Epikur

Aus Wiki.sah
Version vom 21. Oktober 2025, 16:45 Uhr von Konstantin (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Epikur
Alternativnamen Ἐπίκουρος (Epíkouros)
Kurzbeschreibung Griechischer Philosoph, Begründer des Epikureismus
Geburtsdatum um 341 v. Chr.
Alter
   ~ 71 Jahre
Geburtsort Samos
Sterbedatum 271 v. Chr. oder 270 v. Chr.
Sterbeort Athen
Staatsangehörigkeit Griechisch
Tätigkeitsfeld Philosophie, Epikureismus
Bekannt für Lehre von der Lust als höchstem Gut
Aktiv seit 4.–3. Jahrhundert v. Chr.
Werke (Auswahl) Brief an Herodot, Brief an Menoikeus (überliefert)


(griech. Ἐπίκουρος Epíkouros)

(* um 341 v. Chr. auf Samos; † 271 oder 270 v. Chr. in Athen)

Griechischer Philosoph und Begründer der nach ihm benannten Lehre. Epikur lehrte ein Lebensideal, das auf der Befreiung von Angst und unnötigem Verlangen beruhte. Ziel des Menschen sei die Ataraxie, ein Zustand innerer Ruhe, der durch maßvolle Lebensführung und geistige Klarheit erreicht werden könne. Die Philosophie Epikurs stellte nicht sinnliche Ausschweifung, sondern die vernünftige Begrenzung der Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Lust (hēdonē) verstand er als Abwesenheit von Schmerz im Körper und Unruhe in der Seele.

Epikur gründete in Athen seine eigene Schule, den sogenannten "Garten des Epikur" (Kēpos), wo er seine Schüler unterrichtete und mit ihnen lebte. Er hinterließ ihnen diesen Garten in seinem Testament. In seiner Lehre verband er atomistische Naturphilosophie mit praktischer Ethik. Nach seiner Auffassung bestehen alle Dinge, auch die Seele, aus Atomen, die sich im leeren Raum bewegen. Dadurch erklärte er Naturvorgänge ohne göttliches Eingreifen und lehnte die Vorstellung von göttlicher Strafe nach dem Tod ab. Die Furcht vor den Göttern und vor dem Tod betrachtete er als die Hauptursache menschlichen Leidens.

Epikurs Schriften wurden später von römischen Philosophen wie Lukrez weitergeführt und beeinflussten das antike wie das moderne Denken. Seine Haltung zur Religion, sein Verständnis von Glück und seine Forderung nach geistiger Unabhängigkeit machen ihn zu einem der prägenden Denker der hellenistischen Philosophie.