Krieg in der Ukraine (2022): Unterschied zwischen den Versionen

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In der Nacht vom 23. auf dem 24. Februar 2022 griffen die Streitkräfte Russlands den souveränen Staat Ukraine an. Dem großformatigen Angriff ging eine vorgetäuschte militärische Übung unweit der ukrainischen Grenze sowie der Anerkennung der völkerrechtlich zu [[Ukraine]] gehörenden [[Volksrepublik Donezk]] und der [[Volksrepublik Lugansk]] als eigenständige Staaten durch [[Russland]]. Von der Völkergemeinschaft wird die Invasion als ein unrechtmäßiger Angriffskrieg genannt. Russland selbst spricht von einer "militärischen Operation".
[[Bild:2022 Russian invasion of Ukraine.svg|thumb|350px|Russische Invasion in der Ukraine]]
Am 24. Februar 2022 begann [[Russland]] unter dem Vorwand einer „Spezialoperation“ einen brutalen, völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die souveräne [[Ukraine]]. Moskau hatte zuvor monatelang Truppen an der Grenze zusammengezogen und die sogenannten „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk im Osten der Ukraine anerkannt – ein klarer Bruch des Völkerrechts und der territorialen Integrität der Ukraine.


Der [[Liste der Präsidenten der Ukraine|ukrainische Präsident]] [[Wolodymyr Selenskyj]] erklärte im ganzen Land das [[Kriegsrecht]]. Er appellierte an seine Bürger, sie sollen ihr Land mit Waffen verteidigen.
Die offizielle russische Propaganda rechtfertigte den Angriff mit fadenscheinigen Behauptungen von „Entnazifizierung“ und „Entmilitarisierung“, für die es keinerlei Beweise gibt. Vielmehr zielte der Überfall offenkundig darauf ab, die demokratisch gewählte Regierung in Kiew zu stürzen und eine Marionettenregierung zu installieren, um die Ukraine dauerhaft unter russischen Einfluss zu zwingen. Diese imperiale Aggression steht in direkter Tradition russischer Großmachtfantasien und war begleitet von systematischer Desinformation und dem Versuch, die Geschichte umzuschreiben.


In [[Kiew]] und [[Charkiw]] wurde zwischen 22:00 und 6:00 Uhr Ausgangssperre eingeführt. Wegen der Luft- und Raketenangriffen bleibt die U-Bahn rund um die Uhr geöffnet.
=== Militärische Entwicklung und Kriegsverlauf ===


Innerhalb des ersten Tages gewann das russische Militär die Kontrolle über den ukrainischen Luftraum. Die Bodentruppen bewegen sich auf die Hauptstadt Kiew zu und besetzten wichtige Infrastrukturpunkte. Viele ukrainische Webseiten sind nicht erreichbar. Das ukrainische Straßenverkehrsamt ''Ukrawtodor'' (Укравтодор) ruft die Bürger auf, militärische Markierungen auf den Straßen, die russische Einheiten zur Orientierung hinterlassen, mit Erde zuzuschütten oder mit Teer zu übergießen.<ref>[https://ukrainenews.fakty.ua/ru/397141-zarisovyvajte-zasypajte-zemlej-ukravtodor-prosit-unichtozhat-znaki-rossijskoj-armii-na-dorogah-foto fakty.ua/ru] (ru)</ref>
Der russische Angriff erfolgte aus mehreren Richtungen – aus [[Belarus]] im Norden, aus dem Donbass im Osten und von der Krim im Süden. Russland setzte auf einen raschen Sieg, scheiterte jedoch kläglich am entschlossenen Widerstand der ukrainischen Streitkräfte und Zivilgesellschaft. Kiew, das binnen Tagen eingenommen werden sollte, verteidigte sich erfolgreich. Statt eines [[Blitzkrieg]]s entwickelte sich der Angriffskrieg zu einem Fiasko für Moskau.


