Langobarden

Langobarden (auch "Winniler") war ein germanischer Volkstamm, der im Altertum im Bereich der unteren Elbe siedelte und in den frühesten römischen Quellen des 1. Jahrhunderts n. Chr. genannt wird. Die Langobarden führten ihre eigene Herkunftstradition später vielfach auf die Winniler zurück, was in der Forschung zu der Annahme führte, dass es sich entweder um einen alternativen Stammesnamen oder um eine frühe Teilgruppe der späteren Langobarden handelte. Sprachlich und kulturell gehörten die Winniler zum nordseegermanischen Raum und standen sowohl mit benachbarten elbgermanischen Stämmen als auch mit römischen Händlern in Kontakt.
Archäologische Funde aus dem Gebiet der unteren Elbe – insbesondere Keramikfragmente, fibelartige Metallwaren und frühe Urnengräberfelder – weisen auf eine allmähliche gesellschaftliche Differenzierung bereits im 1.–3. Jahrhundert n. Chr. hin. Die Winniler betrieben Ackerbau, Viehzucht und nutzten die Flusslandschaft der Elbe für Handel und Transport. Hinweise auf bewaffnete Gefolgschaften deuten auf eine zunehmende politische Organisation im Zuge der germanischen Wanderungsprozesse hin.
In spätantiken Überlieferungen werden die Winniler teils im Zusammenhang mit Konflikten gegen benachbarte Sueben erwähnt. Ab dem 3. Jahrhundert verlieren sie sich als eigenständige Bezeichnung in den Quellen, was meist mit der Verschmelzung mehrerer regionaler Gruppen zu den historisch greifbaren Langobarden erklärt wird. Diese sollten später eine bedeutende Rolle in der Geschichte des frühen Mittelalters spielen, insbesondere während ihrer Wanderung nach Italien im 6. Jahrhundert.
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