben im Kindesalter, einer davon während der „Leningrader Blockade“ an Diphtherie.
- Ehepartnerin: Ljudmila Schkrebnewa (Deutschlehrerin), Ehe von 1983 bis 2013 (geschieden)
- Kinder: Maria (* 1985 in Leningrad) und Jekaterina (* 1986 in Dresden)
Werdegang
- Jura-Studium an der Universität Leningrad
- Von 1975 bis 1982 KGB-Offizier in der ersten Hauptabteilung (Auslandsspionage)
- Von 1984 bis 1985 KGB-Hochschule in Moskau.
- Ab 1985 in nachgeordneter Funktion in der DDR tätig, hauptsächlich in Dresden
- Im Januar 1990 in die UdSSR zurückbeordert
- 1992 - Amt als Vizebürgermeister in der Verwaltung des damaligen Sankt Petersburger Bürgermeisters Anatoli Sobtschak
- 1994 - erster Vizebürgermeister von Sankt Petersburg
- 1996 - stellvertretender Leiter der Kreml-Liegenschaftsverwaltung.
- Ab März 1997 - stellvertretender Kanzleileiter des Präsidenten Boris Jelzin
- Ab Mai 1998 - stellvertretender Chef der Präsidialverwaltung
- Vom 25. Juli 1998 bis August 1999 - Direktor des Inlandsgeheimdienstes FSB
- 9. August 1999 - Putin wird vom Präsident Jelzin zum Ministerpräsidenten ernannt
- Seit Mai 2000 - Präsident der Russischen Föderation
Vermögen
Das Vermögen Putins variiert je nach Quelle zwischen 36[1] und 177[2] Milliarden Euro. Ob 36 oder 177 Milliarden - der russische Autokrat gehört zu den reichsten Menschen der Welt.
Bewertung
Der Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder bezeichnete Putin 2004 als einen "lupenreinen Demokraten". Schon damals wurde über diese Bewertung viel diskutiert. Spätestens seit der dritte Amtszeit als Präsident 2018, der Annexion der Krim 2014, seit der Verschärfung der Zensur und der Beschneidung der Rechte der Demonstrationsfreiheit kann man Putin als Autokraten bezeichnen. Seit der völkerrechtswidrigen Invasion Russlands in der Ukraine mit Flächenbombardements der zivilen Einrichtungen, der aggressiven Kriegspropaganda in Russland und dem Aushebeln der Grundrechte kann man seinen Führungsstil als diktatorisch bezeichnen. Das von Putin aufgebaute politische System, gestützt vom Machtapparat der loyalen Kreise, und die geschaffene Ideologie wird als Putinismus bezeichnet.
Gefährliche Kritik
Während seiner Amtszeiten als Präsident und Premierminister ist Wladimir Putin wiederholt mit dem Vorwurf konfrontiert worden, ein Klima der Angst und Repression geschaffen zu haben, in dem offene Kritik an der Staatsführung gefährlich werden kann. Zahlreiche prominente Kritiker, darunter Investigativjournalisten, Oppositionelle, ehemalige Geheimdienstler und Whistleblower, sind unter teils ungeklärten oder gewaltsamen Umständen ums Leben gekommen.
Fälle wie die Ermordung der Journalistin Anna Politkowskaja im Jahr 2006 oder des Oppositionellen Boris Nemzow 2015 werfen seit Jahren Fragen zur Rolle staatlicher Stellen auf. Besonders internationale Aufmerksamkeit erregte die Vergiftung des ehemaligen FSB-Agenten Alexander Litwinenko mit radioaktivem Polonium in London – ein Fall, bei dem britische Ermittler eine direkte Verwicklung russischer Behörden sehen. Auch Alexej Nawalny, Putins bekanntester inländischer Gegner, überlebte 2020 nur knapp einen Giftanschlag und starb 2024 unter bislang nicht vollständig geklärten Umständen in einem russischen Straflager.
Obwohl direkte Beweise für eine persönliche Anordnung durch Putin in den meisten Fällen fehlen, sehen Kritiker ein Muster systematischer Einschüchterung und Gewalt gegen Regimegegner. Offizielle Stellen bestreiten eine staatliche Beteiligung regelmäßig oder führen die Taten auf individuelle Motive zurück. Dennoch bleibt der Vorwurf im Raum, dass unter Putins Herrschaft ein System gewachsen sei, das kritische Stimmen nicht nur zum Schweigen bringt, sondern sie in lebensbedrohliche Gefahr bringt.
Siehe dazu: Todesliste russischer Regimekritiker im Umfeld Wladimir Putins
Zitate
- "Es gibt keine ehemaligen KGB-Agenten." (russ. "Бывших сотрудников КГБ не бывает.")[3]