Menschen fliehen aus der Hauptstadt. Vor den Bankautomaten, Lebensmittelgeschäften und Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Autokolonen bilden lange Staus aus der Stadt in Richtung Westen.
Die russische Armee offenbarte massive strukturelle Schwächen: veraltete Ausrüstung, miserable Logistik, mangelhafte Moral und Führung sowie eine kaum vorhandene Versorgung. Gleichzeitig zeigte sich die ukrainische Armee flexibel, kampferprobt und hochmotiviert. Unterstützt durch westliche Waffenlieferungen konnte sie ab Mitte 2022 zunehmend Boden zurückgewinnen. Besonders die Rückeroberung von Cherson im November 2022 gilt als strategisch und symbolisch bedeutend.


== Verluste ==
=== Verluste ===


Am Tag zwei nach dem russischen Einmarsch meldete Ukraine 137 gefallene ukrainische Soldaten. Aus dem Gebiet um die Stadt Charkiw werden 23 tote Zivilisten gemeldet. Die russische Armee soll sich bereits bis in die Vororten Kiews durchfekämpft haben.<ref>[https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/ukraine-erste-russische-einheiten-in-kiew/ar-AAUh7pK?ocid=uxbndlbing dpa: Russische Armee dringt nach Kiew vor]</ref>
Die russischen Verluste sind enorm: Zehntausende getötete Soldaten, darunter viele schlecht ausgebildete Wehrpflichtige und zwangsrekrutierte Strafgefangene. Tausende Panzer, Fahrzeuge, Flugzeuge und Hubschrauber wurden zerstört. Die berüchtigte Söldnergruppe Wagner, einst als Elite dargestellt, wurde im Fleischwolf der ukrainischen Verteidigung regelrecht zerschlagen. Auf ukrainischer Seite sind die Verluste ebenfalls hoch, jedoch wesentlich geringer im Verhältnis zur eingesetzten Kampfkraft. Besonders zivilgesellschaftlich bedeutet der Krieg einen tiefen Einschnitt: Hunderttausende Tote und Verletzte, Millionen Vertriebene.


Unterdessen erzählte ein verwundeter russischer Soldat in einem ukrainischen Hospital, die russische Militärführung hätte ihnen vor dem Einmarsch erzählt, Ukraine hätte zuerst russische Städte mit Raketen beschossen. Darüberhinaus sagte man den Soldaten, sie würden auf keinen Widerstand stoßen, weil die ukrainische Bevölkerung auf russischer Seite sei.<ref>[https://ukrainenews.fakty.ua/ru/397224-nam-skazali-chto-zdes-vse-za-nas-i-nikto-ne-sobiraetsya-voevat-poyavilos-video-plennogo-voyaki-putina fakty.ua] (ru)</ref>
=== Kriegsverbrechen ===


Ukrainische Verteidigung meldet kolossale Verluste der russischen Invasoren. Am Ende des zweiten Tages sollen mehr als 2.800 russische Soldaten getötet wurden sein. Zudem seien etwa 80 Panzer abgeschossen, 516 gepanzerte Fahrzeuge, 10 Flugzeuge und 7 Hubschrauber.<ref>[https://ukrainenews.fakty.ua/ru/397205-pochti-tri-tysyachi-grobov-agressor-neset-rekordnye-poteri-za-vsyu-sovremennuyu-istoriyu-rf fakty.ua] (ru)</ref> Am 27. Februar gab ukrainische Führung an, mehr als 4.300 feindliche Soldaten getötet zu haben.<ref>[https://www.wlz-online.de/politik/ukraine-konflikt-news-aktuell-live-krieg-russland-putin-moskau-selenskyj-kiew-charkiw-widerstand-zr-91375650.html Ukraine-Krieg: Russland räumt erstmals Verluste ein - und erhebt Vorwürfe]</ref> Russland räumte erstmals auch offiziell Verluste ein. Angeblich würden sie viel niedriger als von der Ukraine angegeben liegen.
Russland führt seinen Krieg mit äußerster Brutalität und systematischen Menschenrechtsverletzungen. In Orten wie Butscha, Irpin oder Mariupol wurden Massengräber entdeckt, Zivilisten gezielt getötet, gefoltert oder verschleppt. Öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser und Kindergärten wurden bombardiert. Russland greift gezielt kritische Infrastruktur an, um die Bevölkerung zu demoralisieren – ein klarer Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht.


