Auge: Unterschied zwischen den Versionen
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Das Auge ist ein Sinnesorgan, das | Das '''Auge''' ist ein Sinnesorgan, das elektromagnetische Strahlung im sichtbaren Spektrum wahrnimmt. Es ermöglicht die visuelle Wahrnehmung der Umwelt und ist bei nahezu allen höheren Lebewesen vorhanden. Typischerweise verfügen Tiere über zwei Augen, die in Aufbau und Ausrichtung variieren können. Menschen und viele andere Tiere sehen elektromagnetische Wellen mit Wellenlängen zwischen etwa 380 nm und 750 nm; einige Tiere, wie Insekten, nehmen auch UV-Licht bis ca. 350 nm wahr. Dieses Spektrum ist durch die spektrale Zusammensetzung des Sonnenlichts begrenzt, das auf der Erde dominiert. | ||
Im Verlauf der Evolution hat sich das Auge | Im Verlauf der [[Evolution]] hat sich das Auge bei verschiedenen Tiergruppen mehrfach unabhängig entwickelt, ein Vorgang, der als konvergente Evolution bezeichnet wird. Schätzungen gehen von etwa 40 unabhängigen Neuentwicklungen aus, beispielsweise bei Wirbeltieren und Weichtieren (Mollusken). Trotz ähnlicher Funktion unterscheiden sich die Entwicklungswege: Bei Wirbeltieren entsteht das Auge durch eine Ausstülpung der Zellen, die später das Gehirn bilden, während bei Weichtieren eine Einstülpung der äußeren Zellschicht, die später die Haut bildet, die Augenstruktur hervorbringt.<ref>Wikipedia, http://de.wikipedia.org</ref> | ||
Neben klassischen Linsenaugen gibt es Spiegelaugen, die nach dem Prinzip eines Newton-Teleskops aufgebaut sind. Ein Spiegel aus Guanin-Kristallen reflektiert das Licht auf eine vor der Netzhaut positionierte Linse zur optischen Korrektur. Diese Bauweise findet sich vor allem bei Tiefseetieren wie Kammmuscheln (Pecten), Tiefseekrebsen (Gigantocypris), Hummern und Langusten. Spiegelaugen bieten hohe Lichtausbeute, auch wenn die Bildqualität begrenzt ist.<ref>Wikipedia, http://de.wikipedia.org</ref> | |||
In | Die Augenlinse projiziert ein kopfstehendes Bild auf die lichtempfindliche Netzhaut, das im Gehirn korrigiert wird. In den ersten Lebensmonaten lernen Menschen, die Umwelt „aufrecht“ wahrzunehmen. Die Netzhaut enthält zwei Haupttypen von Photorezeptoren: '''Stäbchen''' für die Hell-Dunkel-Wahrnehmung und '''Zapfen''' für die Farbwahrnehmung. Stäbchen sind deutlich lichtempfindlicher, während Zapfen für Farbinformationen zuständig sind. Beim Menschen existieren etwa 6–7 Millionen Zapfen und rund 120 Millionen Stäbchen. | ||
Die | Die Verarbeitung visueller Informationen ist hochkomplex: Das Auge liefert pro Sekunde Informationen in der Größenordnung von etwa 10 Millionen Bit, doch das Gehirn kann nur einen Bruchteil davon direkt verarbeiten. Visuelle Wahrnehmung ist daher nicht nur die Aufnahme von Licht, sondern auch die Interpretation von Mustern, Formen und bekannten Strukturen. Diese Verarbeitung erklärt Phänomene wie optische Täuschungen und die Neigung, Gesichter oder bekannte Formen in zufälligen Mustern zu erkennen (Pareidolie). | ||
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Aktuelle Version vom 13. Oktober 2025, 19:52 Uhr
Das Auge ist ein Sinnesorgan, das elektromagnetische Strahlung im sichtbaren Spektrum wahrnimmt. Es ermöglicht die visuelle Wahrnehmung der Umwelt und ist bei nahezu allen höheren Lebewesen vorhanden. Typischerweise verfügen Tiere über zwei Augen, die in Aufbau und Ausrichtung variieren können. Menschen und viele andere Tiere sehen elektromagnetische Wellen mit Wellenlängen zwischen etwa 380 nm und 750 nm; einige Tiere, wie Insekten, nehmen auch UV-Licht bis ca. 350 nm wahr. Dieses Spektrum ist durch die spektrale Zusammensetzung des Sonnenlichts begrenzt, das auf der Erde dominiert.
Im Verlauf der Evolution hat sich das Auge bei verschiedenen Tiergruppen mehrfach unabhängig entwickelt, ein Vorgang, der als konvergente Evolution bezeichnet wird. Schätzungen gehen von etwa 40 unabhängigen Neuentwicklungen aus, beispielsweise bei Wirbeltieren und Weichtieren (Mollusken). Trotz ähnlicher Funktion unterscheiden sich die Entwicklungswege: Bei Wirbeltieren entsteht das Auge durch eine Ausstülpung der Zellen, die später das Gehirn bilden, während bei Weichtieren eine Einstülpung der äußeren Zellschicht, die später die Haut bildet, die Augenstruktur hervorbringt.[1]
Neben klassischen Linsenaugen gibt es Spiegelaugen, die nach dem Prinzip eines Newton-Teleskops aufgebaut sind. Ein Spiegel aus Guanin-Kristallen reflektiert das Licht auf eine vor der Netzhaut positionierte Linse zur optischen Korrektur. Diese Bauweise findet sich vor allem bei Tiefseetieren wie Kammmuscheln (Pecten), Tiefseekrebsen (Gigantocypris), Hummern und Langusten. Spiegelaugen bieten hohe Lichtausbeute, auch wenn die Bildqualität begrenzt ist.[2]
Die Augenlinse projiziert ein kopfstehendes Bild auf die lichtempfindliche Netzhaut, das im Gehirn korrigiert wird. In den ersten Lebensmonaten lernen Menschen, die Umwelt „aufrecht“ wahrzunehmen. Die Netzhaut enthält zwei Haupttypen von Photorezeptoren: Stäbchen für die Hell-Dunkel-Wahrnehmung und Zapfen für die Farbwahrnehmung. Stäbchen sind deutlich lichtempfindlicher, während Zapfen für Farbinformationen zuständig sind. Beim Menschen existieren etwa 6–7 Millionen Zapfen und rund 120 Millionen Stäbchen.
Die Verarbeitung visueller Informationen ist hochkomplex: Das Auge liefert pro Sekunde Informationen in der Größenordnung von etwa 10 Millionen Bit, doch das Gehirn kann nur einen Bruchteil davon direkt verarbeiten. Visuelle Wahrnehmung ist daher nicht nur die Aufnahme von Licht, sondern auch die Interpretation von Mustern, Formen und bekannten Strukturen. Diese Verarbeitung erklärt Phänomene wie optische Täuschungen und die Neigung, Gesichter oder bekannte Formen in zufälligen Mustern zu erkennen (Pareidolie).
Quellennachweise
- ↑ Wikipedia, http://de.wikipedia.org
- ↑ Wikipedia, http://de.wikipedia.org