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| Name = Husten
| Name = Husten

Version vom 17. September 2025, 11:01 Uhr

Husten
Basisdaten
ICD-10 R05
Krankheitsursache Reizung der Atemwege
Symptome stoßartige Ausatmung, oft begleitet von Schleimproduktion
Behandlung je nach Ursache medikamentös oder nichtmedikamentös
Bildbeschreibung


Husten ist ein Schutzreflex der Atemwege. Er tritt auf, wenn Schleimhäute in Hals, Kehlkopf, Luftröhre oder Bronchien gereizt werden. Durch einen kräftigen Luftstoß werden Fremdstoffe, Sekret oder Krankheitserreger aus den Atemwegen entfernt. Husten ist damit kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom, das bei vielen verschiedenen Erkrankungen oder Belastungen auftreten kann. Dazu zählen Infektionen, Allergien, Reizstoffe in der Luft oder chronische Erkrankungen der Atemwege.

Definition und Funktion

Husten ist ein komplexer Reflex, der über das Nervensystem gesteuert wird. Er setzt ein, wenn Rezeptoren in den Schleimhäuten der Atemwege Reize wahrnehmen. Diese Signale werden an das Hustenzentrum im Gehirn weitergeleitet. Dort wird die Reaktion ausgelöst: ein tiefes Einatmen, gefolgt von einer plötzlichen, kräftigen Ausatmung bei geschlossenem Kehlkopf, der sich dann ruckartig öffnet. Auf diese Weise entsteht der typische Hustenstoß. Diese Funktion schützt die Atemwege vor Verschmutzung, Entzündung und Verstopfung. Neben dem Schutz kann Husten auch Hinweis auf Erkrankungen sein, zum Beispiel bei Infekten der oberen Atemwege oder bei chronischen Leiden wie Asthma oder COPD. Akuter Husten klingt meist nach wenigen Tagen oder Wochen ab, während chronischer Husten länger als acht Wochen anhält und ärztlich abgeklärt werden sollte.

Ursachen

Die Ursachen von Husten sind vielfältig und reichen von harmlosen Reizungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Häufig entsteht Husten durch Infektionen der Atemwege wie Erkältungen oder Grippe. Viren und Bakterien lösen Entzündungen aus, die zu vermehrter Schleimbildung führen. Der Körper versucht, diesen Schleim durch Husten zu entfernen. Auch Allergien, Tabakrauch, Staub oder chemische Reizstoffe können Husten hervorrufen. Bei chronischen Erkrankungen wie Asthma, chronischer Bronchitis oder Herzschwäche ist Husten oft ein dauerhaftes Symptom. Ein besonderer Fall ist der sogenannte Reizhusten ohne Auswurf, der häufig am Anfang einer Infektion auftritt oder durch trockene Luft und Schadstoffe ausgelöst wird. Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn Husten ungewöhnlich lange anhält, Blut im Auswurf auftritt oder weitere Beschwerden wie Atemnot bestehen.

Diagnostik

Die Diagnose von Husten beginnt mit einer gründlichen Befragung und Untersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Wichtige Hinweise liefern Dauer, Häufigkeit, Art des Hustens und begleitende Symptome. Dabei wird unterschieden zwischen akutem, subakutem und chronischem Husten. Eine körperliche Untersuchung, Abhören der Lunge und gegebenenfalls bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen helfen, ernsthafte Erkrankungen auszuschließen. Bluttests oder Lungenfunktionsprüfungen können weitere Informationen liefern. Bei Verdacht auf allergische Ursachen kommen Allergietests infrage. Die genaue Diagnose ist entscheidend, weil sich daraus die passende Behandlung ergibt. In den meisten Fällen ist Husten zwar harmlos und vorübergehend, doch er kann auch ein Hinweis auf schwerwiegendere Erkrankungen sein.

Behandlung

Die Behandlung von Husten richtet sich nach der Ursache. Bei einem gewöhnlichen Erkältungshusten genügen oft einfache Maßnahmen wie ausreichend Flüssigkeit, feuchte Raumluft und Schonung. Schleimlösende Mittel (Mukolytika) können helfen, zähen Schleim zu verflüssigen und den Abtransport zu erleichtern. Bei trockenem Reizhusten werden gelegentlich hustenstillende Präparate eingesetzt, allerdings nur kurzfristig und nicht gleichzeitig mit Schleimlösern. Ist der Husten durch eine bakterielle Infektion verursacht, kann eine antibiotische Behandlung notwendig sein. Bei chronischem Husten steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund, etwa durch Inhalationsmedikamente bei Asthma. Wichtig ist außerdem, Reizstoffe wie Zigarettenrauch zu meiden. Bei länger anhaltendem oder unklarem Husten sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, um ernsthafte Ursachen auszuschließen.

Vorbeugung

Vorbeugung von Husten bedeutet vor allem, die Atemwege zu schützen und das Immunsystem zu stärken. Regelmäßiges Lüften, Vermeidung von Tabakrauch und ausreichende Flüssigkeitszufuhr tragen dazu bei, die Schleimhäute feucht zu halten und ihre Abwehrfunktion zu unterstützen. Auch Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen helfen, Infektionen vorzubeugen. In der kalten Jahreszeit kann das Befeuchten der Raumluft sinnvoll sein. Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen sollten ärztlich empfohlene Vorsorge- und Therapiepläne einhalten. Impfungen gegen Grippe oder Keuchhusten können ebenfalls vor bestimmten Infektionskrankheiten schützen, die mit Husten einhergehen.

Siehe auch

Literatur

  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin: Leitlinie „Husten“ (2023)
  • Robert Koch-Institut: Informationen zu Atemwegsinfektionen

Weblinks