Das ukrainische Verteidigungsministerium richtete eine Hotline für die Verwandten der russischen Soldaten ein. Mit der Hotline unter dem Namen "Kehre lebend aus der Ukraine zurück" (Вернись живым из Украины) appelieren Ukrainer an die Mütter der russischen Soldaten, alles in die Wege zu leiten, um ihre Söhne schnell aus dem unrechtmäßig geführten Angriffskrieg herauszubekommen.<ref>[https://ukraine.segodnya.ua/ukraine/vtorzhenie-rossii-tempy-napadeniya-snizheny-no-metody-okkupantov-vse-bolee-varvarskie-1605595.html ukraine.segodnya.ua] (ru)</ref>
Der Internationale Strafgerichtshof hat Ermittlungen aufgenommen. Präsident Putin und zahlreiche Kommandeure stehen im Verdacht, für [[Kriegsverbrechen]] und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich zu sein. Der Missbrauch sexualisierter Gewalt als Mittel der Kriegsführung ist dokumentiert, ebenso wie systematische Deportationen ukrainischer Kinder in russisches Staatsgebiet.


== Kriegsverlauf ==
'''Siehe auch:''' [[Liste der prominenten Opfer im Krieg gegen die Ukraine]]


;28. Ferbruar: Der ukrainische Präsident Selenskyj wandte sich in einem Video zu den russischen Soldaten und Forderte sie zum Überlaufen auf.<ref>[https://www.spiegel.de/ausland/ukraine-wolodymyr-selenskyj-will-russische-soldaten-zum-ueberlaufen-bewegen-a-7f14e5e4-37e3-4fd5-adfe-8e7871472666 spiegel.de: »Rettet euer Leben und geht heim!«]</ref> Er versicherte, sie alle freizulassen, wenn sie an Seite von Ukraine gegen die Moskauer besatzer kämpfen würden. Unterdessen meldete Ukraine mehr als 4500 getötete russische Soldaten, 29 abgeschossene Flugzeuge, 29 Hubschrauber und 191 Panzer. Eine Reihe [[Russische Tageszeitungen|russischer Zeitungen]] wurde mittels [[DDoS-Attacke]]n lahmgelegt.
=== Internationale Reaktionen ===
 
Die westliche Welt reagierte mit massiven Sanktionen. Russland wurde wirtschaftlich isoliert, Banken wurden vom SWIFT-System ausgeschlossen, der Export von Technologie und Rüstungsgütern unterbunden. Zahlreiche internationale Konzerne verließen den russischen Markt. Gleichzeitig erhielt die Ukraine beispiellose Unterstützung: Waffenlieferungen, humanitäre Hilfe, finanzielle Mittel und politische Rückendeckung.
 
Russland fand sich außenpolitisch in einer selbstverschuldeten Isolation wieder. Nur wenige Staaten – wie [[Nordkorea]], [[Iran]] oder [[Belarus]] – unterstützten den Angriff offen. Der Kreml versuchte, durch Gaslieferungen, Getreideblockaden und Desinformation internationalen Druck aufzubauen, scheiterte jedoch weitgehend.
 
=== Aktuelle Lage (Stand: Mitte 2025) ===
 
Der Krieg ist zu einem [[Stellungskrieg]] mit hohen Verlusten degeneriert, insbesondere entlang der Frontlinie im Donbass und im Süden. Russland setzt weiterhin auf Massenbeschuss, Drohnenangriffe und Terror gegen die Zivilbevölkerung. Die Ukraine verteidigt sich erfolgreich, verliert jedoch täglich Menschenleben und Ressourcen.
 
