Brustkrebs

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Brustkrebs (medizinisch: Mammakarzinom) ist eine bösartige Neubildung (Malignom) des Brustdrüsengewebes. Er ist die weltweit häufigste Krebserkrankung bei Frauen und stellt in vielen Ländern eine der häufigsten Todesursachen durch Krebs dar. Männer können ebenfalls an Brustkrebs erkranken, allerdings ist dies mit weniger als einem Prozent aller Fälle deutlich seltener.

Mammographie eines Mammakarzinoms

Die Erkrankung geht meist von den Milchgängen (duktales Karzinom) oder den Drüsenläppchen (lobuläres Karzinom) der Brust aus. Die Ursachen sind vielfältig. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen das Lebensalter, hormonelle Einflüsse, eine familiäre Vorbelastung sowie bestimmte genetische Mutationen, insbesondere in den Genen BRCA1 und BRCA2. Auch Übergewicht, Alkoholkonsum und eine langjährige Hormonersatztherapie nach den Wechseljahren können das Risiko erhöhen.

Brustkrebs verläuft individuell sehr unterschiedlich. Manche Tumoren wachsen langsam, andere aggressiv. Symptome können ein Knoten in der Brust, Hautveränderungen, Einziehungen der Brustwarze oder Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze sein. In frühen Stadien bleibt Brustkrebs oft unbemerkt, weshalb regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen eine wichtige Rolle bei der Früherkennung spielen. In Deutschland wird Frauen zwischen 50 und 69 Jahren im Rahmen des Mammographie-Screenings alle zwei Jahre eine Röntgenuntersuchung der Brust angeboten.

Eine gesicherte Diagnose wird in der Regel durch eine Kombination aus körperlicher Untersuchung, Bildgebung (Ultraschall, Mammographie, eventuell MRT) und einer Gewebeentnahme (Biopsie) gestellt. Die feingewebliche Untersuchung erlaubt Rückschlüsse auf die Tumorart, den Hormonrezeptorstatus und andere biologische Merkmale, die für die Wahl der Therapie entscheidend sind.

Behandlung und Prognose

Die Behandlung von Brustkrebs erfolgt in der Regel interdisziplinär und richtet sich nach der Art, Größe, Ausbreitung und molekularen Charakteristik des Tumors sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patientin. Häufig angewendete Therapieformen sind Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, antihormonelle Therapie und zielgerichtete Medikamente (z. B. Antikörpertherapie). In frühen Stadien steht meist die Operation im Vordergrund, bei der entweder der Tumor entfernt (brusterhaltende Therapie) oder die gesamte Brust amputiert wird (Mastektomie). Die Entscheidung hängt vom Tumorstadium und den individuellen Gegebenheiten ab.

Eine Strahlentherapie kommt häufig nach einer brusterhaltenden Operation zum Einsatz, um eventuell verbliebene Tumorzellen zu zerstören. Die Chemotherapie wird eingesetzt, um Krebszellen systemisch zu bekämpfen, besonders bei aggressiveren Tumoren oder wenn ein erhöhtes Rückfallrisiko besteht. Hormonabhängige Tumoren können mit antihormonellen Medikamenten behandelt werden, die das Wachstum hormonempfindlicher Krebszellen hemmen. Bei HER2-positivem Brustkrebs kann eine Antikörpertherapie gegen den HER2-Rezeptor erfolgen.

Die Prognose ist heute in vielen Fällen gut, insbesondere wenn der Tumor früh erkannt wird. Die Fünfjahresüberlebensrate liegt bei früh entdecktem Brustkrebs über 85 %. Rückfälle (Rezidive) oder Tochtergeschwülste (Metastasen) können dennoch auch Jahre nach der Erstbehandlung auftreten. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind daher wichtig, um mögliche Rückfälle frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Neben der medizinischen Behandlung spielt auch die psychosoziale Betreuung eine Rolle. Die Diagnose kann starke emotionale Belastungen hervorrufen. Unterstützungsangebote wie psychoonkologische Beratung, Selbsthilfegruppen oder Rehabilitationsmaßnahmen können helfen, die Krankheit besser zu bewältigen. Brustkrebszentren, die nach bestimmten Qualitätskriterien arbeiten, bieten eine umfassende Betreuung nach neuesten medizinischen Standards.

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