Evolutionstheorie
Von Charles Darwin erstmals formulierte Theorie zur Entstehung und Wandlung der Arten im Verlauf langer Zeiträume durch Reproduktion, Variation und Selektion. Seit Darwins Deszendenztheorie wurde die Evolutionstheorie ausgebaut, durch weitere paläontologische Funde untermauert und nicht zuletzt durch revolutionäre Erkenntnisse und Fortschritte in der Genetik als Folge periodisch auftretender Mutationen gentechnisch besser verstanden.
Die moderne Evolutionsbiologie betrachtet die Evolution als ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Neben der klassischen natürlichen Selektion spielen auch Genfluss, genetische Drift und Mutation eine zentrale Rolle. Diese Prozesse verändern die Häufigkeit von Allelen innerhalb einer Population und führen langfristig zu neuen Merkmalen oder sogar neuen Arten. Populationsgenetische Modelle helfen dabei, diese Vorgänge zu beschreiben und zu quantifizieren. Darüber hinaus beleuchtet die Molekularbiologie heute die evolutionären Mechanismen bis auf die Ebene der DNA und Proteine, wodurch Abstammungsverhältnisse präziser rekonstruiert werden können.
Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wird die Evolutionstheorie durch die Synthetische Evolutionstheorie ergänzt, die Darwins Ideen mit Erkenntnissen aus Genetik, Systematik und Paläontologie verbindet. Diese moderne Synthese erklärt die Entstehung neuer Arten und die Anpassung von Populationen an ihre Umwelt umfassender und empirisch fundierter als je zuvor. Die Evolutionstheorie gilt damit als zentrales Ordnungsprinzip der gesamten Biologie und liefert den Rahmen, um Vielfalt, Anpassung und Entwicklung des Lebens auf der Erde zu verstehen.