Die russische Gesellschaft ist gespalten: Während die staatliche Propaganda die Realität verzerrt, wächst der Unmut über Mobilmachung, wirtschaftliche Not und Rückschläge. Internationale Vermittlungsbemühungen bleiben ohne Durchbruch. Russland zeigt keine ernsthafte Verhandlungsbereitschaft und setzt weiterhin auf Eskalation und Erpressung.
 
Trotz aller Zerstörung zeigt sich die Ukraine entschlossen, ihre Freiheit und Souveränität zu verteidigen – nicht nur für sich selbst, sondern als Symbol für die Ablehnung imperialistischer Aggression im 21. Jahrhundert.


== Sanktionen gegen Russland ==
== Sanktionen gegen Russland ==


Die Länder der NATO haben umfassende Sanktionen beschossen und auf den Weg gebracht. Eine der wirkungsvollsten Maßnahmen als Antwort auf den russischen Überfall auf die Ukraine ist der Ausschluss aus dem internationalen Finanztransfersystem SWIFT. Russland wäre nach [[Nordkorea]] und [[Iran]] der dritte Staat der vom SWIFT ausgeschlossenen Länder. Der Euro­pa­rat suspendierte zudem die Mit­glied­schaft Russ­lands. Am späten Nachmittag des 27. Februar reagierte Putin darauf, dass er an die Welt eine öffentliche Warnung aussprach und die Atomstreikräfte seiner Armee in höchste Bereitschaft versetzte.<ref>[https://www.spiegel.de/ausland/ukraine-krieg-putin-versetzt-atomstreitkraefte-in-alarmbereitschaft-a-47a95226-3400-4cc2-8206-b3c10c8eaabe spiegel.de: Putin versetzt Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft]</ref>
Die [[Länder der NATO]] haben umfassende Sanktionen beschossen und auf den Weg gebracht. Viele westliche [[Liste von Unternehmen, die sich aus Russland zurückziehen|Unternehmen und Handelsmarken ziehen sich aus Russland zurück]]. Eine der wirkungsvollsten Maßnahmen als Antwort auf den russischen Überfall auf die Ukraine ist der Ausschluss aus dem internationalen Finanztransfersystem SWIFT. Russland wäre nach [[Nordkorea]] und [[Iran]] der dritte Staat der vom SWIFT ausgeschlossenen Länder. Der Euro­pa­rat suspendierte zudem die Mit­glied­schaft Russ­lands. Am späten Nachmittag des 27. Februar reagierte Putin darauf, dass er an die Welt eine öffentliche Warnung aussprach und die Atomstreikräfte seiner Armee in höchste Bereitschaft versetzte.<ref>[https://www.spiegel.de/ausland/ukraine-krieg-putin-versetzt-atomstreitkraefte-in-alarmbereitschaft-a-47a95226-3400-4cc2-8206-b3c10c8eaabe spiegel.de: Putin versetzt Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft]</ref>


== Wirtschaftliche Folgen für Europa ==
== Wirtschaftliche Folgen für Europa ==
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Siehe dazu: [[Abhängigkeit der europäischen Staaten vom russischen Gas]]
Siehe dazu: [[Abhängigkeit der europäischen Staaten vom russischen Gas]]


== Verlauf der Kampfhandlungen ==
== Infos von der Front aus der Hauptperspektive ==
 
*[[Liste ukrainischer Tageszeitungen]]
 
== [[{{PAGENAME}}/Fotostrecke|Krieg in Bildern]] ==
 
[[Bild:Destruction of Russian tanks by Ukrainian troops in Mariupol (1).jpg|thumb|150px|left|verweis=Krieg in der Ukraine (2022)/Fotostrecke]]
 
