Lamarckismus: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 10. Oktober 2025, 21:47 Uhr

Jean-Baptiste de Monet, Chevalier de Lamarck (1744–1829) war ein französischer Naturforscher. Er unterschied zwischen Wirbellosen und Wirbeltieren und entwickelte ein System zur Klassifikation der Tiere.
Lamarck entwickelte eine Hypothese, nach der Tiere Eigenschaften, die sie während ihres Lebens durch Gebrauch oder Nichtgebrauch bestimmter Organe erwerben, an ihre Nachkommen vererben könnten. Ein oft zitiertes Beispiel ist der Langer Hals der Giraffe, der sich laut Lamarck im Laufe der Generationen verlängerte, weil die Tiere ständig ihre Hälse streckten, um an höhere Blätter zu gelangen. Ein weiteres Beispiel wäre ein Hufschmied, der kräftige Arme entwickelt – nach Lamarck könnten diese Eigenschaften an seine Kinder weitergegeben werden.
Der Lamarckismus als klassische Theorie der Vererbung erworbener Eigenschaften ist durch die moderne Genetik weitgehend widerlegt, da die meisten erworbenen Merkmale nicht über die DNA an Nachkommen weitergegeben werden.
Allerdings zeigen neuere Forschungsergebnisse im Bereich der Epigenetik, dass Umwelteinflüsse bestimmte chemische Marker auf Genen hinterlassen können, die die Genaktivität beeinflussen. Einige dieser epigenetischen Veränderungen können in seltenen Fällen über wenige Generationen vererbt werden. Diese Befunde haben zu einer vorsichtigen Wiederbelebung von Diskussionen über eine Art „modifizierten Lamarckismus“ geführt. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass dies nicht bedeutet, dass klassische Lamarcksche Vorstellungen vollständig korrekt sind; die Veränderungen sind meist reversibel und betreffen nicht die DNA-Sequenz selbst.