Russischer Kreuz (Demografie)

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Der Ausdruck „Russischer Kreuz“ bezeichnet einen demografischen Wendepunkt in Russland ab etwa 1992, als die Todesrate erstmals die Geburtenrate überstieg.[1] Die Bezeichnung wurde in den 1990er Jahren von Publizisten und Fachleuten geprägt, um auf die natürliche Bevölkerungsabnahme hinzuweisen.[2]

Merkmale

  • Seit Anfang der 1990er Jahre liegt die Sterblichkeit dauerhaft über der Geburtenrate.[3]
  • Hauptursachen sind sinkende Fruchtbarkeit, steigende Sterbefälle (u. a. schlechte Gesundheitsversorgung, ungesunde Lebensweise) und ein Rückgang der jungen Bevölkerungskohorten.[4]
  • Migration gleicht die natürliche Abnahme nur teilweise aus.[5]
Geburten- und Todesraten in Russland zw. 1950 und 2008

Folgen und Entwicklungen

  • Bevölkerungsrückgang und Alterung der Gesellschaft werden durch niedrige Geburtenzahlen und überdurchschnittliche Sterberaten bestimmt.[6]
  • Prognosen deuten auf weitere Verluste in den kommenden Jahrzehnten hin, besonders in dünn besiedelten Regionen.[7]
  • Politisch und gesellschaftlich wird das Phänomen als nationales Problem diskutiert; gefordert werden familienpolitische Maßnahmen und bessere Bedingungen für junge Eltern.[8]

Kritik und Kontroversen

  • Manche Kommentatoren betonen, dass der Begriff „Russischer Kreuz“ häufig alarmistisch gebraucht wird.[9]
  • Es wird diskutiert, inwieweit Migration, regionale Unterschiede und politische Maßnahmen das Bild verändern oder ausgleichen können.[10]

Schlussbemerkung

Das Phänomen des „Russischen Kreuzes“ zeigt eine ernste demografische Herausforderung Russlands. Ob und wie es überwunden werden kann, hängt wesentlich von politischen, sozialen und gesundheitlichen Maßnahmen ab – insbesondere von der Förderung von Familien, Gesundheitsvorsorge und regionaler Entwicklung.[11]

Quellen