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== Siehe auch ==


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*[[Liste der Kriege der Russischen Föderation]]
War in Ukraine 2022 - en.svg|Karte der Invasion der russischen Streitkräfte am 24. Februar
Kherson Offensive (25 February 2022).png|Angriff von der Krim aus (25. Februar)
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== [[{{PAGENAME}}/Fotostrecke|Fotostrecke]] ==
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== Quellennachweise ==
== Quellennachweise ==
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[[Kategorie:Ukraine]]
[[Kategorie:Ukraine]]
[[Kategorie:Krieg]]
[[Kategorie:Krieg in der Ukraine| ]]
[[Kategorie:Aktuell]]
[[Kategorie:Aktuell]]

Aktuelle Version vom 3. Juni 2025, 16:34 Uhr

 
Russische Invasion in der Ukraine

Am 24. Februar 2022 begann Russland unter dem Vorwand einer „Spezialoperation“ einen brutalen, völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die souveräne Ukraine. Moskau hatte zuvor monatelang Truppen an der Grenze zusammengezogen und die sogenannten „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk im Osten der Ukraine anerkannt – ein klarer Bruch des Völkerrechts und der territorialen Integrität der Ukraine.

Die offizielle russische Propaganda rechtfertigte den Angriff mit fadenscheinigen Behauptungen von „Entnazifizierung“ und „Entmilitarisierung“, für die es keinerlei Beweise gibt. Vielmehr zielte der Überfall offenkundig darauf ab, die demokratisch gewählte Regierung in Kiew zu stürzen und eine Marionettenregierung zu installieren, um die Ukraine dauerhaft unter russischen Einfluss zu zwingen. Diese imperiale Aggression steht in direkter Tradition russischer Großmachtfantasien und war begleitet von systematischer Desinformation und dem Versuch, die Geschichte umzuschreiben.

Militärische Entwicklung und Kriegsverlauf

Der russische Angriff erfolgte aus mehreren Richtungen – aus Belarus im Norden, aus dem Donbass im Osten und von der Krim im Süden. Russland setzte auf einen raschen Sieg, scheiterte jedoch kläglich am entschlossenen Widerstand der ukrainischen Streitkräfte und Zivilgesellschaft. Kiew, das binnen Tagen eingenommen werden sollte, verteidigte sich erfolgreich. Statt eines Blitzkriegs entwickelte sich der Angriffskrieg zu einem Fiasko für Moskau.

Die russische Armee offenbarte massive strukturelle Schwächen: veraltete Ausrüstung, miserable Logistik, mangelhafte Moral und Führung sowie eine kaum vorhandene Versorgung. Gleichzeitig zeigte sich die ukrainische Armee flexibel, kampferprobt und hochmotiviert. Unterstützt durch westliche Waffenlieferungen konnte sie ab Mitte 2022 zunehmend Boden zurückgewinnen. Besonders die Rückeroberung von Cherson im November 2022 gilt als strategisch und symbolisch bedeutend.

Verluste

Die russischen Verluste sind enorm: Zehntausende getötete Soldaten, darunter viele schlecht ausgebildete Wehrpflichtige und zwangsrekrutierte Strafgefangene. Tausende Panzer, Fahrzeuge, Flugzeuge und Hubschrauber wurden zerstört. Die berüchtigte Söldnergruppe Wagner, einst als Elite dargestellt, wurde im Fleischwolf der ukrainischen Verteidigung regelrecht zerschlagen. Auf ukrainischer Seite sind die Verluste ebenfalls hoch, jedoch wesentlich geringer im Verhältnis zur eingesetzten Kampfkraft. Besonders zivilgesellschaftlich bedeutet der Krieg einen tiefen Einschnitt: Hunderttausende Tote und Verletzte, Millionen Vertriebene.

