Pavegen-Gehwegplatten

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Pavegen ist eine Technologie zur Energiegewinnung aus kinetischer Energie, die beim Begehen spezieller Gehwegplatten erzeugt wird. Das System wurde vom britischen Unternehmer Laurence Kemball-Cook entwickelt und zielt darauf ab, erneuerbare Energiequellen in den Alltag zu integrieren. Die Platten wandeln die Bewegungsenergie von Passanten in elektrische Energie um, die zur Beleuchtung, für Sensoren oder zur Energiespeicherung genutzt werden kann. Pavegen ist vor allem in urbanen Projekten, Bildungseinrichtungen und Pilotanlagen im Einsatz, um nachhaltige Energieerzeugung sichtbar und erlebbar zu machen.[1]

Funktionsweise

Jede Pavegen-Platte enthält ein mechanisch-elektrisches System, das beim Betreten leicht nachgibt. Durch diese Bewegung wird über ein Schwingsystem und Generatoren Strom erzeugt. Die erzeugte elektrische Energie wird in kleinen Mengen sofort genutzt oder in Batterien gespeichert. Zusätzlich sind viele Pavegen-Systeme mit drahtloser Kommunikation ausgestattet, um Daten über Passantenströme zu erfassen. Dadurch kann die Technologie neben der Energiegewinnung auch zur intelligenten Stadtplanung beitragen. Die typische Energieausbeute pro Schritt beträgt zwischen 2 und 5 Joule, was ausreicht, um beispielsweise eine LED-Leuchte für einige Sekunden zu betreiben. In größeren Installationen, etwa an Flughäfen oder auf öffentlichen Plätzen, wird die Energie gesammelt und für lokale Anwendungen wie Beleuchtung, Informationsanzeigen oder Umweltsensorik genutzt.[2][3]

Anwendungsgebiete

Pavegen-Systeme werden vor allem in Städten, Einkaufszentren und Bildungseinrichtungen installiert, wo viele Menschen täglich unterwegs sind. Ein bekanntes Beispiel ist die Installation am Londoner Flughafen Heathrow, wo Passantenbewegungen zur Stromversorgung von Leuchten im Terminal beitragen. Weitere Projekte existieren in Städten wie London, Washington D.C. oder Abu Dhabi. In Schulen und Universitäten dient Pavegen häufig als Anschauungsprojekt für nachhaltige Energieerzeugung und Umweltbildung. Auch im Bereich der "Smart Cities" wird die Technologie zunehmend erprobt, da sie sowohl Energieerzeugung als auch Datenerfassung miteinander kombiniert. Unternehmen und Kommunen sehen darin ein Symbol für innovative Stadtentwicklung, das ökologische und pädagogische Aspekte miteinander verbindet.[4]

Kritik und Grenzen

Obwohl die Idee der Energiegewinnung durch Schritte als umweltfreundlich gilt, wird die tatsächliche Effizienz der Technologie häufig kritisch betrachtet. Die Energiemenge pro Person ist vergleichsweise gering und reicht nicht aus, um größere Strombedarfe zu decken. Der Nutzen liegt daher eher im symbolischen und pädagogischen Wert sowie in der Möglichkeit, Bewegung und Energie sichtbar zu verknüpfen. Kritiker verweisen zudem auf die hohen Kosten der Installation und Wartung im Vergleich zum Energieertrag. Dennoch betonen Befürworter den Innovationscharakter und das Bewusstsein, das Pavegen für nachhaltige Technologien schafft. In Kombination mit anderen Systemen – etwa Solarenergie oder Windkraft – könnte die Technologie in Zukunft eine ergänzende Rolle in urbanen Energiekonzepten spielen.[5]

Quellennachweise