Gallia Belgica

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Römisches Reich mit Provinzen um das Jahr 120 u.Z.
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Römische Provinzen
Provinz Gallia Belgica
lat. Gallia Belgica
von - bis ca. 22 v. Chr.5. Jahrhundert u.Z.
Bevölkerung Keltische Belger, teils Germanengermanische Gruppen, römische Siedler
gelegen heute in Belgien, Luxemburg, Nordost-Frankreich, Teile der Niederlande und Westdeutschlands

Gallia Belgica war eine der bedeutenden Provinzen des Römischen Reiches und entstand im Zuge der von Augustus durchgeführten Neuordnung der gallischen Gebiete. Die Region umfasste das Land der Belger, eines keltischen Kulturraumes mit teils starkem germanischem Einfluss. Hauptstadt der Provinz war das strategisch wichtige Augusta Treverorum (Trier), das sich im Verlauf der Kaiserzeit zu einem der bedeutendsten politischen Zentren nördlich der Alpen entwickelte.

Die Provinz war zunächst Teil des von Julius Caesar eroberten Galliens. Ihre endgültige Verwaltungsgliederung erfolgte unter Augustus, der Gallien in drei Einheiten unterteilte: Gallia Aquitania, Gallia Lugdunensis und Gallia Belgica. Letztere erhielt eine besondere militärische Bedeutung, da sie an der Rheingrenze zu den germanischen Gebieten lag. Mehrere Legionen waren dauerhaft in Garnisonsstädten wie Vetera (Xanten) und Mogontiacum (Mainz) stationiert.

Unter der Herrschaft des Kaisers Diokletian wurde Gallia Belgica im 3. Jahrhundert neu organisiert und in zwei kleinere Verwaltungseinheiten aufgeteilt: Belgica I und Belgica II. Trotz dieser Aufteilung blieb das Gebiet kulturell eng verbunden. Städte wie Trier blieben bis weit in die Spätantike hinein Zentren von Verwaltung, Handel und christlicher Kultur.

Mit dem Zusammenbruch der römischen Herrschaft im Westen im 5. Jahrhundert ging die Provinz in den Einflussbereich germanischer Nachfolgereiche über, insbesondere der Franken. Dennoch blieb der römische Ursprung der Region in Stadtstrukturen, Straßennetzen und Ortsnamen lange sichtbar.