Kriegsverbrechen

Russland führt seinen Krieg mit äußerster Brutalität und systematischen Menschenrechtsverletzungen. In Orten wie Butscha, Irpin oder Mariupol wurden Massengräber entdeckt, Zivilisten gezielt getötet, gefoltert oder verschleppt. Öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser und Kindergärten wurden bombardiert. Russland greift gezielt kritische Infrastruktur an, um die Bevölkerung zu demoralisieren – ein klarer Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht.

Der Internationale Strafgerichtshof hat Ermittlungen aufgenommen. Präsident Putin und zahlreiche Kommandeure stehen im Verdacht, für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich zu sein. Der Missbrauch sexualisierter Gewalt als Mittel der Kriegsführung ist dokumentiert, ebenso wie systematische Deportationen ukrainischer Kinder in russisches Staatsgebiet.

Siehe auch: Liste der prominenten Opfer im Krieg gegen die Ukraine

Internationale Reaktionen

Die westliche Welt reagierte mit massiven Sanktionen. Russland wurde wirtschaftlich isoliert, Banken wurden vom SWIFT-System ausgeschlossen, der Export von Technologie und Rüstungsgütern unterbunden. Zahlreiche internationale Konzerne verließen den russischen Markt. Gleichzeitig erhielt die Ukraine beispiellose Unterstützung: Waffenlieferungen, humanitäre Hilfe, finanzielle Mittel und politische Rückendeckung.

Russland fand sich außenpolitisch in einer selbstverschuldeten Isolation wieder. Nur wenige Staaten – wie Nordkorea, Iran oder Belarus – unterstützten den Angriff offen. Der Kreml versuchte, durch Gaslieferungen, Getreideblockaden und Desinformation internationalen Druck aufzubauen, scheiterte jedoch weitgehend.

Aktuelle Lage (Stand: Mitte 2025)

Der Krieg ist zu einem Stellungskrieg mit hohen Verlusten degeneriert, insbesondere entlang der Frontlinie im Donbass und im Süden. Russland setzt weiterhin auf Massenbeschuss, Drohnenangriffe und Terror gegen die Zivilbevölkerung. Die Ukraine verteidigt sich erfolgreich, verliert jedoch täglich Menschenleben und Ressourcen.

Die russische Gesellschaft ist gespalten: Während die staatliche Propaganda die Realität verzerrt, wächst der Unmut über Mobilmachung, wirtschaftliche Not und Rückschläge. Internationale Vermittlungsbemühungen bleiben ohne Durchbruch. Russland zeigt keine ernsthafte Verhandlungsbereitschaft und setzt weiterhin auf Eskalation und Erpressung.

Trotz aller Zerstörung zeigt sich die Ukraine entschlossen, ihre Freiheit und Souveränität zu verteidigen – nicht nur für sich selbst, sondern als Symbol für die Ablehnung imperialistischer Aggression im 21. Jahrhundert.

Sanktionen gegen Russland

Die Länder der NATO haben umfassende Sanktionen beschossen und auf den Weg gebracht. Viele westliche Unternehmen und Handelsmarken ziehen sich aus Russland zurück. Eine der wirkungsvollsten Maßnahmen als Antwort auf den russischen Überfall auf die Ukraine ist der Ausschluss aus dem internationalen Finanztransfersystem SWIFT. Russland wäre nach Nordkorea und Iran der dritte Staat der vom SWIFT ausgeschlossenen Länder. Der Euro­pa­rat suspendierte zudem die Mit­glied­schaft Russ­lands. Am späten Nachmittag des 27. Februar reagierte Putin darauf, dass er an die Welt eine öffentliche Warnung aussprach und die Atomstreikräfte seiner Armee in höchste Bereitschaft versetzte.[1]

Wirtschaftliche Folgen für Europa

Siehe dazu: Abhängigkeit der europäischen Staaten vom russischen Gas

Infos von der Front aus der Hauptperspektive

Krieg in Bildern













Siehe auch


Quellennachweise