Bipedalismus
Bipedalismus bezeichnet die Form der Fortbewegung auf zwei Beinen statt auf vier. Er wird besonders mit dem Menschen in Verbindung gebracht, ist aber in der Natur auch bei verschiedenen Vögeln, Kängurus und einigen Affenformen zu beobachten. [1]
Definition
Als Bipedalismus gilt jede Bewegung, bei der ein Organismus hauptsächlich seine zwei Beine zum Gehen nutzt. Der Begriff kommt vom lateinischen „bi-“ (zwei) und „ped-“ (Fuß). [2]
Anatomische Merkmale
Bipedale Organismen zeigen spezifische Anpassungen wie einen zentral positionierten Foramen magnum, eine schüsselförmige Beckenstruktur, einen S‑förmigen Rücken und einen Fuß mit Längs‑ und Quergewölbe zur effizienten Fortbewegung. [3]
Evolution beim Menschen
Bipedalismus entwickelte sich im Homininenzweig vor der Entwicklung großer Gehirne oder komplexer Werkzeuge. Fossile Hinweise zeigen erste Anpassungen vor mindestens etwa 4,4 Mio. Jahren, mit möglichen Spuren bis zu 7 Mio. Jahren. [4]
Vorteile
Das aufrechte Gehen befreite die Hände zum Tragen und Nutzen von Werkzeugen, erhöhte den Blick über Hindernisse in offenem Gelände, verbesserte die Thermoregulation und reduzierte langfristig den Energieverbrauch bei ausgedehntem Gehen. [5]
Nachteile
Bipedalismus brachte auch körperliche Belastungen mit sich, beispielsweise eine erhöhte Beanspruchung von Rücken, Hüfte und Knien, sowie eine engere Beckengeometrie, die das Gebären erschwerte. [6]
Nicht‑menschliche Bipeden
Neben Menschen gibt es andere bipede Arten; bei manchen ist Bipedalität jedoch fakultativ (z. B. manche Affen), bei anderen wie Vögeln ist sie auf zwei Beine beschränkt, meist ohne die energetische Effizienz des menschlichen Schrittes. [7]