Prognose der Spritpreise bis 2035

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Version vom 18. Dezember 2025, 13:11 Uhr von Konstantin (Diskussion | Beiträge)
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Die Entwicklung der Spritpreise bis 2035 wird weniger durch den Rohölpreis als durch politische und fiskalische Entscheidungen geprägt. In Deutschland und der EU steigen die Belastungen für fossile Kraftstoffe gezielt an. Ziel ist eine Lenkungswirkung zugunsten klimafreundlicher Alternativen. Dadurch verlieren klassische Marktmechanismen an Bedeutung. Selbst bei stabilen oder sinkenden Ölpreisen ist langfristig mit höheren Endverbraucherpreisen für Benzin und Diesel zu rechnen.

Bedeutung von Steuern und Abgaben

Bereits heute besteht der größte Teil des Spritpreises aus Energiesteuer, CO2-Preis und der Mehrwertsteuer (siehe Zusammensetzung des Benzinpreises). Dieser Anteil ist politisch gewollt und gilt als verlässlich steuerbares Instrument. Bis 2035 ist eher mit zusätzlichen Belastungen als mit Entlastungen zu rechnen. Sinkender Verbrauch soll durch höhere Preise pro Liter ausgeglichen werden, um staatliche Einnahmen zu sichern.

CO2-Bepreisung als Haupttreiber

Der wichtigste Preistreiber ist die schrittweise Erhöhung des CO2-Preises auf fossile Kraftstoffe. Deutschland hat bereits feste Preispfade beschlossen. Ab den 2030er Jahren wird der Preis zunehmend durch den europäischen Emissionshandel bestimmt. Dieser ist mengenbasiert und kann stark schwanken. Insgesamt ist von einer deutlichen Verteuerung pro Liter auszugehen, unabhängig vom Ölmarkt.

Rolle des Rohölpreises

Der Rohölpreis beeinflusst kurzfristige Schwankungen, verliert aber langfristig an Bedeutung für den Endpreis. Selbst starke Preisrückgänge am Weltmarkt würden durch Steuern und Abgaben nur gedämpft weitergegeben. Umgekehrt können steigende Rohölpreise zusätzliche Preisspitzen verursachen, sind aber nicht mehr der entscheidende Faktor für die langfristige Preisentwicklung.

Politische Zielsetzung

Die Verteuerung fossiler Kraftstoffe ist Teil der europäischen Klimapolitik. Programme wie Fit for 55 und nationale Klimaschutzgesetze setzen bewusst auf Preissignale. Ziel ist nicht Versorgungssicherheit durch niedrige Preise, sondern eine schrittweise Verdrängung von Benzin und Diesel aus dem Verkehrssektor.

Ausblick bis 2035

Bis 2035 ist in Deutschland von strukturell hohen Spritpreisen auszugehen. Selbst bei günstigen globalen Marktbedingungen wirken Steuern und CO2-Kosten preisstabilisierend nach oben. Fossile Kraftstoffe bleiben verfügbar, werden jedoch politisch gewollt zunehmend teurer. Niedrige Preise gelten langfristig als unwahrscheinlich.

Realistische Preisspanne bis 2035

Auf Basis politischer Beschlüsse, veröffentlichter Preispfade und bestehender Steuerstruktur lässt sich für Deutschland eine realistische Spanne für Benzin und Diesel im Jahr 2035 ableiten. Entscheidend sind nicht Rohölpreise, sondern CO2-Preis, Energiesteuern und Mehrwertsteuer.

Für Benzin gilt bei moderaten Marktbedingungen eine Spanne von etwa 2,20 bis 2,60 Euro pro Liter. Bei hoher CO2-Belastung oder zusätzlichen Abgaben sind auch Werte bis rund 2,80 Euro pro Liter plausibel.

Für Diesel liegt die realistische Spanne bei etwa 2,30 bis 2,70 Euro pro Liter. Auch hier können politische Verschärfungen zu höheren Preisen führen.

Kurzfristige Abweichungen nach unten bleiben möglich, gelten aber als instabil.

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